Heft 
(1.1.2019) 07
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Personalia

PUTZ 7/99

Die Erinnerung bleibt

Am 7. Juni dieses Jahres ver­starb völlig unerwartet Prof. Dr. Werner Rieck, Inhaber der Professur für Neuere deutsche Literatur/Verglei­chende Literaturwissen­schaft am Institut für Ger­manistik der Uni Potsdam. Astrid Mathis, Studentin für deutsche und englische Lite­ratur, erinnert sich an ihn.

Blätterrascheln im Vorlesungs­raum. Noch ein paar Minuten, dann kommt er. Immer kor­rekt gekleidet, etwas altmo­disch vielleicht. Doch niemand mokiert sich darüber.

Wenn er an seine Kanzel tritt, kann man eine Feder zu Boden fallen hören. Seine Brille zu­rechtgerückt, greift er nach sei­nen vergilbten Notizen, die wohl schon so manche Vorle­sung überstanden haben. Er braucht nicht mal raufzuschau­en; es genügt, sie in der Hand zu halten.

Dann beginnt er:Meine Da­men und Herren es ist un­glaublich, wie oft er diese re­spektvolle Geste in seine Rede einzustreuen vermag. Und es ist keine Floskel, wenn er sie ausspricht.

Ich habe vorher nie jemanden diese Worte aussprechen hö­ren, der sie auch so meinte. Das müssen Sie sich mal vor­stellen... Ich kann nicht wie­dergeben, was darauf folgt, aber jedem einzelnen Gesicht ist anzumerken, daß sich jeder vorstellen kann.

Von Zeit zu Zeit fragt er:Se; hen Sie das? Ich sehe; ja, ich sehe, wie sich ganze Epochen vor meinem geistigen Auge aufbauen und weiß wieder, warum ich Literatur studiere. Ich höre Lessing durch ihn sprechen und bewundere seine Rezitationen.::- Nein, er rezi­tiert nicht, er ist es selbst. Eine leichte Unruhe kehrt in den Vorlesungssaal.Habe ich etwa überzogen? fragt er er­schrocken.Oh, entschuldigen Sie bitte! Ich wollte Sie nicht von den anderen Seminaren abhalten. Und mit teinem Lächeln: fügt rer hinzu:Es muß ja sehr unterhaltsam für Sie gewesen sein, daß Sie mich nicht unterbrochen haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerk­samkeit.

Wir haben zu danken. Er war.

Sonderurlaub

Die Landesregierung ist be­strebt, den Beschäftigten verschiedene Formen fle­xibler Arbeitszeit zu ermög­lichen. Eine Variante kann dabei sein, Vergütung durch Freizeit zu ersetzen. So wird Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeitern des Landes Brandenburg die Möglich­keit eröffnet, im Laufe eines Jahres bis zu 21 Kalenderta­ge unbezahlten Sonderur­laub in Anspruch zu neh­men. Die Regelung ist vor­erst bis zum 31. Dezember 2002 befristet.

Mehr Information zu der Möglichkeit des Sonderur­laubs und ein entsprechen­des Merkblatt sind bei der zuständigen Personalsachbe­arbeiterin im Dezernat für Personal- und Rechtsangele­genheiten erhältlich. PUTZ

Schwan Präsidentin

Die Berliner Politikwissen­schaftlerin Prof. Dr... Gesine Schwan ist neue Präsidentin der Europa- Universität Viadri­na Frankfurt(Oder). Ihr Amts­antritt erfolgte am 1. Oktober dieses Jahres. Damit löste die Wissenschaftlerin nun den er­sten Rektor der Einrichtung, Prof..Dr. Hans N. Weiler, von seiner Funktion ab. Gesine Schwan lehrte zuvor an der Freien Universität Berlin. Studiert hat sie Romanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Berlin und Freiburg/Breisgau. Die Viadrina wurde 1991 ge­gründet, der Studienbetrieb begann 1992. Heute sind an der Europa-Universität in drei Fakultäten rund 3000 Studen­ten aus über 30 Nationen im­matrikuliert, darunter ein Drit­tel aus Polen.

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Mit doppelter Promotion

Der Potsdamer Wissenschaft­ler Sebastian Braun ist der erste Deutsche mit einer deutsch-fran­ziölslischen Doppelpromo­tion. Der 27jährige promovierte 1999 an der Freien Universität Ber­lin und an der Universität Nantes und erhielt von beiden Hochschulen den Doktorgrad verlichen. Er forschte zum ThemaDie Rekrutierung von Eliten in Frankreich und Deutschland. Sporteliten im Vergleich zu Eliten in Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Der chemalige Fußballer ist seit 1997 an der Universität Potsdam beschäftigt. Gegen­wärtig arbeitet Braun am Ar­beitsbereich Sportsoziologie in einem ForschungsprojektZur Rolle der Sportvereine im po­litischen Transformationspro­zeß Ostdeutschlands.

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Foto: Tribukeit

Dank an Mitarbeiter

Nicht oft gibt es die Gelegen­heit, Dank zu sagen für Ein­satzbereitschaft und Leistun­gen in der täglichen Arbeit. Doch Unikanzler Alfred Klein will dies nunmehr einmal im Jahr ganz offiziell tun. Am 15. Juli dieses Jahres hatte er erst­mals alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung zu einem kleinen Empfang gela­den und sich bei allen herzlich für ihre Leistungen bedankt. Besonderer Dank galt Dr. Irma Bürger aus der Studienbera­tung. Für ihre zahlreichen In­itiativen für Studierende mit Behinderungen erhielt sie von Kanzler Klein eine Urkunde und eine Geldprämie.

Im Rahmen dieser Veranstal­tung bekamen auch langjähri­ge Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter der Hochschule Dan­kurkunden zum 25- bzw. 40jährigen Dienstjubiläum. Weitere langjährige Unimitar­beiter erhielten ihre Urkunden

am 3. September von Wissen­schaftsminister Steffen Reiche.

gl

Schering-Preis an Berridge Der im Februar dieses Jahres beim Leibniz-Kolleg der Uni Potsdam als Hauptreferent aufgetretene Prof. Sir Michael J. Berridge vom Babraham In­stitute, Cambridge,UK. hat kürzlich den Ernst-Schering­Preis 1999 ‚erhalten. Die: von der Schering Forschungsgesell­schaft vergebene Auszeich­nung ist mit 75.000 DM do­tiert. Berridge, bereits Inhaber zahlreicher Anerkennungen, wurde für seine grundlegen­den Arbeiten auf dem Gebiet der Calcium-Signalübertra­gung geehrt. PUTZ

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Großkopien Farbgroßkopien CAD-Plotservice Grafik-Art-Farbgroßdrucke

Scan mit Texterkennung Bindungen

Prof. Sir Michael J. Berridge Foto: Fritze