Heft 
(1.1.2019) 05
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Titel

PUTZ 5/00

Fortsetzung von Seite 4

chen uns befördert wird. Wir beziehen in unsere Struktur­diskussion immer die Möglich­ceit ein, wie wir arbeitsteilig nit Berliner Hochschulen vor­chen können, so beispiels­veise bei der Lehrerbildung. is gibt auch bereits Signale jafür, dass von Berliner Seite jer Wunsch besteht, die Zu­ammenarbeit zu intensivieren. ch denke aber, es sollte nicht vieder so ablaufen, dass die miteinander

linisterien ver­

jandeln, die Hochschulen vor der Tür stehen und wir ınterher vor vollendete Tatsa­

hen gestellt werden.

Ind wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Eu­opa-Universität Viadrina in rankfurt(Oder)?

‚oschelder: Wir haben gegen­värtig gewisse Interessenge­‚ensätze. Ich kann gut nach­ollziehen, dass die Viadrina vachsen will. Es läuft aber of­ensichtlich derzeit darauf hin­us, dass sich dies auf unsere kosten vollziehen soll, dass wir Iso als Ausbauressource für

Viadrina dienen sollen.

Nicht zuletzt unsere Struktur­

die

liskussion aber zeigt, dass wir virklich nichts zu verschenken 1aben. Das heißt, wir werden liese Versuche der Viadrina nit allen Mitteln abwehren. Wenn es jedoch Möglichkeiten der Kooperation gibt, wollen wir sie nutzen und gemeinsam Ideen entwickeln.

Neben der Strukturdiskus­sion haben Sie die Univer­sität aufgerufen, über ihr Selbstverständnis, ihr Leit­bild zu diskutieren. Welchen

Zusammenhang sehen Sie hier? Loschelder: Die Strukturdis­

kussion müssen wir aufgrund von Außenzwängen in einem sehr engen Zeitraum bewälti­gen, denn wir müssen auf das Wissenschaftsratsgutachten in angemessener Zeit reagieren. Darüber hinaus verschlechtern sich die Rahmenbedingungen ständig, so dass wir möglichst rasch zu Strukturentscheidun­gen kommen Und natürlich existiert auch der Druck von Seiten der Politik. Außerdem müssen Studi­engänge genehmigt oder Rufe erteilt werden.

Bei der Leitbilddiskussion sieht das ganz anders aus. Hier ist es ganz wichtig, dass sie langfri­stig und in möglichst großer Breite geführt wird, dass sie im Ergebnis die Identifikation der Mitglieder mit der Universität erhöht. Bei der Leitbilddiskus­sion geht es um Visionen, wie auf lange Sicht die Universität aussehen und sich entwickeln soll. Insgesamt verlangen aber beide Prozesse, dass sie auf breiter Basis gestaltet werden. So erhoffe ich mir von den Fa­kultäten und Einrichtungen konstruktive Vorschläge trotz Rahmenbe­

müssen.

der schwierigen dingungen. Vielen Dank für das Ge­

spräch.

Erste Weichen gestellt

Für die weitere Entwick­lungsplanung der Uni Pots­dam hat das Rektorat erste Weichen gestellt. So hat es acht Profilbereiche herausge­arbeitet und der Uni zur Dis­kussion gestellt. Auf diese sollen die Fakultäten später ihre Schwerpunktbereiche ausrichten. Im einzelnen sind dies die Profilbereiche Com­plex Systems; Earth Sciences; Life Sciences; Soft Matter; Wirtschaft, Institutionen, Verwaltung; Kognitionswis­senschaft und das Potsdamer Modell der Lehrerbildung

Erzie­sowie

einschließlich der hungswissenschaften der Bereich Europäische Kul­turen im Vergleich. Darüber hinaus erwägt das Rektorat ein Moratorium, die Studi­engänge Diplom Musikpäda­gogik/Musikalische Früher­ziehung, Lehramt Sonderpä­dagogik und Diplom Sozio­logie für ein Jahr auszusetzen. Diese Entscheidung geht zurück auf die Empfehlung des Wissenschaftsrates. Eine endgültige Klärung über die Zukunft dieser Studiengänge steht aber noch aus. PUTZ

Nachgefragt bei Wilma Simon

Ich bin im übrigen auch da­von überzeugt, dass wir die Potsdamer Uni nicht bräuchten, erklärte die brandenburgische Finanzmi­nisterin, Dr. Wilma Simon, auf einer Veranstaltung der Juso-Hochschulgruppe Ende April diesen Jahres. Erstau­nen über solcherart politi­scher Meinungsäußerung veranlasste die PUTZ-Re­daktion, die Ministerin nach den Hintergründen zu befra­gen.

Den Medien konnten wir entnehmen, dass Sie der Auf­fassung sind, dass sich das Land Brandenburg beim Hochschulausbau übernom­men habe. Vertreten Sie an­gesichts der Tatsache, dass Brandenburg das Schluss­licht bei den Hochschulaus­gaben bundesweit darstellt, wirklich diese Auffassung? Simon: Brandenburg ist ein armes Bundesland. Der Haus­halt des Landes wird auch nach

Finanzministerin Dr. Wilma Simon

Foto: zg.

Jahren Aufbauarbeit noch zu über 50 Prozent aus Transferzahlungen von Bund, den westdeutschen Ländern und EU-Mitteln finanziert. Das heißt, unsere Steuerkraft reicht überhaupt nicht aus, die Landesaufgaben zu finanzie­ren. Deshalb hat sich das Land mit insgesamt 25 Milliarden DM verschuldet, das sind mehr als 10.000 DM pro Einwoh­ner. Dafür zahlen wir inzwi­schen pro Jahr 1,5 Milliarden DM Zinsen. Diese

zehn

immense

Verschuldung resultiert auch aus dem gleichzeitigen Auf­und Ausbau von neun neuen Hochschulen im Lande. Struk­turell waren und sind diese Hochschulen sicherlich sinn­voll; ob alle und an allen Stan­dorten darf man kritisch hin­terfragen, hilft aber nicht! viel weiter. Ich bin daher der Auf­fassung, dass sich das Land beim Aufbau seiner Hoch­schullandschaft finanziell in der Tat übernommen hat.

Sie bemerkten weiterhin, dasswir die Potsdamer Uni nicht| bräuchten.} Welche Gründe haben Sie, ausge­rechnet die Uni Potsdam als größte Ausbildungsstätte des Landes in Frage zu stellen? Simon: Ich habe nicht be­merkt, dasswir die Potsdamer Uni nicht bräuchten) sondern ausdrücklich versucht, dass ich gäbe es theoretisch noch ein­mal die Chance der Neugrün­dung anstelle des Aufbaus der Universität Potsdam eine vernünftige Kooperation mit der Berliner Hochschulland­schaft bevorzugt hätte. Also keine Doppelstrukturen schaf­fen, sondern Vorhandenes nut­zen. Diese theoretische Mög­lichkeit existiert aber nicht mehr. Deshalb stelle ich auch den Standort nicht infrage. Also keine Sorge: Die Potsda­mer Universität wird sich wei­ter entwickeln. Vielen Dank spräch.

für das Ge­

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