Titel
PUTZ 5/00
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chen uns befördert wird. Wir beziehen in unsere Strukturdiskussion immer die Möglichceit ein, wie wir arbeitsteilig nit Berliner Hochschulen vorchen können, so beispielsveise bei der Lehrerbildung. is gibt auch bereits Signale jafür, dass von Berliner Seite jer Wunsch besteht, die Zuammenarbeit zu intensivieren. ch denke aber, es sollte nicht vieder so ablaufen, dass die miteinander
linisterien ver
jandeln, die Hochschulen vor der Tür stehen“ und wir ınterher vor vollendete Tatsa
hen gestellt werden.
Ind wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Euopa-Universität Viadrina in ’rankfurt(Oder)?
‚oschelder: Wir haben gegenvärtig gewisse Interessenge‚ensätze. Ich kann gut nachollziehen, dass die Viadrina vachsen will. Es läuft aber ofensichtlich derzeit darauf hinus, dass sich dies auf unsere kosten vollziehen soll, dass wir Iso als Ausbauressource für
Viadrina dienen sollen.
Nicht zuletzt unsere Struktur
die
liskussion aber zeigt, dass wir virklich nichts zu verschenken 1aben. Das heißt, wir werden liese Versuche der Viadrina nit allen Mitteln abwehren. Wenn es jedoch Möglichkeiten der Kooperation gibt, wollen wir sie nutzen und gemeinsam Ideen entwickeln.
Neben der Strukturdiskussion haben Sie die Universität aufgerufen, über ihr Selbstverständnis, ihr Leitbild zu diskutieren. Welchen
Zusammenhang sehen Sie hier? Loschelder: Die Strukturdis
kussion müssen wir aufgrund von Außenzwängen in einem sehr engen Zeitraum bewältigen, denn wir müssen auf das Wissenschaftsratsgutachten in angemessener Zeit reagieren. Darüber hinaus verschlechtern sich die Rahmenbedingungen ständig, so dass wir möglichst rasch zu Strukturentscheidungen kommen Und natürlich existiert auch der Druck von Seiten der Politik. Außerdem müssen Studiengänge genehmigt oder Rufe erteilt werden.
Bei der Leitbilddiskussion sieht das ganz anders aus. Hier ist es ganz wichtig, dass sie langfristig und in möglichst großer Breite geführt wird, dass sie im Ergebnis die Identifikation der Mitglieder mit der Universität erhöht. Bei der Leitbilddiskussion geht es um Visionen, wie auf lange Sicht die Universität aussehen und sich entwickeln soll. Insgesamt verlangen aber beide Prozesse, dass sie auf breiter Basis gestaltet werden. So erhoffe ich mir von den Fakultäten und Einrichtungen konstruktive Vorschläge trotz Rahmenbe
müssen.
der schwierigen dingungen. Vielen Dank für das Ge
spräch.
Erste Weichen gestellt
Für die weitere Entwicklungsplanung der Uni Potsdam hat das Rektorat erste Weichen gestellt. So hat es acht Profilbereiche herausgearbeitet und der Uni zur Diskussion gestellt. Auf diese sollen die Fakultäten später ihre Schwerpunktbereiche ausrichten. Im einzelnen sind dies die Profilbereiche Complex Systems; Earth Sciences; Life Sciences; Soft Matter; Wirtschaft, Institutionen, Verwaltung; Kognitionswissenschaft und das Potsdamer Modell der Lehrerbildung
Erziesowie
einschließlich der hungswissenschaften der Bereich Europäische Kulturen im Vergleich. Darüber hinaus erwägt das Rektorat ein Moratorium, die Studiengänge Diplom Musikpädagogik/Musikalische Früherziehung, Lehramt Sonderpädagogik und Diplom Soziologie für ein Jahr auszusetzen. Diese Entscheidung geht zurück auf die Empfehlung des Wissenschaftsrates. Eine endgültige Klärung über die Zukunft dieser Studiengänge steht aber noch aus. PUTZ
Nachgefragt bei Wilma Simon
„Ich bin im übrigen auch davon überzeugt, dass wir die Potsdamer Uni nicht bräuchten“, erklärte die brandenburgische Finanzministerin, Dr. Wilma Simon, auf einer Veranstaltung der Juso-Hochschulgruppe Ende April diesen Jahres. Erstaunen über solcherart politischer Meinungsäußerung veranlasste die PUTZ-Redaktion, die Ministerin nach den Hintergründen zu befragen.
Den Medien konnten wir entnehmen, dass Sie der Auffassung sind, dass sich das Land Brandenburg beim Hochschulausbau übernommen habe. Vertreten Sie angesichts der Tatsache, dass Brandenburg das Schlusslicht bei den Hochschulausgaben bundesweit darstellt, wirklich diese Auffassung? Simon: Brandenburg ist ein armes Bundesland. Der Haushalt des Landes wird auch nach
Finanzministerin Dr. Wilma Simon
Foto: zg.
Jahren Aufbauarbeit noch zu über 50 Prozent aus Transferzahlungen von Bund, den westdeutschen Ländern und EU-Mitteln finanziert. Das heißt, unsere Steuerkraft reicht überhaupt nicht aus, die Landesaufgaben zu finanzieren. Deshalb hat sich das Land mit insgesamt 25 Milliarden DM verschuldet, das sind mehr als 10.000 DM pro Einwohner. Dafür zahlen wir inzwischen pro Jahr 1,5 Milliarden DM Zinsen.‘ Diese
zehn
immense
Verschuldung resultiert auch aus dem gleichzeitigen Aufund Ausbau von neun neuen Hochschulen im Lande. Strukturell waren und sind diese Hochschulen sicherlich sinnvoll; ob alle und an allen Standorten darf man kritisch hinterfragen, hilft aber nicht! viel weiter. Ich bin daher der Auffassung, dass sich das Land beim Aufbau seiner Hochschullandschaft finanziell in der Tat übernommen hat.
Sie bemerkten weiterhin, dass„wir die Potsdamer Uni nicht| bräuchten“.} Welche Gründe haben Sie, ausgerechnet die Uni Potsdam als größte Ausbildungsstätte des Landes in Frage zu stellen? Simon: Ich habe nicht bemerkt, dass„wir die Potsdamer Uni nicht bräuchten“) sondern ausdrücklich versucht, dass ich — gäbe es theoretisch noch einmal die Chance der Neugründung— anstelle des Aufbaus der Universität Potsdam eine vernünftige Kooperation mit der Berliner Hochschullandschaft bevorzugt hätte. Also keine Doppelstrukturen schaffen, sondern Vorhandenes nutzen. Diese theoretische Möglichkeit existiert aber nicht mehr. Deshalb stelle ich auch den Standort nicht infrage. Also keine Sorge: Die Potsdamer Universität wird sich weiter entwickeln. Vielen Dank spräch.
für das Ge
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