PUTZ 7/99
Campus
Die niedersorbische Sprache erhalten
Aufbaustudiengang an der Uni Potsdam
Den kleinen Sprachen wird in heutiger Zeit der unabdingbare Sprachtod aufgrund der politischen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft, der Globalisierung und des multimedialen Fortschritts_vorausgesagt. Davon ist auch die niedersorbische Sprache in Brandenburg betroffen- wenn nicht alles getan wird, um sie davor zu bewahren.
In der Landesverfassung wird in Artikel 25 das Recht auf Schutz, Erhaltung und Pflege der sorbischen nationalen Identität garantiert. Ein 1994 verabschiedetes Sorben(Wen
den)-Gesetz konkretisiert die
Förderung der sorbischen Sprache und Kultur. Sorbische Organisationen und Institutionen werden durch die Stiftung für das sorbische Volk auch vom Brandenburger Haushalt gefördert. Seit 1998 hat sich die Universität Potsdam nun auch in dieses Hilfsprogramm eingereiht. Hier wurde 1998 am Institut für Slavistik ein Aufbaustudiengang zur Qualifikation von Sorbisch(wendisch)lehrern unterer Klassen für die Sekundarstufe I eingerichtet.
Insgesamt nehmen 15 Studenten an der Qualifikation teil. Der Unterricht wird alternierend in Cottbus und Potsdam durchgeführt, so daß mutter
Foto: Norberg
sprachliche sprachpraktische Übungen garantiert werden. Das Ziel ist, die Studenten so gut wie möglich auf ihre Tätigkeit als Sorbischlehrer in der Niederlausitz vorzubereiten. Fehlen doch immerhin noch rund 30 Sorbisch(wendisch) lehrer an den 25 Schulen, in denen die sorbische/wendische Sprache für etwa 1500 Kinder unterrichtet wird. Nur mit einer Aufbauqualifikation ist gewährleistet, daß die sorbische/wendische Sprache kontinuierlich von der Grundschule bis zur Gesamtschule, bezie
hungsweise bis zum Gymnasium gelehrt werden kann. Neben dem Studium gibt es am Institut für Slavistik weitere Aktivitäten, die das Sorbische /Wendische fördern sollen. So findet seit 1998 ein fachübergreifender Kurs zur Einführung in die niedersorbische/wendische Sprache und Kultur statt. Insgesamt zielen alle genannten Aktivitäten des Instituts für Slavistik darauf ab, der Gefahr des Aussterbens dieser Sprache entgegenzuwirken. Dr. Madlena Norberg/
Institut für Slavistik
Grundordnung verabschiedet
Der Senat der Universität Potsdam verabschiedete Ende Juli in einer Sondersitzung einstimmig eine neue Grundordnung für die Universität. Grundlage dafür bildet das am 27. Mai 1999 in Kraft getretene Brandenburgische Hochschulgesetz, das von den Hochschulen des‘ Landes fordert; ihre Grundordnungen innerhalb von neun Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes an die neuen Vorschriften anzupassen. Erarbeitet wurde die neue Uni-Ordnung unter der Leitung: des: Rektors Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.
Die vom Senat beschlossene
wurden.
Grundordnung bedurfte der Genehmigung durch den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Einige Änderungswünsche hatte das Ministerium, die vom Senat eingearbeitet und übernommen Die überarbeitete Grundordnung wurde vom Senat der Uni in seiner Sitzung am 23. September verabschiedet und ist noch am selben Tag in Kraft getreten.
Die Grundordnung der Universität Potsdam ist im Amtsblatt Nr. 6 vom 23. September 1999 veröffentlicht. Erhältlich ist das Amtsblatt beim Büroleiter. des Rektorats; ‚Peter Brestrich, 4 Tel-Nr 1977417839 oder per E-Mail: bresti@rz.unipotsdam.de. PUTZ
Kuratorium mit namhaften
Persönlichkeiten Vorgestellt: Sabine Knapp-Lohmann
Im Oktober 1997 wählte der Senat der Universität Potsdam Mitglieder für das Kuratorium der Einrichtung. Inzwischen gehören dem Gremium 14 Persönlichkeiten an, die sich für die Hochschule einsetzen. Die „PUTZ“ stellt sie in den folgenden Ausgaben vor.
Seit Sabine Knapp-Lohmann 1995;im; Berliner! Büro der Leitung der Siemens AG die Verantwortung für Kontakte zu Hochschulen und Wissenschaft in den neuen Bundes
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ländern übernahm, setzt sie sich intensiv mit den Bildungsund Forschungseinrichtungen in der Region auseinander. „Mir ist klar geworden, welche Potentiale in der Innovationskraft und Forschungsleistung für die Entwicklung unseres Landes liegen.“ Ebenso wichtig ist ihr aber auch das Engagement der Wirtschaft und der persönliche Einsatz bei der Begleitung des laufenden Strukturwandels in den Hochschulen. Dies sei:ein Prozeß, den die Wirtschaft in vielerlei Hinsicht in den vergangenen Jah
Sabine Knapp-Lohmann Foto: privat
ren schon vollzogen hat. Deshalb könne sie der Universität mit Rat zur Seite stehen. Themen, die dem Kuratoriumsmitglied am Herzen liegen, stehen im Zusammenhang mit der
Einführung international anerkannter Studienabschlüsse und der damit verbundenen größeren Flexibilität der Studierenden. Aber auch für die Vermittlung des Praxisbezuges für Studierende und die Hilfe bei Existenzgründungen will sich Sabine Knapp-Lohmann einsetzen. Die 1945 in Bad Salzdetfurth Geborene hat einen Abschluß als Diplom-Bibliothekarin. Seit 1970 arbeitet sie in verschiedenen Niederlassungen der Siemens AG.„Daß ich mich persönlich in Zukunft mit besonderer Intensität für die Universität und die Universitätsbibliothek Potsdam einsetzen werde, ist mir eine ganz große Freude, da ich seit einem guten Jahr Potsdamerin und damit auch Brandenburgerin bin.“ B.E.