Heft 
(1.1.2019) 05
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Studiosi

PUTZ 5/99

Barrieren einreißen

Beratung für Studierende mit Behinderung

Erhebungen besagen, daß rund 13 Prozent aller Studie­renden in Deutschland be­hindert oder chronisch krank sind. Diese Zahl belegt, daß es heute zum Alltag gehört, auch mit Behinderung zu studieren. Dennoch müssen an den Hochschulen An­strengungen unternommen werden, um den Betroffenen gleichberechtigte Studien­möglichkeiten und-bedin­gungen zu bieten.

Nicht Mitleid, sondern Hilfe benötigen die Betroffenen, da­von ist Dr. Irma Bürger über­zeugt. Zu den Aufgabenfeldern der in der Zentralen Studienbe­ratung der Universität Potsdam Beschäftigten gehört-deshalb seit 1993 die Beratung von Stu­dierenden mit Behinderung. Damals begann sie gemeinsam mit zwei Jungen Leuten Bedin­gungen an der Uni zu schaffen, das Studium für jene mit Han­dicap günstiger zu gestalten.

Zunächst geht es Irma Bürger um die Beratung von Studien­interessierten. Das heißt, es gilt im Einzelfall zu prüfen, ob für die Betreffenden die Uni ange­sichts der spezifischen Handi­caps geeignet ist. Den wichtig­sten Teil der Arbeit nimmt die Betreuung der Studierenden vor Ort ein. Derzeit gibt es körperbehinderte Studierende, Hörbehinderte sowie Blinde

Beratung für Studierende mit Behinderung

Dr. Irma Bürger Sprechzeiten:

montags 9.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung

Tel. 0331/977-1488 E-Mail: ibuerger@rz.uni­potsdam.de

Interessengruppe Studierende mit Handicap Carsten Richter

Tel. 0331/742607

E-Mail: richter@rz.uni­potsdam.de

Thomas Tietze

Tel. 03327/71105

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und Schbehinderte an der Uni.

Nachteilsausgleich schaffen In den vergangenen Jahren er­reichte Irma Bürger Fortschrit­te in der technischen Ausstat­tung. So konnte mit Unterstüt­zung des Dezernates für Haus­halt und Beschaffung und der Zentralen Einrichtung für In­formationsverarbeitung und Kommunikation(ZEIK) Tech­nik zur Verfügung gestellt wer­den, die dazu beiträgt, für die

Auch Behinderten muß der Zugang zu den Lehrgebäuden ohne Probleme

möglich sein. Foto: Fritze Behinderten einen Nachteils­ausgleich zu schaffen. An den Unistandorten Babelsberg und Golm befinden sich speziell ausgestattete PC-Arbeitsplätze. Für begrenzte Zeiträume sind die von Firmen gesponserten Notebooks zum Schreiben von Klausuren oder zur Arbeit in der Bibliothek ausleihbar. Die Mitarbeiter der ZEIK warten die Technik regelmäßig, was durchaus nicht überall selbst­verständlich ist, und führen Schulungen durch. Aus HSP JIII-Mitteln werden derzeit zweieinhalb Stellen für studen­tische Hilfskräfte finanziert. Irma Bürger würde es außeror­dentlich bedauern, wenn diese Mittel mit dem Auslaufen des Programms wegfielen.

Bauliche Veränderungen sind in den letzten Jahren durch große Unterstützung des De­zernates für Betriebstechnik, Bauangelegenheiten und Hausverwaltung realisiert wor­

den. So entstanden Rampen| und Aufzüge für Rollstuhl-.| drei Uni­erforderte

fahrer allen standorten. Das nicht selten große Anstrengun­

an

gen, da es sich insbesondere Am Neuen Palais um denkmal­geschützte Bauten handelt.

Probleme selbst meistern Auch der Initiative der Behin­dertenbeauftragten ist es zu verdanken, daß Interessierte seit drei Semestern Kurse in Gebärdensprache an der Uni belegen können. Sie rief diese, inzwischen sehr beliebte Aus­bildung ins Leben,um die In­tegration zu befördern.

Seit 1993 gibt es die für alle of­fene InteressengruppeStudie­rende mit Handicap.Barrie­ren jeglicher Art gibt es genug. Ziel unserer Arbeit ist es, diese einzureißen und nicht durch neue zu ersetzen, sagen die Mitglieder zu ihrem Anliegen. Im Wintersemester 1997/98 gründete sich die Initiative Von Studierenden für Studie­rende. Das Bestreben der Gruppe, deren Mitglieder nicht nur Behinderte sind, besteht darin, Kommilitonen mit Han-| dicap bei der Schaffung gleich-| berechtigter Studienbedingun-| gen zu unterstützen. Sie helfen beim Auf- und Vorlesen von Li­

Entwickelte zahlreiche Initiativen, um Studierenden mit Behinderung zu hel­

fen: Dr. Irma Bürger. Foto: Fritze teratur, begleiten bei Biblio­theksgängen und anderes mehr. Wichtig ist den jungen Leuten aber ebenso, ihre Interessen beispielsweise bei der Überar­beitung von Gesetzen zu ver­treten. Irma Bürger tut alles, um die Studienbedingungen für die Behinderten so günstig wie möglich zu gestalten. Dazu gehört für sie übrigens auch, in _ Zusammenarbeit mit dem Aka­demischen Auslandsamt der Uni Auslandsaufenthalte zu organisieren.Aber ich kann und will nicht alles ebnen. Die Betroffenen müssen lernen, Probleme selbst zu meistern, sich mit Menschen ohne Behin­derung auseinanderzusetzen. Und natürlich kann sie nicht für den Studienerfolg garantie­ren. Das müssen Behinderte wie nicht Behinderte selbst in die Hand nehmen. B.E.

Wählen gehe

TAT POTSDAM

UNIVER:

Die Studierenden der Universi­tät Potsdam sind aufgerufen, am 29: und 30. Juni sowie am1: Juli 1999 ihre künftigen studen­tischen Vertreter für den Senat und die Fakultätsräte zu wählen. Drei Wahllokale, an jedem Uni­komplex eines, stehen für die Wahlen zur Verfügung. Aus­führliche Informationen zu den Wahlen und den Wahlmodali­täten erteilt der Wahlausschuß, Dezernat 2, Tel. 0331/977­1732 und Fax: 0331 /977-1129. Die Informationen hängen uni­versitätsöffentlich aus; sie sind auch im WWW unter: http:// www.uni-potsdam.de/u/ verwaltung/gemwahl_ ausschuss/wahlss99. htm. gl