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(1.1.2019) 08
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Fortsetzung von Seite 12

Neuer E-Mail Server

An der Uni Potsdam können keine Flugzeuge abstürzen. Dennoch befassen sich Mitar­beiter der ZEIK, der Verwal­tung und einzelner Institute seit einem guten Jahr mit dem Problem bei den PCs, Netz­werken, Telefonanlagen und großen Experimenten in den Naturwissenschaften. Meist reicht es aus, die Softwarefeh­ler mit Programmaktualisie­rungen; zu beheben. Doch manchmal muss die gesamte Hardware ausgetauscht wer­den. Wie beim zentralenMail Server.Der ist definitiv nicht Jahr-2000 kompatibel, sagt Systemadministrator Michael Seydewitz. Etwa 10000 Studenten, Mitarbeiter und Dozenten haben in der ZEIK ihren elektronischen Briefkasten. Doch der gleich nach der Wende angeschaffte Server von Hewlett-Packard lässt sich nicht mehr nachrü­sten. Der neue Server soll im November eingesetzt werden. Kosten: Rund 50000 Mark. Dann geht alles schneller, und Mitarbeiter können von ihren Speicherplatz im Netz von 20 MB auf 40 MB aus­weiten, freut sich Seydewitz. Von der Umstellung selber sol­len die Nutzer wenig merken, der Mail-Verkehr soll nur für eine Stunde unterbrochen wer­den.Das machen wir mor­gens, wenn nicht viel Betrieb ist.

(Fast) Kein Problem

mit PCs

Die vielen; PC's in.der: Uni müssen zum Glück nicht er­setzt werden. Die Tischrechner gelten als sicher. Ausnahme: Die Computer mit 386er und 486er Prozessoren. Aber auch diese Rechner lassen sich oft noch mit neuer Softwareret­ten(siehe Kasten).

Auch die Chemiker und Physi­ker mussten sich mit dem Mil­lenium-Fehler befassen. Mat­thias Heydereich leitet im Fachgebiet Chemie den Be­reich Nuclear-Magnetic-Reso­nanc. Gleichzeitig betreut er ein Kern-Resonanz-Spektro­meter+(KRS);: mit dem. die dreidimensionale Struktur von Substanzen aufgeklärt wird.

Aus diesen Analysen können neue Substanzen, etwa für Pflanzenschutzmittel, entste­hen.Das KRS ist von 1991, da hat man an das Jahr-2000­Problem noch nicht gedacht, sagt Heydenreich. Ohne neue Software könne die Anlage im kommenden Jahr keine Mes­sergebnisse mehr ausdrucken. Im November soll daher ein Software-Update des Herstel­lers das Problem beheben.

Physik und Chemie

Auch die Physiker plagt das Jahr-2000-Problem. Jochen Stahn, wissenschaftlicher Mit­arbeiter in der Strukturanalyse, und seine Kollegen halten je­doch nur einen einzigen Mess­platzrechner an einem Pulver­difraktometer fürkritisch. Doch hier muss der Jahr­2000-Test noch warten, bis alle Daten auf dem Rechner ausgewertet wurden.Dem­nächst sind die Kollegen fertig,

Muss nicht umgestellt werden.

dann ist es nicht so schlimm, wenn der Computer verrückt spielt.

Die:Laser: vonDieter; Lorenz am Institut für Photonik sollen nach Angaben der Hersteller keine Probleme mit dem Jahr 2000 haben. Lorenz ist davon aber nicht ganz überzeugt: Warten wir mal ab und lassen uns überraschen. Schlimm­stenfalls fallen in den ersten Wochen des neuen Jahren die Laserexperimente aus.

In der Verwaltung der Uni muss man dagegen die gesam­te Software für die Personal­und Stellenverwaltung auf den neuesten Stand bringen. Ob­wohl die SoftwareHochschu­

linformationssytem(HIS) erst zwei Jahre alt ist, muss Lieselotte Fortmann von der ZEIK etwa 80 Softwaremodu­le im Personaldezernat nachin­stallieren:Dafür rechnen wir sieben bis 14 Arbeitstage ein. Dieter-Ingo Kuhlmann, Syste­madministrator für das Dezer­nat Studienangelegenheiten, schätzt, dass jedes der fünf De­zernate der Uni so lange mit dem Jahr-2000-Problem be­schäftigt ist.

Das Telefon bleibt still

Von alle dem merken die mei­sten Uni-Angehörigen nichts. Lediglich die Umstellung der Telefonanlage stört den nor­malen Betrieb.Drei Wochen hat es gedauert, die Manage­ment-Software der Anlage zu erneuern, sagt Gisela Walter, zuständige Technikerin für die Telekommunikation. Die Ge­bührenabrechung und die elektronische Vermittlung zwi­

Foto: Fritze

schen den 3000 Telefonen der Uni wird mit mehreren PCs im Haus 8, Am Neuen Palais, gesteuert. Die Softwarefach­leute von Hersteller Bosch­Telecom mussten das fast zehn Jahre alte Programmpaket komplett austauschen und we­gen neuer Datenbankformate die alten Daten der Telefonan­lage manuell übertragen.

In den einzelnen Komplexen dauert das nicht so lange, sagt Walter. Botanik, Neues Palais, Golm, die Zoologie, der Park und die Gutenbergstraße ha­ben ihre eigenen Telefonanla­gen mit den Softwaremodulen für Funktionen wie Umlei­tung, oder Wahlwiederholung.

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Dabei werden Updates von einem Magnetband einge­spielt, erklärt Walter. Das dauere- je nach Größe der An­lage- bis zu drei Stunden. So lange müsse das Telefon in die­sen Bereichen Ende November ausfallen. Walter:Ursprüng­lich sollte die Software im Au­gust, in den Semesterferien, er­neuert werden. Doch auch bei Bosch-Telecom hat man das Jahr-2000-Problem unter­schätzt. Die Techniker konn­ten erst mit dreimonatiger Ver­spätung anrücken. mf

Infos zum Jahr-2000-Pro­blem gibtes auch bei der Bundesregierung im Inter­net unter http://www.info­jahr-2000.de

Das Land Brandenburg hat ein Info-Telefon eingerich­tet(0331-866-7777) und eine Broschüre herausgege­ben, die in Ämtern und Kommunen ausliegt.

Techniker der Uni Potsdam Am Neuen Palais, Marco Klein; Tel.: 977-1115 Golm, Jens Tebner, Tel:: 977-2660

Babelsberg, Matthias Ker­sch, Tel.: 977-3373

Innovationspreis

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BB