Absolventen
PUTZ 5/99
Lieder von hier und heute
Ingrid und Wolfgang Protze haben die Uni nicht vergessen
Wolfgang Protze gründete 1970 die Songgruppe„Spartakus“ an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und steht seit 1979 als Liedermacher auf der Bühne, seit Mitte der 80er Jahre mit seiner Frau Ingrid. Beide Künstler sind Absolventen der Vorgängereinrichtung der Universität Potsdam. Ingrid Protze ist Diplom-Lehrerin für Russisch und Englisch, sie promovierte in Anglistik. Wolfgang Protze studierte zunächst Mathematik und Physik, bevor er dann Oberassistent und später künstlerischer Dozent für Lied und Chanson wurde. Das freischaffende LiedermacherPaar wurde mit verschiedenen Preisen geehrt und betreibt die hauseigene„Obstkistenbühne“ in Ferch am Schwielowsee. Mit den Ehemaligen sprach Dr. Thomas Freitag für die PUTZ.
PUTZ: Sie-haben in den 80er Jahren die Hochschule verlassen, sind noch heute gute Bekannte hier. Wie erleben Sie als ausgebildete Lehrer und Künstler die 1991 gegründete Universität?
Wolfgang Protze: Gelegentlich kommen Leute in unsere Konzerte, die uns von früher kennen. Da ist die Wiedersehensfreude groß. Oder deren.Kinder besuchen inzwischen unsere Familienprogramme. Wir erfahren— wie andere Menschen auch— über die Zeitung von der Universität Potsdam. Und wir haben schon einmal bei einem Fest in Golm gespielt.
PUTZ: Wann hatten Sie zuletzt einen Auftritt an der Uni?
Ingrid Protze: Das war 1991 oder’92. Da erinnerten sich auch einige noch und wollten ein paar Lieder wieder hören, die teilweise schon Anfang der 80er Jahre entstanden waren. Heute haben wir viele neue Lieder. Ich bin neben meinem Sänger- und Musikerberuf zu
14
gleich auch Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten.
PUTZ: In einem Gedicht von Ingrid Protze heißt es„Ich habe zurückgefunden und bin wieder da“. Heißt das auch, Sie hätten derzeit Studierende mit im Blick?
Wolfgang Protze: Studenten sind auch unsere Zielgruppe. Früher habe ich unter anderem über Begegnungen mit Menschen, mit Nachbarn geschrieben. Das Lied„Der alte Schulhof“ ist sogar Schullied geworden und erklang an der Vorgängereinrichtung Uni häufig. Heute setzen wir unsere Arbeit fort. Es gab eine wirksame Liedermacherszene, wir waren früh schon dabei. Jüngere und ältere Menschen spre
der
chen uns manchmal darauf an.
PUTZ: Sie kommen beide aus einem akademischen Umfeld, haben Lehramtsfächer studiert. Sie sind mit ihren oft wortwitzigen Liedern präsent, auch über ihr Podium, die„Obstkistenbühne“, in Ferch hinaus. Welches Öffentlichkeitsbild ha
ben Sie als unsere Ehemaligen von der Universität?
Wolfgang Protze: Wir verfolgen mit Interesse, was sich an der Uni tut, es dringt aber zu wenig nach außen. Die Ausstrahlung„Umland“ könnte also größer sein und Potsdam zur„UniversitätsStadt“ werden lassen, wo jun
auf’s
ge Leute das Erscheinungsbild einer Stadt mitprägen. Gerade dies täte der alten, von Schlössern und Gärten geprägten Stadt Potsdam gut.
Ingrid Protze: Eine sympathische Beziehung zwischen der Uni und uns war der Besuch von ca. 75 Germanistik-Professorinnen aus den USA unter der Leitung von Prof. Dr. Elke Liebs, die sich während einer Tagung an der Potsdamer Universität nicht nur mit Christa Wolf, Kerstin Hensel, Helke Misselwitz beschäftigten, sondern auch mit den Liedern, Gedichten und Geschichten der „Fercher Obstkistenbühne“.
PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.
Die Liedermacher Ingrid und Wolfgang Protze sind auch heute noch mit
ihrer ehemaligen Hochschule verbunden.
Foto: privat
Studium- und was dann?
Das Examen in der Tasche— und kein Job in Sicht. So geht es vielen, die derzeit die Uni verlassen. Eine Alternative: zeitweise oder dauerhafte Übersiedlung in die USA. Wer als Hochschulabsolvent den Sprung über den Atlantik wagt, hat durchaus Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden. Vor dem Eintritt in die amerikanische Arbeitswelt liegen allerdings viele bürokratische Hindernisse und unzählige Fragen. Seit Juni 1999 bietet „AMERICAN future“ bundesweit Dienstleistungen für alle, die in den USA leben und arbeiten möchte.
Weitere Informationen sind erhältlich bei: zweimaleins medienwerk GmbH, Tatjana Suchy, Tel. 030/611 086;0, Fax 030/611 086-20, E-mail: suchy @zweimaleins.de. PUTZ
Shell Förderpreis
„Für Frauen, die etwas im Kopf haben“ ist der diesjährige‘SheStudy Award’ der Deutschen Shell Aktiengesellschaft Hamburg ausgeschrieben. Bis Ende September 1999 können sich Hochschulabsolventinnen um den mit insgesamt 17.000 DM dotierten Förderpreis, der bereits zum dritten Mal vergeben wird, bewerben.
Gesucht werden wissenschaftliche Arbeiten, die für die Geschäftsfelder Mineralöl, Erdgas, Chemie und erneuerbare Energien relevant sind. Sie sollen für Shell oder für Gemeininteressen von Bedeutung sein und praktisch umsetzbare Ideen liefern. Die Studien dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und müssen bis zum 31. Juli 1999 abgeschlossen sein.
Einsendeschluß für das maximal fünfseitige Kurzexpose über eine Dissertation, Diplom- oder Studienarbeit sowie die Beurteilung des betreuenden Professors ist der 30. September 1999. Nähere Informationen im Internet unter www.deutsche-shell. de/she-study-award und bei der Deutschen Shell AG, LarsOlaf Brendel, Tel. 040/63245423, oder Sabine Balser;, Tel. 040/6324-6409. PUTZ