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Wissenschaft aktuell!
Spaß bestimmt die Regeln
Sport jenseits von Verbänden und Organisationen
Feste Trainingsprogramme, aufreibende Wettkämpfe, steter Leistungsdruck sind ihre Sache nicht. Die Rede ist von denen, die große Hallen und Stadien eher meiden und doch munter Sport treiben. Aber eben anders als im herkömmlichen Verein. Mit den sogenannten informellen Sportengagements hat sich jetzt Dr. Stephan Telschow aus dem Institut für Sportwissenschaft der Uni Potsdam wissenschaftlich beschäftigt. Er wollte ergründen, worin die Unterschiede zum vereinsorganisierten Sport bestehen und was den Reiz gerade dieses Metiers ausmacht.
Telschow hat bei insgesamt 45 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren nachgefragt. Die ausführlichen Interviews konzentrieren sich dabei auf die Sportpraktiken und -biographien sowie auf die Einordnung der Aktivitäten in die alltägliche Lebensführung. Alle in die Untersuchung Einbezogenen widmen|. sich Trendsportarten. Sie spielen Streetball und Beachvolleyball, begeistern sich für Inline-Skating und Skateboarding. Recherchiert hat der Wissenschaftler im ganzen Land Brandenburg.„Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, aber doch typisch für den Osten Deutschlands“, sagt er im nachhinein.
Phänomen Trendsport Als wesentlichen Vorzug informeller Sportengagements nennen die Jugendlichen die vorhandene Flexibilität. Sie gewinnen nach ihrer Ansicht Spielräume, können den Sport nicht nur schlechthin treiben, sondern ihn leben. Und es gibt keine zeitlichen Zwänge. Verlieren sie die subjektiven Beweggründe für das Engagement, hören sie damit auf. Trendsportarten üben demnach zunächst eine gewisse Sogwirkung aus, stellen jedoch ein zeitlich begrenztes Phäno
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men dar und unterliegen rapiden Veränderungen. Dennoch: Der Spaß steht bei den Akteuren ganz oben. Während nach Erkenntnissen Telschows Vereinsmitglieder als Gründe für das organisierte Training oft auch den Wunsch der Eltern nach sinnvoller Beschäftigung ihrer Kinder angeben, habe er bei den Befragungen der Trendsportler anderes erfahren. “Das muss ich einfach machen, es ist wie eine Droge für mich“, lautet nur eines der Beispiele. Der Uni-Mitarbeiter verweist auf weitere Vorteile jener Sportengagements.„Sie können mit ganz verschiedenen Orientierungen und Erwartungen organisiert werden“, konstatiert er.„Die vertrauensbasierten Gruppenstrukturen sorgen zudem für wenige Konfliktsituationen und führen nur selten zu Hierarchien.“
Keine Notlösung
Eine große Rolle spielen auch die existierenden Freiräume, durch den eigenen Stil an Individualität zu gewinnen. Die
Reiz“, meint der Uni-Wissenschaftler. Für ihn gibt es auch die dem Trendsport oft zugeordnete Medienhörigkeit nicht.„Die industriell vorgefertigten Muster werden kreativ und variantenreich abgeändert“, lehnt er den Vorwurf ab.
In der Untersuchung zeigt sich eine ambivalente Haltung der Jugendlichen zu den Sportvereinen. Die Gründe dafür hängen offensichtlich mit Vorerlebnissen zusammen. Gab es dort Misserfolge, ist heute die Ablehnung groß. Andererseits scheinen jedoch auch manche Jungen und Mädchen auf gemachten Erfahrungen, etwa bei Trainingsmethoden, aufzubauen. Viele von ihnen sind sogar noch im Verein organisiert und üben den Trendsport parallel dazu aus.
Telschow weiß um die dort existierenden Potenzen für die Entwicklung der Persönlichkeiten. Deshalb plädiert er vehement für die Förderung der informellen Sportengagements. Mit Nachdruck richtet
Bis zu 15 Prozent der Jugendlichen betreiben intensiv informellen Sport. Das Kegt deutlich unter der Mitgliedschaftsquote der Sportvereine. Foto: Telschow
jungen Leute nutzen die Chance, sich über den Sport kreativ. zu entfalten. Für sie, unterstreicht Telschow, stelle das Öffentliche Sporttreiben durchaus keine Notlösung dar. Ganz im Gegenteil.„Den informellen Sportengagements messen die Jugendlichen einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert bei. Sie unterliegen bewusst ihrem besonderen
sich der Kenner des Problems an zwei Adressen: die Kommunen, die die örtlichen Bedingungen dafür verbessern sollten, und die Vereine. Denn hier sollte man nach seiner Auffassung endlich über den Tellerrand schauen.„Die Jugendlichen brauchen Unterstützung“, so sein Fazit.„Das müssen sich beide Seiten auf die Fahnen schreiben.“ P.G.
Förderpreise
Der Landesverband Berlin der gewerblichen Berufsgenossenschaften vergibt Förderpreise auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheits schutzes. Verlicehen werden die Anerkennungen im Gesamtwert von 20.000 DM für wissenschaftliche Arbeiten, die einen hohen Praxisbezug aufweisen. Um die Prämierung können sich Absolventen und Studierende der. Unis und Fachhochschulen in den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bewerben. Alle Unterlagen müssen bis zum 31. August dieses Jahres eingereicht sein Landesverband Berlin, Mecklenburg
gewerbl:;
beim Brandenburg, Vorpommern der chen Berufsgenossenschafte (Prof. Dr. Günter Hanschke), Fregestrasse 44, 12161 Berlin. Mehr Infos erteilt Harald Riedel unter Tel. 030/85781160.
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Prüfungen
Im Prüfungsjahr 1999 wurde nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg 3051 Abschlussprüfungen vor den Prüfungsämtern der Hochschulen und den drei Landesprüfungsämtern abgelegt. 3027 Abschlussprüfungen gingen dabei erfolgreich aus. Allein 60 Prozent wurden nach dem ersten Hochschulstudium bestanden. Alle anderen Examen erfolgten nach weiterführenden Studien.
Den überwiegenden Anteil aller geglückten Prüfungen, 41 Prozent, machten Prüfungen in einem Fach der KRechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus. Genau 23 Prozent wurden in einem Fach der Sprach- und Kulturwissenschaften und 14 Prozent in einer Ingenieurwissenschaft bestanden. PUTZ
Universitätszeitung PUTZ online unter: http://www. uni-potsdam.de/ u/putz/index.htm