Heft 
(1.1.2019) 04
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PUTZ 4/99

Wissenschaft aktuell

Leberkrebs durch Schimmelpilze?

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Pablo Steinberg

Vor einiger Zeit rief eine Mutter im Institut für Ernährungs­wissenschaften bei Prof. Dr. Pablo Steinberg an. Ihr Kind habe ein Fläschchen mit Bakterienkulturen zur Darmsanierung aus­getrunken. Zu spät hatte die Mutter bemerkt, daß der Inhalt verschimmelt war. Müsse sie nun befürchten, daß ihr Kind an Leberkrebs erkranken werde? Der Kinderarzt hatte ihr dies in Aussicht gestellt.Das ist so nicht richtig konnte ihr Stein­berg jedoch erklären. Zwar ist der Stoff Aflatoxin B1, den gut ein Drittel der Schimmelpilze in Nahrungsmitteln ausschei­den, tatsächlich krebserregend, aber meist müssen dafür über Jahre hinweg verschimmelte Lebensmittel gegessen werden.

Schimmliges Brot, Getreide, Reis, Nüsse, Marmelade, Mar­garine und Milchprodukte müs­sen komplett weggeschmissen werden. Was hier und heute in­zwischen selbstverständlich ist, können sich viele Menschen in Zentralafrika oder in China nichtleisten. Ohne Kühl­schrank, in einem feucht-war­men Klima gedeihen Schimmel­pilze jedoch prächtig. Men­schen in diesen Regionen neh­men etwa das Hundertfache an dem hochgiftigen Aflatoxin B1 auf wie hierzulande und haben damit bereits ein doppelt so hohes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, erklärte Steinberg in seiner Antrittsvorlesung am 22. April 1999. Kommt dazu noch eine chronische Entzündung der Leber durch den Hepatitis­B-Virus, so ist die Wahrschein­lichkeit, an Leberkrebs zu lei­den, sechzigmal höher als für unbelastete Menschen.

Hepatitis-B begünstigt Leberkrebs

In manchen Regionen in China|

ist fast die gesamte Bevölkerung mit Hepatitis-B-Viren infiziert, und jährlich sterben. dort 250000 Menschen an Leber­krebs. Auch in Schwarzafrika ist Hepatitis-B sehr verbreitet.

In seiner Forschungsgruppe am Institut für Ernährungswissen­schaft der Uni Potsdam unter­sucht Steinberg, wie eine gesun­de Leberzelle zu einer Krebszel­le werden kann und welche Rol­le dabei das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 spielt.Die Leber versucht, aus dem Aflatoxin B1 eine wasserlösliche Substanz herzustellen, die mit dem Urin ausgeschieden werden kann, erklärt Steinberg. Erst dadurch entstünde das Aflatoxin B1-8,9­epoxid, ein hochreaktives Mole­kül, welches das Erbgut im Zell­kern verändern könne. Nach

und nach werden so Zellen ge-|

Projekt zu SMAD-Befehlen

Mit 800 800 DM fördert die Volkswagen-Stiftung ein Pro­jekt zum ThemaDiktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts: Strukturen, Erfahrungen, Überwindung und Vergleich.

Prof. Dr. Christoph Kleßmann und Prof. Dr. Konrad Jarausch vom Zentrum für Zeit­historische Forschung Pots­dam(ZZF) führen das Projekt gemeinsam mit Wissenschaft­lern"des- Departments of Germanic Languages der University of North Carolina at Chapel Hill durch. Gegen­

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stand des deutsch-russisch­amerikanischen Kooperations­vorhabens sind dieBefehls­sammlungen der Sowjeti­schen Militäradministration in Deutschland(SMAD). Diese sind im Staatsarchiv der Russi­schen Föderation mit wenigen Ausnahmen vollständig über­liefert und gelten alsKonzen­

trat sowjetischer Besatzungs-|

politik.

Geplant ist auch die Erstellung einer CD-ROM-Edition und die Herausgabe eines wissen­schaftlichen Begleitbandes. ar

schädigt und mutieren zu Krebszellen. Leberkrebs ent­steht aber nur in den Hepa­tozyten. Die Zellen entlang der Blutkapillaren der Leber schei­nen vor dem Pilzgift geschützt zu sein. Dies ist darauf zurück­zuführen, daß in diesen Zellen bestimmte Proteine(Gluta­thion-S-transferasen) vorhan­den sind, die das Aflatoxin B1­8,9-epoxid entgiften können.

| Schutzfaktoren in

Kohlgemüsen

Stoffe, die die Menge an Glu­tathion-S-transferasen in der Le­ber erhöhen und damit den Menschen vor der Einwirkung vom Pilzgift schützen könnten, sind in Brokkoli oder Kohl­gemüsen zu finden. Es wird be­reits auf internationaler Ebene diskutiert, ob solche Stoffe in sehr hohen Mengen zur Präven­tion von Leberkrebs verabreicht werden sollten.Dies wäre mit dem heutigen Kenntnisstand eine heikle Geschichte, sagt

| Steinberg,denn wir würden | Millionen Menschen Chemikali­

en aussetzen, deren Nebenwir­kungen auf Dauer auch noch un­bekannt sind. Viel mehr ver­spricht sich Steinberg von den Impfkampagnen gegen den He­patitis-B-Virus in China und in Gambia, denn in einer gesunden Leber funktionieren die Repa­

Hey Studis!!!

Eure Diplom-/Hausarbeit oder Dissertation steht.

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Jemand, der daraus in Sachen Stil, Grammatik, Orthographie und Inter­punktion ein lesbares Schmuckstück macht.

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Irene Mordaschewitz Toxt-Manufaktur

Telefon: 030/797 066 44 Fax: 797 066 45

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Hielt seine Antrittsvorlesung: Prof. Dr. Pablo Steinberg Foto: Fritze

raturmechanismen besser als in einer, die durch chronische Ent­zündungen bereits geschwächt ist. Am schwersten läßt sich je­doch die Armut bekämpfen, die die Hauptursache für die unge­nügende Lagerung der Lebens­mittel sein dürfte. Während eine Schweizer Schokoladenfirma jede Nuß einzeln mit Laser: strahlung nach Schimmel ab­sucht, werden in anderen Teilen der Welt verschimmelte Erdnüs­se und Reis weiter verzehrt. ar

Preise und Stipendien

Wer sich einen Überblick über Wissenschaftspreise und For­schungsstipendien 1998 ver­schaffen will, kann das jetzt tun. Ein eigens dafür zusammenge­tragenes Handbuch gibt Aus­kunft dazu. Auf insgesamt 384 Seiten werden weit über 1.000 Preise für die an Hochschulen, staatlichen Forschungsinstituten oder industriellen Forschungs­labors tätigen Wissenschaftlerin­nen und Wissenschaftler, außer­dem zahlreiche Forschungssti­pendien vor allem für For­schungsaufenthalte im Ausland beschrieben. PUTZ

Bestellt werden kann das HandbuchWissenschafts­preise und_Forschungs­stipendien 1998"(Hrsg.: Dr. Peter Großkreutz) beim AL­PHA-Verlag, Finkenstraße 10, 68623 Lampertheim, Tel.: 06206/939-240, Fax: 06206/939-243. Der Preis beträgt 24,60 DM zuzüglich Versandkosten.

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