Heft 
(1.1.2019) 05
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PUTZ 5/99

Deutschlandweit einmaliges Angebot

StudiengangPolymer Science in Vorbereitung

Den weltweiten Vergleich zu metallischen Werkstoffen gewin­nen heute zumindest hinsichtlich ihrer volumenmäßigen Menge schon die Polymere. Sie bestehen aus großen Molekülen, die durch chemische Verknüpfung vieler kleiner Moleküle entstan­den sind. Jene Materialien stellen den Mittelpunkt eines unmit­telbar vor seiner Einrichtung stehenden neuen Studienganges Polymer Science dar. Beginnen soll er nach entsprechendem grünen Licht zum Wintersemester 1999/2000. Finanzielle Un­terstützung, zumindest in den ersten drei Jahren, kommt vor­aussichtlich von der Bund-Länder-Kommission für Bildungs­planung und Forschungsförderung. Den Hauptteil der Kosten allerdings tragen die beteiligten Hochschulen selbst.

Das Angebot besitzt Modell­charakter. Immerhin vier Uni­versitäten bestreiten es gemein­sam, ohne daß dabei eine davon die Federführung übernimmt. Zudem handelt es sich um zwei

Gerhard Multhaupt, von Pots­damer Seite wesentlich am Zu­standekommen des Vorhabens beteiligt. Mitbringen müssen sie demnach für ihre ausschließlich in englischer Sprache stattfin­

verschiedene Länder, in. denen| dende Ausbil­man künftig agiert: Berlin und dung einen Brandenburg. In der Bundes-| qualifizier­hauptstadt mit dabei sind die| tenBa­Freie. Universität(), die| chelor of

Technische Universität(TU)| Science

sowie die Humboldt-Universi-| oder alter­

tät(HU), im benachbarten| nativ eine Brandenburg ist es die Univer-| Äquiva­sität Potsdam(UP). Deutsch-| lenzbeschei­landweit bildet der mit dem| nigung auf­

grund erbrachter

Leistungen wäh­rend der ersten drei Jahre in entsprechen­

den Diplomstudien­gängen. Dabei reicht die Palet­te der Möglichkeiten von der Chemie über die Physik bis hin zu einer geeigneten Ingenieur­wissenschaft. Jene Kenntnisse in

Master of Science endende Studiengang eine Novität. Vor­bilder jedoch existieren in den USA.

Die Initiatoren des. Projekts rechnen mit zunächst rund 20 Studierenden aus dem In- und Ausland.Über deren Zugangs­voraussetzungen herrscht Einig­keit, betont Prof. Dr. Reimund

den Einzelfächern sollen im jetzt vor der Etablierung be­findlichen Studiengang ihre Er­gänzung erfahren. Dabei gehe es vor allem um die Vermittlung fächerübergreifenden Wissens, so Gerhard-Multhaupt. Zufall ist das durchaus nicht. Schließ­lich ruft die Praxis seit längerem weniger nach Spezialisten aus dem Elfenbeinturm als vielmehr verstärkt nach Fachleuten, die über den Tellerrand schauen. Genau darauf orientiertPoly­

mer Science. Das Studium erstreckt sich über zwei Jahre. Die erste Hälfte bleibt Basisproblemen Polymerwissenschaften vorbe­halten, be­inhaltet vier Quartale. Jeeines absolvie­

R

einer der Hochschu­len. Die Reihen­folge steht dabei fest: Grundlagen der Polymerche­mie/Synthese(FU), der Polymerphysik/ Charakterisierung(HU), der Polymertechnologie/Prozes­sierung(TU) und der Polymer­eigenschaften /Kolloide(UP). Im zweiten Jahr erfolgt die Ver­

der

ren die

jungen Leute an

tiefung in eines der Gebiete an der dafür zuständigen Einrich­tung durch Spezial­veranstaltungen und in einer wissenschaftlichen Abschluß­arbeit. Vorlesungsfreie Zeiten dienen dem Besuch zusätzlicher Seminare oder Vorlesungen be­ziehungsweise der Durchfüh­rung von Praktika. Ein eigens geschaffenes Credit-Point-Sy­stem sorgt für den nötigen Bewertungsmechanismus und die Vergleichbarkeit.

Ehe jedoch die Bewerber ihre Qualifizierung in Angriff neh­men können, müssen sie sich einem Auswahlverfahren stel­len. Über die Teilnehmer ent­Gremium aus

scheidet ein

Fachvertretern verschiedener

Teildisziplinen nach Leistungs­kriterien.

Ob das avisierte Studienange­bot ein Meilenstein auf dem Weg zu moderneren Formen in der wissenschaftlichen Ausbil­dung sein wird, muß sich er­weisen. Die Hoffnungen jeden­falls sind groß.Wir wünschen uns, daß wir vielseitige, hoch­qualifizierte Studierende aus aller Welt bekommen. Es wäre schön, wenn das Programm ausstrahlt auf andere Universi­täten, weitere Fächer. Die Vor­aussetzungen dafür haben wir geschaffen, umreißt der Pots­damer Uni-Wissenschaftler sei­ne Erwartungen. P.G.

EU-Anträge künftig elektronisch- Uni Potsdam ist vorbereitet

Die Europäische Kommission beabsichtigt, mit dem 5. For­schungsprogramm die Unter­breitung von Projektvor­schlägen auf elektronischem Wege zu realisieren. Auch die Deutsche Forschungsgemein­schaft diskutiert die Einfüh­rung eines solchen Online­Dienstes.

Die Beschäftigung mit der Ma­terie scheint dennoch angera­ten, denn in absehbarer Zeit werden die Formulare für alle Aufrufe zur Antragstellung on­line zur Verfügung stehen, die auf einfache und rationelle Art in den entsprechenden Masken auszufüllen sind. Bisher oftmals auftretende Schwierigkeiten, Abkürzungen richtig zu ver­wenden oder Schlüsselcodes für statistische Angaben herauszu­suchen, entfallen dann. Aufwen­dige Berechnungen bei der Ko­stenaufschlüsselung, deren Übertragung in Prozentan­gaben, die Berücksichtigung

Die Anträge für das 5. Rahmen­programm sind unter dem Na­men ProTool und der Adresse http: //www.cordis.lu/fp5/ protool/protoolinfo.html ab­rufbar. Noch befindet sich zwar alles in der Erprobungsphase.

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von Sonderregelungen müssen nicht mehr in zeitaufwendiger Arbeit angestellt werden.

Neben der elektronischen An­tragstellung ist auch die digitale Signatur zu regeln. Für die Universität Potsdam erhält der Kanzler einen Code. Die von ihm digital unterzeichneten Dokumente können im Nach­hinein nicht mehr verändert werden. Die dem Code ent: sprechende Identifizierungs­nummer erlaubt der Kommissi­on in Brüssel die eindeutige Zuordnung der Signatur zur antragstellenden Einrichtung. Das Dezernat für Planung, Or­

ganisation, Forschungsförde­rung und Datenverarbeitung (D1) der Universität Potsdam hat die Vorbereitungen dafür getroffen, zum frühestmögli­chen Zeitpunkt auf die elektro­nische Antragstellungumzu­steigen. Man ist darauf einge­stellt, Anträge entgegenzuneh­men, zu. bearbeiten und elek­tronisch auf den Weg zu brin­gen. Damit gehört die Hoch­schule zu den ersten Universi­täten, die sich dieser Problema­tik annehmen. Weitere Infor­mationen sind bei Dr. Regina Gerber, DI; Tel 0331 /977: 1080, erhältlich. B.E.