Heft 
(1.1.2019) 07
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PUTZ 7/99

Am Computer führt kein Weg vorbei

Uni-Wissenschaftler für mehr Informatik an Schulen

Zeitalter haben ihr Spezifi­kum. Im jetzigen scheint dazu die rasante Entwick­lung der Informatik hin zu einer wichtigen Schlüssel­technologie zu gehören. Um sie jedoch zu beherrschen und weiter voranzutreiben bedarf es eines tieferen Ver­ständnisses für die damit ver­bundenen Prozesse. Und hier hakt es vielerorts noch ge­waltig. Experten machen da­für nicht zuletzt das Mauer­blümchendasein der Infor­matik in den Schulen verant­wortlich. Auch Prof. Dr. An­dreas Schwill aus dem Insti­tut für Informatik der Uni­versität Potsdam beschäftigt sich mit dem Problem. Mit ihm sprach PUTZ-Redak­teurin Petra Görlich.

PUTZ: Informatik:- in: der Schule gibt es schon seit Mitte der 70er Jahre. Dennoch sind die Kenntnis-Lücken bei den Schulabgängern relativ groß. Woran liegt es?

Schwill: In Deutschland wird in den Schulen, je nach Bun­desland in unterschiedlicher Art, nur eine sogenannte infor­mationstechnische Grundbil­dung(ITG) im Pflichtbereich angeboten. Dies reicht aber im allgemeinen nicht aus, um not­wendige Kompetenz zu errei­chen, da sie sich vor allem auf die Vermittlung von Bedienfer­

tigkeiten und die Nutzung des Computers konzentriert. Zu einem souveränen Umgang mit Informatiksystemen gehört aber auch ein vertieftes Ver­ständnis für die unterliegenden Konzepte und Strukturen. PUTZ: Der Unterricht be­rührt demnach nur die Ober­fläche?

Schwill: Ja. Es mangelt an der Vermittlung von Hintergrün­den der Systeme. Die Schüler müßten hinter die Kulissen schauen können, um später wirklich in der Lage zu sein, die Technik zu beherrschen, zu bewerten und ihre Weiterent­wicklung mitzugestalten. Das eigentliche Problem liegt im Moment aber darin, daß Infor­matik lediglich im Wahlpflicht­bereich angesiedelt ist. Das al­

lein reicht nicht. Die bloße Richtschnur, informations­technologische Aspekte im

Rahmen der ITG immer dann zu vermitteln, wenn dazu im aktuellen Unterricht, sei es Deutsch, Mathematik oder ein anderes Fach, Anknüpfungs­punkte vorliegen, trägt der Be­deutung der Informationstech­nik nur unzureichend Rech­nung.

PUTZ:: Um. dieser Richt schnur zu folgen, kommt den Lehrern große Verantwortung zu. Wie werden sie dieser nach Ihrer Ansicht gerecht? Schwill: Sie haben Probleme.

Unter Fachleuten herrscht Einig­keit: Kenntnisse der Informatik werden künftig immer wichtiger, um den Anforderungen im Alltag und Beruf zu genügen. Das stellt Schulen wie Universitäten gleicher­maßen vor große Herausforderun­gen. Foto: zg.

Viele von ihnen sind nicht genügend aus-, fort- oder wei­tergebildet, um diese Anknüp­fungspunkte auch zu erken­nen, sie angemessen aufzube­reiten und umzusetzen. Man­ches läuft hier noch ins Leere. PUTZ: Abhilfe scheint dem­nach dringend nötig. Welche Chancen nehmen Sie wahr, an der Verbesserung der Situation mitzuwirken?

Schwill: Zum einen ist das In­stitut für Informatik seit vielen Jahren im Rahmen seiner sam­stäglichen Teilzeitstudiengän­ge intensiv in der Weiterbil­dung von Informatiklehrern engagiert. Zum anderen pfle­gen wir den konkreten Kon­takt zu Schulen. Gerade be­gonnen hat beispielsweise eine Zusammenarbeit mit der Pots­damer Lenn&-Schule, die sich auf dem Gebiet der Informa­tik, insbesondere im Sekundar­

Fachliteratur im Netz

Literaturrecherche vom eige­nen Rechner aus wird immer effektiver: Über http://info.­ub.uni-potsdam.de/ lassen sich mit dem von der Unibi­bliothek abonnierten Dienst SwetsNet die Inhaltsverzeich­nisse von rund 14000 Zeit­schriften durchforsten.

Ab sofort sind alle 1000 Zeit­schriftentitel der Verlagsgrup­pe Elsevier für Angehörige der Uni Potsdam verfügbar. Wer das Angebot nutzen will, gibt die Adresse http://www.­sciencedirect.com/ ein und klickt<group-wide login> an. Darauf erscheint die Frage

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nach einem(noch nicht vor­handenen) Paßwort, die mit <cancel> beantwortet werden muß. Anschließend klickt man <create a personal profile> und erhält Nutzernamen und Paßwort. Bei der nächsten Sit­zung kann man sich mit<per­sonal login> anmelden. Die Nutzung der Artikel ist ko­stenlos, solange nicht ganze Hefte oder Jahrgänge kopiert werden. Grundlage dieses Ab­kommens ist ein Vertrag des brandenburgischen Friedrich­Althoff-Konsortiums mit Reed-Elsevier. Dem Konsorti­um gehört auch die Uni Pots­dam: an, vertreten durch. die Uni-Bibliothek. ar/Biblio

Medien

bereich I, stärker profilieren möchte. Das Projekt sieht die Unterstützung der Schule durch Mitarbeiter unseres In­stituts bei Kursen zu ausge­wählten Themen und bei Ex­kursionen vor. Qualifizierte Schüler können bei uns ferner Praktika oder kleine For­schungsarbeiten absolvieren. Diese Kooperation ist für uns im übrigen kein Neuland. Er­fahrungen gibt es in ähnlicher Weise auch mit Schulen in Herrmannswerder oder Kö6ö­nigs Wusterhausen.

PUTZ: Ganz praxisbezogen war auch die gerade beendete, gemeinsam von der Gesell­schaft für Informatik e.V.(GI), dem zuständigen Fachaus­schuß und der Uni Potsdam veranstaltete 8.GI-Fachtagung INFOS99-Informatik und Schule. Worum ging es? Schwill: Diesmal lautete das ThemaFachspezifische und fächerübergreifende didakti­sche Konzepte. Damit stand die Fachdidaktik im Zentrum des Interesses. Die Teilnehmer widmeten sich der Frage, wie Gegenstände der Informatik Schülern unterschiedlicher Jahrgangsstufen vermittelt werden können, sowohl im kerninformatischen Bereich als auch fächerübergreifend. Zur Veranstaltung kamen neben Wissenschaftlern im übrigen viele Lehrer,die ‚die Chance zur Weiterbildung nutzten. Das macht mich optimistisch für die Zukunft.

PUTZ: Ich; danke Ihnen für das Gespräch.

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