Heft 
(1.1.2019) 05
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PUTZ 5/99

Campus

Psychotherapie für Kinder und Jugendliche

Universität hat neues An-Institut

An der Universität Potsdam wird einem sehr wichtigen Be­reich bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen größere Aufmerksamkeit ge­schenkt: der Verhaltensthera­pie. Auf diesem Gebiet gibt es nach Aussagen von Fachleuten noch erhebliche Defizite.

Um die bestehende Situation verbessern zu helfen und die Konkurrenzfähigkeit der Uni zu erhöhen, gründete sich im Dezember 1998 die Akademie für Psychotherapie und Inter­ventionsforschung(API) GmbH. Sie entstand aus einer Initiative der Abteilung Klini­sche Psychologie /Psy­chotherapie am Insti­tut für Psychologie der Universität Potsdam. Die Gründung steht in

Die Verbesserung der Aus­bildung, Forschung und ambulanten Versorgung auf dem Gebiet der Kin­der- und Jugendlichen­verhaltenstherapie haben sich Wissenschaftler der Universität Potsdam zur Aufgabe gestellt. In den Räumen des Hauses Nr. 67 in der Potsdamer Gu­tenbergstraße richteten sie deshalb eine Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung ein. Foto: Fritze

unmittelbarem Zusammen­hang mit dem am 1. Januar 1999 in Kraft getretenen Psy­chotherapeutengesetz. Dieses regelt die Ausbildung und ge­setzliche Anerkennung von psychologischen Psychothera­peuten und Kinder- und Ju­gendlichenpsychotherapeuten. Am 15. Aprıl 1999 hat der Se; nat der Universität Potsdam die APT als An-Institut der Uni an­erkannt.

Zu den Arbeitsschwerpunkten der Akademie gehören sowohl die Aus-, Weiter- und Fortbil­dung als auch die Forschung auf dem Gebiet der Psychothe­rapie und ihrer Grundlagen­fächer. Man widmet sich eben­so der Entwicklung, Evaluation und Anwendung diagnosti­scher, therapeutischer und prä­ventiver Instrumente sowie der Verbesserung der therapeuti­schen Versorgung.

Mit dem Beginn des Winterse­mesters 1999/2000 wird die

Kuratorium mit namhaften Persönlichkeiten Vorgestellt: Prof. Dr. Günter Kappler

Im Oktober 1997 wählte der Senat der Universität Pots­dam die ersten Mitglieder in das Kuratorium der Einrich­tung. Inzwischen gehören dem Gremium 14 Persönlich­keiten an, die sich für das Wohl der Hochschule einset­zen. Die PUTZ stellt sie in ihren folgenden Ausgaben näher vor.

Prof. Dr. Günter Kappler will als Kurator gemeinsam mit seinen Kollegen die Universität Pots­damauf ihrem Weg zu einer der führenden Hochschulein­richtungen Europas aktiv un­terstützen. Kappler ist Mitglied der Geschäftsführung der BMW Rolls-Royce GmbH, Oberursel, Ressort Forschung und Ent­wicklung und Leiter des For­schungs- und Entwicklungszen­trums Dahlewitz/Brandenburg. Er ist davon überzeugt, daß die Universität Potsdam eine Viel­zahl von Professuren und Fakul­

täten aufweist,clie in sich selbst, aber vor allem in ihrer wissenschaftlichen Vernetzung, das Potential bergen, herausra­gende Leistungen in Lehre und Forschung zu erbringen. Gro­ße Chancen sieht er im Innova­tionstransfer. Deshalb über­nahm er im Kuratorium auch die Aufgabe des Moderators der Arbeitsgruppe Wissenstransfer. Kappler verfolgt das Ziel, seine Expertise in die Modernisie­rung der Lehre und des innova­tiven Wissensmanagement ein­zubringen. Er will außerdem die/ Vernetzung: der Hoch­schulforschung mit der Techno­logieinitiative Brandenburgs an­leiten.

Der 1939 in Sächsisch Regen/ Rumänien Geborene studierte Maschinenbau und absolvierte anschließend den Master of Science an der Universität Pitts­burgh, USA. Nach seiner Pro­motion zum Dr.-Ing. 1970 ar­beitete er in verschiedenen Un­

Foto: privat

ternehmen. Von 1982 bis 1995 war er Ordinarius an der Tech­nischen Universität München und Direktor des Instituts für Luft- Raumfahrt. 1987 übernahm er den Auftrag von BMW, zukunftsfähige Trieb­werke zu entwickeln. Seit 1990 arbeitet Kappler in Dahlewitz. Seine Leistungen wurden 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Herausforderungen stellt sich der Wagnerliebhaber aber nicht nur im beruflichen Bereich. Auch sportlich hat er einiges zu bieten, so beim Ski­laufen und Joggen. B.E.

und

postgraduale Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeuten mit dem Schwerpunkt Verhaltensthera­pie an der Universität Potsdam beginnen können. Das Verfah­ren zur staatlichen Anerken­nung der Ausbildungsstätte durch das brandenburgische Gesundheitsministerium derzeit im Gange.

Ziel ist diespraxisnahe und patientenbezogene Vermitt­lung von Grundkenntnissen in wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfah­ren und die vertiefte Ausbil; dung in Verhaltenstherapie. Das Studium besteht aus einer praktischen Tätigkeit, Weiner theoretischen Ausbildung, ei­ner praktischen Ausbildung mit Krankenbehandlung unter Su­pervision sowie einer Selbster­fahrung, die die Teilnehmer zur Reflexion eigenen therapeuti­schen Handelns befähigt. Es handelt sich entweder um ein Vollzeitstudium von minde­stens drei oder ein Teilzeit: studium von mindestens fünf Jahren. Teilnehmenäkönnen sowohl Diplom-Psychologen, Diplom-Pädagogen als auch Diplom-Sozialpädagogen.

Bei der Durchführung der Aus­bildung ist eine enge Koopera­tion mit den Fachleuten der Uni sowie verschiedenen kin­der- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen angestrebt. Nur durch die ständige Wei­terentwicklung aufgrund aktu­eller wissenschaftlicher Er­kenntnisse kann die Qualität der Ausbildung dauerhaft gesi­chert werden. Davon ist der Geschäftsführer der API und Professor für Klinische Psycho­logie/Psychotherapie an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Günter Esser, überzeugt. B.E.

ist

Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung an der Universität Potsdam GmbH

c/o Psychologisch-Psycho­therapeutische Ambulanz Gutenbergstraße 67

14467 Potsdam

Tel. 0331/977-2881,-2843