Heft 
(1.1.2019) 07
Einzelbild herunterladen

PUTZ 7/99

Wissenschaft aktuell

Akkreditierungsrat eingerichtet

Auf Beschluß der Kultusmi­nisterkonferenz(KMK) gibt es jetzt einen Akkredi­tierungsrat. Das Gremium soll. die fachlich-inhaltliche Begutachtung der neuen Bachelor- und Masterstudi­engänge koordinieren und dazu Agenturen zertifizie­ren, die diese Aufgabe übernehmen wollen. Damit soll sichergestellt werden, daß die Akkreditierungsver­fahren nach: fairen» und nachvollziehbaren Regeln ablaufen.

Zum Vorsitzenden wählte der Akkreditierungsrat den Mathematiker Prof. Dr. Karl-Heinz Hoffmann. Er ist Gründungsdirektor des Forschungszentrums CAE­SAR in Bonn und war von 1994 bis 1996 Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Das Sekretariat des Akkre­ditierungsrates ist bei der Hochschulrektorenkonfe­renz(HRK) angesiedelt. PUTZ

Studienpreis

Die Löwen-Club. Stiftung verleiht. wieder den seit 1997 jährlich vergebenen StudienpreisFreizeit und Spiel. in der Gesellschaft. Gefördert werden mit der Auszeichnung Abschlußar­beiten von Nachwuchswis­senschaftlern. Der unab­hängigen Jury müssen zu diesem Zweck herausragen­de Analysen, Prognosen, Modelle und Innovationen vorliegen, die auf eine sozi­al-, kultur- und umweltver­

trägliche Freizeit der Zu-:

kunft hinweisen. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 20000 DM. Als Einsende­schluß gilt der 31. Januar 2000. Weitere Auskünfte erteilt. Ingeborg. Barker, Vorstandsvorsitzende der Löwen-Club Stiftung, Tel.: 06721/407840. Nähere Informationen finden In­teressierte im Internet un­ter Hhttp://www.loewen­Club-stiftung. de. PUTZ

22

Platin, Savanne und Schadstoffe Projekt in Südafrika vor Start

Vor der Arbeitsgruppe Stoffdynamik in Geosyste­men am Zentrum für Um­weltwissenschaften der Uni Potsdam liegt eine eher un­gewöhnliche Arbeit. Der Grund: Die WUni-Wissen­schaftler wollen in enger Ko­operation mit Experten der Universität Pretoria den Einfluß einer Erzmine auf die Umwelt und die Lebens­qualität in der Region Kron­daal(Republik Südafrika) untersuchen.

\\. BOPH.}) \ a=

\ Ventersdorp

D\ BOPHUTHATSWANA| x \rıabane ANA

Grenzen angelangt. Das hat schon heute Konsequenzen. Man registriert eine erhöhte Anfälligkeit der Bevölkerung gegenüber Krankheiten und Ertragsdepressionen in der Landwirtschaft. Durch den Zu­zug von Wanderarbeitern wer­den weitere Probleme befürch­tet. Die äußern sich in Eigen­tumsproblemen durch uner­laubtes Aufstellen von Hütten auf Privatland, in der Zunahme von Kriminalität, in der Ver­schlechterung der EEE

Das Untersuchungsgebiet befindet sich in der Nähe RAT

Bei dem Projekt geht es insbe­sondere um das Mensch-Um­welt- Verhältnis, die Verände­rungen, die neue Arbeitskräfte in bestehende soziale Struktu­ren der Ortschaften einbrin­gen. Aber auch der Einfluß des Erzbergbaus und seiner Pro­dukte auf die Landwirtschaft sowie die Schadstoffdynamik und die Bewertung von Zwi­schenspeichern, wie Boden, Wasser, Luft und Organismen, soll eine Rolle spielen. Jene Platinmine, die den Ausgang der Untersuchung bildet, be­findet sich 100 km westlich von Pretoria im sogenannten Erz­gürtel Südafrikas. Das Gebiet ist von geringen und zudem stark periodischen Niederschlä­gen geprägt, so daß das Wasser das Hauptproblem darstellt. Das betrifft sowohl das Grund­wasserals! Hauch A Ober­flächenwasser. Bei starker Ver­seuchung mit Schadstoffen ist sogar die gesamte Wasserver­sorgung der Bevölkerung ge­fährdet. Die Belastung der At­mosphäre und des Bodens ist bereits jetzt teilweise an die

Zustände. Vor allem die sozio­geographischen Untersuchun­gen werden Aufgabe des süd­afrikanischen Partners sein. Über die Forschungsvorhaben von deutscher Seite herrscht ebenfalls Klarheit. So kommt der umfassenden chemischen und physikalischen Charakteri­sierung der zu untersuchenden Abschnitte grundlegende Be­deutung zu. Die Schwermetall­belastung, insbesondere durch Metalle der Platingruppe, er­fordert Aufmerksamkeit in der Analyse. Hierbei sollen Extrak­tionsverhalten und Bindungs­formen studiert werden. Auch das Entstehen von Dioxinen als Folge metallurgischer Prozesse interessiert..die.. Gruppe: Auf der Grundlage der gelieferten Werte erfolgen dann Untersu­chungen zur Fixierung und Aufnahme von Schwermetallen durch Pflanzen sowie deren Weg durch die Nahrungskette. Zur Überprüfung kommen zu­dem Vitalitätsbeeinträchtigun­gen und Streßverhalten von Nutzpflanzen wie Tabak oder Mais und Vertretern natürli­

©. X Hartbe PO

B Forts(dem 7 Re f. ME SVA A L7

cher Vegetation. Für das Funk­tionieren der Stoffkreisläufe in der Natur spielen Mikroorga­nismen eine wichtige Rolle. Darum werden sich auch Stu­dien mit ihrer Konzentration, einigen ihrer physiologischen Aktivitäten am Beispiel des Stickstoff-Kreislaufes beschäfti­gen. Auch mikrobiologisch-hy­gienische Untersuchungen von Böden, Schlänmen und Wäs­sern sollen nicht fehlen. Um aus der Vielfalt der zu erwar­tenden Ergebnisse Schlußfol­

S sork) Mabopane A)\

© Premier Mine

OC, M A ullinan CE

No erwoend dbürg BrankRorsts|

Zi bisan_

gerungen ziehen und Hypo­thesen aufstellen zu können, gibt es von Beginn an eine ex­akte Datenerfassung und-pfle­ge. Auf dem Programm steht nicht zuletzt die Überprüfung des Inhalts von in Südafrika gültigen Rechtsnormen. Das hat seinen Grund. Denn die Verfassung des Landes enthält das Recht auf eine gesunde und sichere Umwelt für jeden Bür­ger. Der Erzabbau in Südafrika befindet sich damit nicht im rechtsfreien Raum. Am Projekt selbst, so haben es sich die Uni-Wissenschaftler vorgenommen, sollen auch Studenten teilnehmen. Um deren Vorbereitung zu sichern, begleitet das Sprachenzentrum der Hochschule das Vorhaben. Das gesamte Arbeitsprogramm wurde in einem kürzlich veran­stalteten Workshop vorgestellt. Geplant ist, daß der Start des Projekts: mit Hilfe ‚einer EU­Förderung zu Beginn des Jah­res 2000 anlaufen kann. Prof. Dr. Ingo Schneider/ Institut für Ökologie und Naturschutz