Heft 
(1.1.2019) 06
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PUTZ 6/99

Dialog zwischen Potsdam und Bayreuth

Seminar zu aktuellen Problemen der Wirtschaftspolitik

Ende Juni diskutierten Stu­dierende der Wirtschaftswis­senschaften aus Potsdam und Bayreuth drei Tage lang über Regulierung und Deregulie­rung auf Gütermärkten und

im Bereich der sozialen Si-|

cherung. Zu diesem gemein­samen Dialogseminar hatte Prof. Dr. Norbert Eickhof, Professor für Volkswirt­schaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der

Universität Potsdam, eine|

Gruppe von Studierenden

um Prof. Dr. Peter Ober-|

ender von der Universität Bayreuth eingeladen.

Referate der Studierenden bei­der Universitäten sowie Vorträ­ge von Praktikern bildeten ei­nen abwechslungsreichen Rah­men, in dem sich die Teilneh­mer mit gegenwärtigen Dere­gulierungsproblemen ausein­andersetzten.

Zunächst waren der Liberalisie­rungsprozeß auf dem Telekom­munikationsmarkt, die vor kur­zem in Kraft getretene dritte

Stufe der Bahnstrukturreform| render den Bayreuthern die

und das überarbeitete Trassen­preissystem, die jüngste Re­form in der Energieversor­gungswirtschaft sowie die Be­deutung der europäischen Inte­gration für die nationalen Deregulierungsschritte Gegen­stand der Betrachtung. Die Ak­

N A

tualität dieser Themen führte zu lebhaften

Seminarteilnehmer. Höhe­

punkt des ersten Seminartages| war der Vortrag von Klaus-Die-|

ter/Scheurle. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Tele­kommunikation und Post ver­mittelte einen Einblick in die vielfältige Arbeit seiner Behör­de. Die Seminarteilnehmer und zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, um über die prak­tischen Probleme, wie die

Schwierigkeiten bei der An-|

wendung der neuen Regelun­gen, der behandelten Themen zu diskutieren.

Der zweite Abschnitt stand ganz im Zeichen der deutschen und europäischen Beschäfti­gungs- und Sozialpolitik. Be­

| sonders die von Studierenden

aus Bayreuth vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die grundle­

| gende Reform des Flächen­tarifvertrags, zur Behebung der| | Arbeitslosigkeit in Europa stie­

ßen bei den übrigen Seminar­teilnehmern auf reges Interes­se. Hier brachten vor allem die Einwände Potsdamer Studie­

besonderen Probleme der neu­en Bundesländer näher. Neben

| einem Besuch beim Bundeskar­| tellamt in Berlin und einem

Vortrag von dessen Direktor, Dr. Harald Lübbert, erwartete die Studierenden mit dem Be­

"

Klaus-Dieter Scheurle(l.), hier mit Prof. Dr. Norbert Eickhof, sprach über

die Liberalisierung der Telekommunikation an der Uni.

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Foto: Tribukeit

Debatten der|

such derZauberflöte in der|

Komischen Oper in Berlin ein kultureller Glanzpunkt.

Trotz des dicht gedrängten Ter­minplanes und der anspruchs­vollen Themen äußerten sich die Seminarteilnehmer durch­weg positiv über ihre neu ge­wonnenen Erfahrungen. Das

betraf beispielsweise die The­menvielfalt und das Spektrum der Lehrmeinungen. Grund ge­nug, auch in Zukunft solche brückenschlagenden Semi­narveranstaltungen anzubieten. Franca Dorn /Katrin Sobania, Wirtschafts- und Sozial­wissenschaftliche Fakultät

Uni-Kritik berücksichtigt

Lehrerbildungsgesetz verabschiedet

Zu einer guten Lehreraus-|

bildung gehören vor allem die Fähigkeit zur Erziehung und Beratung von Schülerin­nen und Schülern, zu fachlich qualifiziertem Unterricht, zur methodischen Vielfalt so­wie zur pädagogisch fördern­den und gerechten Beurtei­lung und Bewertung.

Diese Überzeugung äußerte die brandenburgische Bildungsmi­nisterin, Angelika Peter, aus Anlaß der Verabschiedung des Lehrerbildungsgesetzes durch den Landtag am 9. Juni 1999 (PUTZ berichtete in Ausgabe 4/99 über die erste Lesung des Gesetzes). Sie betonte aus­drücklich, daß sich die ausgewo­gene Verzahnung von Theorie­und Praxisanteilen in der Ausbil­dung der zukünftigen Lehrkräf­te bewährt habe und imPots­damer Modell der Lehrerbil­dung ihren Niederschlag fän­de. Das neue Gesetz beschreibt Aufgaben und Ziele der Lehrer­bildung. Es folgt dabei dem Ver­ständnis der Einheit von zwei­phasiger Ausbildung, berufsbe­gleitender Fortbildung und Weiterbildung.

Die Prorektorin für Lehre und Studium an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, begrüßt, daß von Mitar­beitern der Hochschule im Vor­feld geäußerte Kritiken am Ge­setzentwurf Berücksichtigung fanden. So ist nun der Stunden­anteil von mindestens zehn Prozent Fachdidaktik an der Fachausbildung festgeschrie­ben worden. Des weiteren be­

dings | Schulverwaltung, geben.

stand die Forderung nach Er­höhung der Semesterwochen­stunden in den Erziehungswis­senschaften(im Entwurf 24). Jetzt soll es 28 Stunden, aller­mit Schulrecht und

Bei den Beratungen des Geset­zes gab es Befürchtungen, daß es zu einer Schlechterstellung jener Lehrkräfte kommen könn­te, die Lehrbefähigungen nach bisherigem Recht erworben ha­ben. Dem ist nicht so: Die bis­herige Ausbildung für die stufenübergreifenden Lehräm­ter wird ohne Einzelfallprüfung und ohne weitere Studien- und Prüfungsleistungen den neuen Lehrämtern zugeordnet. Auch die bisherigen Stufenlehrämter behalten ihre Gültigkeit.

Das Land Brandenburg eröffnet über einen Einstellungskorridor rund 350 frisch ausgebildeten Lehrkräften eine Anstellung im Schuldienst. Der Bedarf ist aber nicht vollständig durch Aus­und Weiterbildung im eigenen Land zu decken. Lehrkräfte aus den anderen Bundesländern müssen in Brandenburg in das Referendariat oder in den Schul­dienst eintreten. Die notwendi­gen Anerkennungsregelungen sieht das jetzt verabschiedete Lehrerbildungsgesetz vor.Wir müssen dafür werben, daß jun­ge Menschen den Lehrerberuf wählen. Wir brauchen nicht nur eine günstigere Altersstruktur unserer Lehrerschaft. Wir benö­tigen Neueinstellungen auch, um neue pädagogische Ideen in unsere Schulen zu bekommen, so die Bildungsministerin. B.E.