Heft 
(1.1.2019) 07
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PUTZ 7/99

Campus

Die niedersorbische Sprache erhalten

Aufbaustudiengang an der Uni Potsdam

Den kleinen Sprachen wird in heutiger Zeit der unab­dingbare Sprachtod auf­grund der politischen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft, der Globalisie­rung und des multimedialen Fortschritts_vorausgesagt. Davon ist auch die nieder­sorbische Sprache in Bran­denburg betroffen- wenn nicht alles getan wird, um sie davor zu bewahren.

In der Landesverfassung wird in Artikel 25 das Recht auf Schutz, Erhaltung und Pflege der sorbischen nationalen Identität garantiert. Ein 1994 verabschiedetes Sorben(Wen­

den)-Gesetz konkretisiert die

Förderung der sorbischen Sprache und Kultur. Sorbische Organisationen und Institutio­nen werden durch die Stiftung für das sorbische Volk auch vom Brandenburger Haushalt gefördert. Seit 1998 hat sich die Universität Potsdam nun auch in dieses Hilfsprogramm eingereiht. Hier wurde 1998 am Institut für Slavistik ein Aufbaustudiengang zur Quali­fikation von Sorbisch(wen­disch)lehrern unterer Klassen für die Sekundarstufe I einge­richtet.

Insgesamt nehmen 15 Studen­ten an der Qualifikation teil. Der Unterricht wird alternie­rend in Cottbus und Potsdam durchgeführt, so daß mutter­

Foto: Norberg

sprachliche sprachpraktische Übungen garantiert werden. Das Ziel ist, die Studenten so gut wie möglich auf ihre Tätig­keit als Sorbischlehrer in der Niederlausitz vorzubereiten. Fehlen doch immerhin noch rund 30 Sorbisch(wendisch) lehrer an den 25 Schulen, in denen die sorbische/wendi­sche Sprache für etwa 1500 Kinder unterrichtet wird. Nur mit einer Aufbauqualifikation ist gewährleistet, daß die sorbi­sche/wendische Sprache kon­tinuierlich von der Grundschu­le bis zur Gesamtschule, bezie­

hungsweise bis zum Gymnasi­um gelehrt werden kann. Ne­ben dem Studium gibt es am Institut für Slavistik weitere Aktivitäten, die das Sorbi­sche /Wendische fördern sol­len. So findet seit 1998 ein fachübergreifender Kurs zur Einführung in die niedersorbi­sche/wendische Sprache und Kultur statt. Insgesamt zielen alle genannten Aktivitäten des Instituts für Slavistik darauf ab, der Gefahr des Aussterbens dieser Sprache entgegenzuwir­ken. Dr. Madlena Norberg/

Institut für Slavistik

Grundordnung verabschiedet

Der Senat der Universität Pots­dam verabschiedete Ende Juli in einer Sondersitzung einstim­mig eine neue Grundordnung für die Universität. Grundlage dafür bildet das am 27. Mai 1999 in Kraft getretene Bran­denburgische Hochschulge­setz, das von den Hochschulen des Landes fordert; ihre Grundordnungen innerhalb von neun Monaten nach In­krafttreten des Gesetzes an die neuen Vorschriften anzupas­sen. Erarbeitet wurde die neue Uni-Ordnung unter der Lei­tung: des: Rektors Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.

Die vom Senat beschlossene

wurden.

Grundordnung bedurfte der Genehmigung durch den Mi­nister für Wissenschaft, For­schung und Kultur des Landes Brandenburg. Einige Ände­rungswünsche hatte das Mini­sterium, die vom Senat einge­arbeitet und übernommen Die überarbeitete Grundordnung wurde vom Se­nat der Uni in seiner Sitzung am 23. September verabschie­det und ist noch am selben Tag in Kraft getreten.

Die Grundordnung der Uni­versität Potsdam ist im Amts­blatt Nr. 6 vom 23. September 1999 veröffentlicht. Erhältlich ist das Amtsblatt beim Bürolei­ter. des Rektorats; ‚Peter Bre­strich, 4 Tel-Nr 1977417839 oder per E-Mail: bresti@rz.uni­potsdam.de. PUTZ

Kuratorium mit namhaften

Persönlichkeiten Vorgestellt: Sabine Knapp-Lohmann

Im Oktober 1997 wählte der Senat der Universität Pots­dam Mitglieder für das Ku­ratorium der Einrichtung. Inzwischen gehören dem Gremium 14 Persönlichkei­ten an, die sich für die Hoch­schule einsetzen. Die PUTZ stellt sie in den fol­genden Ausgaben vor.

Seit Sabine Knapp-Lohmann 1995;im; Berliner! Büro der Leitung der Siemens AG die Verantwortung für Kontakte zu Hochschulen und Wissen­schaft in den neuen Bundes­

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ländern übernahm, setzt sie sich intensiv mit den Bildungs­und Forschungseinrichtungen in der Region auseinander. Mir ist klar geworden, welche Potentiale in der Innovations­kraft und Forschungsleistung für die Entwicklung unseres Landes liegen. Ebenso wich­tig ist ihr aber auch das Enga­gement der Wirtschaft und der persönliche Einsatz bei der Be­gleitung des laufenden Struk­turwandels in den Hochschu­len. Dies sei:ein Prozeß, den die Wirtschaft in vielerlei Hin­sicht in den vergangenen Jah­

Sabine Knapp-Lohmann Foto: privat

ren schon vollzogen hat. Des­halb könne sie der Universität mit Rat zur Seite stehen. The­men, die dem Kuratoriumsmit­glied am Herzen liegen, stehen im Zusammenhang mit der

Einführung international aner­kannter Studienabschlüsse und der damit verbundenen größe­ren Flexibilität der Studieren­den. Aber auch für die Ver­mittlung des Praxisbezuges für Studierende und die Hilfe bei Existenzgründungen will sich Sabine Knapp-Lohmann ein­setzen. Die 1945 in Bad Salz­detfurth Geborene hat einen Abschluß als Diplom-Biblio­thekarin. Seit 1970 arbeitet sie in verschiedenen Niederlassun­gen der Siemens AG.Daß ich mich persönlich in Zukunft mit besonderer Intensität für die Universität und die Uni­versitätsbibliothek Potsdam einsetzen werde, ist mir eine ganz große Freude, da ich seit einem guten Jahr Potsdamerin und damit auch Brandenbur­gerin bin. B.E.