Heft 
(1.1.2019) 05
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Wissenschaft aktuell

PUTZ 5/00

Uhren ticken anders

Ländlicher Jugendsport mit Defiziten

Für die allermeisten Jugend­lichen auch in ländlichen Regionen gehört der Sport zu den alltäglichen Selbst­verständlichkeiten. Sich am Sport zu beteiligen, ist zu ei­ner jugendspezifischen Alter­snorm geworden. Wer sich im Sport nicht engagiert, läuft Gefahr, zum Außensei­ter zu werden.

Dies ist das zentrale Ergebnis eines Forschungsprojekts, das vom Arbeitsbereich Sportso­ziologie an der Universität Potsdam in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, mit dem Lan­dessportbund Brandenburg ‚und der Brandenburgischen Sportjugend durchgeführt wurde. 2.400 Schüler im Alter | zwischen 12 und 19 Jahren | antworteten auf Fragen der Wissenschaftler. Sie alle kamen "aus den Landkreisen Märkisch­Oderland, Uckermark und Barnim.

Annähernd drei Viertel von ih­nen treiben demnach mehr­mals in der Woche Sport. Le­diglich 13 Prozent stufen sich als Gelegenheitssportler ein. Die Nichtsportler bleiben Aus­nahmefälle. Immerhin jeder fünfte Jugendliche bezeichnet das Sporttreiben als seine wichtigste Freizeitaktivität, will aufseinen Sport unter kei­nen Umständen verzichten.

Der Sportverein Sportvereine gehören neben der Freiwilligen Feuerwehr und dem Jugendclub zu den wenigen Freizeiteinrichtun­gen, die den Jugendlichen in ländlichen Gemeinden über­haupt zugänglich sind. 40 Pro­zent der Jugendlichen sind derzeit Mitglied eines Sport­vereins. Der Sportverein steht damit unter den organisierten Gesellungsformen der Jugend­lichen an der Spitze. Zum Ver­gleich: sieben Prozent gehören einer kirchlichen, ein Prozent einer politischen Jugend­8ruppe an.

In kleinen Gemeinden findet jedoch nur jeder zweite Ju­

gendliche einen Sportverein an seinem Wohnort vor. Wer sich dennoch am vereinsorganisier­ten Sport beteiligen möchte, muss weite Wege und Fahrtko­sten in Kauf nehmen, um Sportvereine in Nachbarorten zu erreichen. Vor allem die El­tern werdeneingespannt, um die Transportprobleme zu lösen.

Aber auf dem Land fehlen nicht nur Sportvereine. Viele Sportvereine verzichten offen­bar auch auf eine Jugendarbeit. Immerhin jeder fünfte Sport­

gements von Jugendlichen in ländlichen Regionen enthält nicht nur sport- und jugend­politisch brisante Daten. Er schließt zugleich mit Empfeh­lungen und Vorschlägen zur Förderung einer sportbezoge­nen Jugendarbeit. Sie ranken sich um drei zentrale Thesen: Zum einen geht es dabei darum, dass die Sportvereine den Selbstanspruch der Sport­organisationen ernstnehmen und so etwas wie einesportli­che Grundversorgung auf dem Land sicherstellen müs­

Auch auf dem Lande ist König Fußball beliebt. Hier ist allerdings das Spiel ums runde Leder oft das einzige Angebot ansässiger Sportvereine. Die

Mädchen haben damit nicht selten ein Problem.

verein in kleineren, ländlichen Gemeinden hat keine männli­chen, sogar jeder zweite Sport­vereine führt keine weiblichen Jugendlichen als Mitglieder. Also: Auch wenn Sportvereine mancherorts in der Gemeinde existieren, möglicherweise sind es Vereine ohne Jugendliche! Hinzu kommt, dass sich die in ländlichen Regionen dominie­renden Kleinstvereine auf we­nige Sportarten konzentrieren. In weit mehr als der Hälfte der ländlichen Sportvereine wird Fußball gespielt. Damit haben es vor allem Mädchen schwer, das Richtige zu finden. Man orientiert sich offenbar weit mehr an den Jungen als an ih­nen.

Nachholebedarf

Der jetzt von Jürgen Baur und Ulrike Burrmann vorgelegte Bericht überDie Sportenga­

Foto: Archiv

sen. Sie dürfen ihre Jugendar­beit nicht nur auf die männli­chen Jugendlichen als Nach­wuchssportler konzentrieren. Vielmehr müssen Chancen­gleichheiten hergestellt wer­den. Eine forcierte Förderung derMädchenarbeit sei ge­rade in ländlichen Sportverei­nen dringend geboten. Die Wissenschaftler betonen die pädagogische Qualität der ver­einsorganisierten Jugendar­beit. Deshalb fehlt auch nicht der Hinweis auf den Anspruch auf staatliche Förderung im Sinne des Kinder- und Jugend­hilfegesetzes. Damit könne nach ihrer Ansicht die staatli­che Jugendpolitik einen we­sentlichen Beitrag zum Abbau von Benachteiligungen junger Menschen im ländlichen Raum leisten.

Stephan Telschow/Institut für Sportwissenschaft

Für attraktivere Mathematik

Einen Wettbewerb unter dem TitelPerspektiven der Mathematik an der Schnitt­stelle von Schule und Uni­versität hat die Volkswagen­Stiftung ins Leben gerufen. Angesprochen sind Univer­sitäten und Fachhochschu­len.

Hintergrund der Aktion bil­den die im internationalen Vergleich nur durchschnittli­chen Leistungen im Fach so­wie das geringe Interesse an der Disziplin bei jungen Leu­ten in Schule und Hoch­schule. Jetzt will man des­halb Initiativen fördern, die die Attraktivität der Mathe­matik und das Bewusstsein für ihre Bedeutung fördern. Die genauen Ausschreibebe­dingungen und Modalitäten der Antragstellung sind im Internet unter http: //www.volkswagenstif­tung.de erhältlich. Anträge können noch bis zum 04; Juli 2000 gestellt werden. Fragen zum Wettbewerb be­antwortet Dr. Claudia Nitsch von der VolkswagenStiftung unter Tel. 0511/8381217 oder per E-Mail: nitsch@volkswagenstiftung.de

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Südafrika z Leben im..

GIFTMULL

Khayelitsha bedeutetNeue Heimat und ist eine der größten Township in der westlichen Kap­Provinz: Knapp eine Million Men­schen leben hier dicht gedrängt in Wellblechhütten. Auswärtige Firmen laden ihren giftigen Indu­striemüll auf illegalen Deponien mitten in Wohngebieten ab.

KERIC, eine gemeinnützige Organisation, kämpft hier für bessere Lebensverhältnisse. Mit Erfolg: Mülltransporte werden nun von der Polizei überwacht, illegale Müllkippen sind ver­schwunden, sieben neue Schulen entstanden.

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