PUTZ 6/00
Campus
Naturwissenschaften in Golm
Ein Wissenschaftscampus entsteht
Am 28. Juni 2000 war es endlich soweit, der erste Neubau der MathematischNaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam im Wissenschaftspark Golm wurde feierlich eingeweiht.
Golm, die kleine Gemeinde am Stadtrand von Potsdam mit rund 2000 Einwohnern wird sich in den kommenden Jahren zu dem größten Wissenschaftsstandort Brandenburgs entwickeln. Universitäres Leben gibt es dort schon jetzt. Denn
menarbeit von MathematischNaturwissenschaftlicher Fakultät der Universität Potsdam, drei Max-Planck-Instituten und einem Fraunhofer-Institut wächst nun im angrenzenden Gelände der neue weitläufige naturwissenschaftliche Campus heran.
Die Institute der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, die nun schrittweise nach Golm umziehen, waren zuvor im Wesentlichen am Standort Am Neuen Palais angesiedelt. In Golm lehrten und
Der Wissenschaftspark Golm zeigt sich im modernen Outfit.
neben den WUni-Komplexen Am Neuen Palais und Babelsberg ist Golm einer der drei Standorte der Universität Potsdam. 1993 wurden für Golm neue Weichen gestellt. In diesem Jahr fiel die grundsätzliche Entscheidung für die Ausbauplanung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam am Standort Golm. Der Wissenschaftsrat befürwortete das Vorhaben.
Der heutige Uni-Standort Golm ist in zwei etwa gleich große Areale gegliedert: den östlich gelegenen, aus den ehemaligen Kasernenbauten bestehenden Altbauteil und den westlich gelegenen Neubauteil mit Gebäuden aus den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. In Zusam
4
Foto: Fritze
forschten vor dem Entstehen des Wissenschaftsparkes lediglich die Geographen, Geowissenschaftler sowie Biochemiker. Der Golmer Uni-Teil war bisher fast ausschließlich den geisteswissenschaftlichen Fächern wie Sprachen, Musik, Pädagogik und Psychologie vorbehalten. Zukünftig sind die Naturwissenschaften nach Fertigstellung aller drei geplanten Neubauten in Golm zu finden. Die Geisteswissenschaften dagegen werden dann im Wesentlichen am UniKomplex Am Neuen Palais sesshaft sein.
Der Wissenschaftspark Golm
Durch das gerade fertiggestellte erste von insgesamt drei geplanten Gebäuden der Ma
thematisch-Naturwissenschaftli-chen Fakultät im Wissenschaftspark Golm erfährt der„alte“ Uni-Komplex Golm seine Erweiterung. Dort werden zukünftig insgesamt rund 1200 Wissenschaftler und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter tätig sein. Prognosen besagen, dass im_Wissenschaftspark Golm insgesamt bis zu 3000 neue Arbeitsplätze im Umfeld geschaffen werden könnten. Denn im„Forschungsort der kurzen Wege“ soll die Verzahnung von Ausbildung und Spitzenforschung durch die konstruktive Kooperation zwischen der Universität Potsdam und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine neue Qualität erreichen. Aus der räumlichen Konzentration verschiedener Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, der Ansiedlung von Firmen und Ausgründungen aus der Universität Potsdam sind vielfältige Synergieeffekte zu erwarten. Schon jetzt sind beispielsweise steigende Studierenden- und Promovierendenzahlen zu verzeichnen. Derzeit studieren über 2300 junge Leute an der Mathematisch-Naturwissen-schaftlichen Fakultät, 1996 waren es rund 1600.
Sichtbar wird die positive Wirkung der Zusammenarbeit mit den außeruniversitären Partnern aber auch an Innovationskollegs und an einer Reihe von Beteiligungen Potsdamer Projekte an gemeinsam mit Berliner Hochschulen betriebenen Sonderforschungsbereichen. Das betrifft die Bereiche Physik, Geowissenschaften, Biologie, Biochemie, Ernährungswissenschaften sowie Kognitionswissenschaften. Die besonderen Bedingungen für Lehre und Forschung, die im Wissenschaftspark Golm gegeben sind, begünstigen die Bildung eines eigenständigen und unverwechselbaren naturwissenschaftlichen Lehr- und Forschungsprofils der Universität Potsdam, so in den Forschungsprofilen Komplexe Sy
steme, Lebenswissenschaften, Erdwissenschaften und Weiche Materie.
Das geplante Gesamtinvestitionsvolumen für die„Denkfabrik“ Golm beträgt 450 Millionen DM, davon entfallen auf die drei Neubauten de Universität Potsdam jeweils 75 Millionen DM. Neben der Bund-Länder-Finanzieru: fließen auch EU-Gelder in das Bauvorhaben.
Ns
(6)
Ausbaugeschichte Golms Der Wissenschaftsrat befürwortete im Mai 1997 nach Evaluation der MathematischNaturwissenschaftlichen Hhakultät das Bauvorhaben ın Golm für die Neubauten der Fakultät. Dabei schätzte der Wissenschaftsrat das Entwicklungskonzept der Fakultät vor dem Hintergrund der in Berlin bestehenden Forschungs- und Ausbildungskapazitäten als geeignet ein, den besonderen Anforderungen des daraus resultierenden Standortwettbewerbs zu genügen.
Fortsetzung folgt auf Seite 5
Wissenschaftspark irn Zahlen
Angestrebte Gesamtinvestitionen(einschließlich der drei Gebäude für die Mathecmatisch-Naturwissenschaftliche Fakultät): 430 Millionen DM, Neubau für drei MaxPlanck-Institute: 150 Millionen DM, Neubau für ein Fraunhofer-Institut: 65 Millionen DM, Neubau für 1. Verfügungsgebäude der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der
Universität Potsdam: 75 Millionen DM Geplante Hauptnutzfläche
für die drei Gebäude der Mathematisch-Naturwissenschaft-lichen Fakultät: 25.000 m? Hauptnutzfläche für den 1. Bau der Mathematisch-Naturwis-senschaftlichen Fakultät: 8.000 m?