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Deutschlandweit einmaliges Angebot
Studiengang„Polymer Science“ in Vorbereitung
Den weltweiten Vergleich zu metallischen Werkstoffen gewinnen heute zumindest hinsichtlich ihrer volumenmäßigen Menge schon die Polymere. Sie bestehen aus großen Molekülen, die durch chemische Verknüpfung vieler kleiner Moleküle entstanden sind. Jene Materialien stellen den Mittelpunkt eines unmittelbar vor seiner Einrichtung stehenden neuen Studienganges „Polymer Science“ dar. Beginnen soll er nach entsprechendem grünen Licht zum Wintersemester 1999/2000. Finanzielle Unterstützung, zumindest in den ersten drei Jahren, kommt voraussichtlich von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Den Hauptteil der Kosten allerdings tragen die beteiligten Hochschulen selbst.
Das Angebot besitzt Modellcharakter. Immerhin vier Universitäten bestreiten es gemeinsam, ohne daß dabei eine davon die Federführung übernimmt. Zudem handelt es sich um zwei
Gerhard Multhaupt, von Potsdamer Seite wesentlich am Zustandekommen des Vorhabens beteiligt. Mitbringen müssen sie demnach für ihre ausschließlich in englischer Sprache stattfin
verschiedene Länder, in. denen| dende Ausbilman künftig agiert: Berlin und dung einen Brandenburg. In der Bundes-| qualifizierhauptstadt mit dabei sind die| ten„BaFreie. Universität(FÜ), die| chelor of
Technische Universität(TU)| Science“
sowie die Humboldt-Universi-| oder alter
tät(HU), im benachbarten| nativ eine Brandenburg ist es die Univer-| Äquivasität Potsdam(UP). Deutsch-| lenzbescheilandweit bildet der mit dem| nigung auf
grund erbrachter
Leistungen während der ersten drei Jahre in entsprechen
den Diplomstudiengängen. Dabei reicht die Palette der Möglichkeiten von der Chemie über die Physik bis hin zu einer geeigneten Ingenieurwissenschaft. Jene Kenntnisse in
„Master of Science“ endende Studiengang eine Novität. Vorbilder jedoch existieren in den USA.
Die Initiatoren‘ des. Projekts rechnen mit zunächst rund 20 Studierenden aus dem In- und Ausland.„Über deren Zugangsvoraussetzungen herrscht Einigkeit“, betont Prof. Dr. Reimund
den Einzelfächern sollen im jetzt vor der Etablierung befindlichen Studiengang ihre Ergänzung erfahren. Dabei gehe es vor allem um die Vermittlung fächerübergreifenden Wissens, so Gerhard-Multhaupt. Zufall ist das durchaus nicht. Schließlich ruft die Praxis seit längerem weniger nach Spezialisten aus dem Elfenbeinturm als vielmehr verstärkt nach Fachleuten, die über den Tellerrand schauen. Genau darauf orientiert„Poly
mer Science“. Das Studium erstreckt sich über zwei Jahre. Die erste Hälfte bleibt Basisproblemen Polymerwissenschaften vorbehalten, beinhaltet vier Quartale. Je“eines absolvie
R
einer der Hochschulen. Die Reihenfolge steht dabei fest: Grundlagen der Polymerchemie/Synthese(FU), der Polymerphysik/ Charakterisierung(HU), der Polymertechnologie/Prozessierung(TU) und der Polymereigenschaften /Kolloide(UP). Im zweiten Jahr erfolgt die Ver
der
ren die
jungen Leute an
tiefung in eines der Gebiete an der dafür zuständigen Einrichtung durch Spezialveranstaltungen und in einer wissenschaftlichen Abschlußarbeit. Vorlesungsfreie Zeiten dienen dem Besuch zusätzlicher Seminare oder Vorlesungen beziehungsweise der Durchführung von Praktika. Ein eigens geschaffenes Credit-Point-System sorgt für den nötigen Bewertungsmechanismus und die Vergleichbarkeit.
Ehe jedoch die Bewerber ihre Qualifizierung in Angriff nehmen können, müssen sie sich einem Auswahlverfahren stellen. Über die Teilnehmer entGremium aus
scheidet ein
„Fachvertretern verschiedener
Teildisziplinen nach Leistungskriterien.
Ob das avisierte Studienangebot ein Meilenstein auf dem Weg zu moderneren Formen in der wissenschaftlichen Ausbildung sein wird, muß sich erweisen. Die Hoffnungen jedenfalls sind groß.„Wir wünschen uns, daß wir vielseitige, hochqualifizierte Studierende aus aller Welt bekommen. Es wäre schön, wenn das Programm ausstrahlt auf andere Universitäten, weitere Fächer. Die Voraussetzungen dafür haben wir geschaffen“, umreißt der Potsdamer Uni-Wissenschaftler seine Erwartungen. P.G.
EU-Anträge künftig elektronisch- Uni Potsdam ist vorbereitet
Die Europäische Kommission beabsichtigt, mit dem 5. Forschungsprogramm die Unterbreitung von Projektvorschlägen auf elektronischem Wege zu realisieren. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft diskutiert die Einführung eines solchen OnlineDienstes.
Die Beschäftigung mit der Materie scheint dennoch angeraten, denn in absehbarer Zeit werden die Formulare für alle Aufrufe zur Antragstellung online zur Verfügung stehen, die auf einfache und rationelle Art in den entsprechenden Masken auszufüllen sind. Bisher oftmals auftretende Schwierigkeiten, Abkürzungen richtig zu verwenden oder Schlüsselcodes für statistische Angaben herauszusuchen, entfallen dann. Aufwendige Berechnungen bei der Kostenaufschlüsselung, deren Übertragung in Prozentangaben, die Berücksichtigung
Die Anträge für das 5. Rahmenprogramm sind unter dem Namen ProTool und der Adresse http: //www.cordis.lu/fp5/ protool/protoolinfo.html abrufbar. Noch befindet sich zwar alles in der Erprobungsphase.
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von Sonderregelungen müssen nicht mehr in zeitaufwendiger Arbeit angestellt werden.
Neben der elektronischen Antragstellung ist auch die digitale Signatur zu regeln. Für die Universität Potsdam erhält der Kanzler einen Code. Die von ihm digital unterzeichneten Dokumente können im Nachhinein nicht mehr verändert werden. Die dem Code ent: sprechende Identifizierungsnummer erlaubt der Kommission in Brüssel die eindeutige Zuordnung der Signatur zur antragstellenden Einrichtung. Das Dezernat für Planung, Or
ganisation, Forschungsförderung und Datenverarbeitung (D1) der Universität Potsdam hat die Vorbereitungen dafür getroffen, zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf die elektronische Antragstellung„umzusteigen“. Man ist darauf eingestellt, Anträge entgegenzunehmen, zu. bearbeiten und elektronisch auf den Weg zu bringen. Damit gehört die Hochschule zu den ersten Universitäten, die sich dieser Problematik annehmen. Weitere Informationen sind bei Dr. Regina Gerber, DI; Tel 0331 /977: 1080, erhältlich. B.E.