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(1.1.2019) 06
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Campus

Naturwissenschaften in Golm

Ein Wissenschaftscampus entsteht

Am 28. Juni 2000 war es endlich soweit, der erste Neubau der Mathematisch­Naturwissenschaftlichen Fa­kultät der Universität Pots­dam im Wissenschaftspark Golm wurde feierlich einge­weiht.

Golm, die kleine Gemeinde am Stadtrand von Potsdam mit rund 2000 Einwohnern wird sich in den kommenden Jahren zu dem größten Wissenschafts­standort Brandenburgs ent­wickeln. Universitäres Leben gibt es dort schon jetzt. Denn

menarbeit von Mathematisch­Naturwissenschaftlicher Fakul­tät der Universität Potsdam, drei Max-Planck-Instituten und einem Fraunhofer-Institut wächst nun im angrenzenden Gelände der neue weitläufige naturwissenschaftliche Cam­pus heran.

Die Institute der Mathema­tisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, die nun schrittweise nach Golm umziehen, waren zuvor im Wesentlichen am Standort Am Neuen Palais an­gesiedelt. In Golm lehrten und

Der Wissenschaftspark Golm zeigt sich im modernen Outfit.

neben den WUni-Komplexen Am Neuen Palais und Babels­berg ist Golm einer der drei Standorte der Universität Potsdam. 1993 wurden für Golm neue Weichen gestellt. In diesem Jahr fiel die grundsätzliche Entscheidung für die Ausbauplanung der Mathematisch-Naturwissen­schaftlichen Fakultät der Uni­versität Potsdam am Standort Golm. Der Wissenschaftsrat befürwortete das Vorhaben.

Der heutige Uni-Standort Golm ist in zwei etwa gleich große Areale gegliedert: den östlich gelegenen, aus den ehe­maligen Kasernenbauten be­stehenden Altbauteil und den westlich gelegenen Neubauteil mit Gebäuden aus den siebzi­ger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. In Zusam­

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Foto: Fritze

forschten vor dem Entstehen des Wissenschaftsparkes ledig­lich die Geographen, Geowis­senschaftler sowie Biochemi­ker. Der Golmer Uni-Teil war bisher fast ausschließlich den geisteswissenschaftlichen Fächern wie Sprachen, Musik, Pädagogik und Psychologie vorbehalten. Zukünftig sind die Naturwissenschaften nach Fertigstellung aller drei ge­planten Neubauten in Golm zu finden. Die Geisteswissen­schaften dagegen werden dann im Wesentlichen am Uni­Komplex Am Neuen Palais ses­shaft sein.

Der Wissenschaftspark Golm

Durch das gerade fertigge­stellte erste von insgesamt drei geplanten Gebäuden der Ma­

thematisch-Naturwissen­schaftli-chen Fakultät im Wis­senschaftspark Golm erfährt deralte Uni-Komplex Golm seine Erweiterung. Dort wer­den zukünftig insgesamt rund 1200 Wissenschaftler und nichtwissenschaftliche Mitar­beiter tätig sein. Prognosen besagen, dass im_Wissen­schaftspark Golm insgesamt bis zu 3000 neue Arbeitsplätze im Umfeld geschaffen werden könnten. Denn imFor­schungsort der kurzen Wege soll die Verzahnung von Aus­bildung und Spitzenforschung durch die konstruktive Koope­ration zwischen der Universität Potsdam und außeruniver­sitären Forschungseinrichtun­gen eine neue Qualität errei­chen. Aus der räumlichen Kon­zentration verschiedener Wis­senschafts- und Forschungs­einrichtungen, der Ansiedlung von Firmen und Ausgründun­gen aus der Universität Pots­dam sind vielfältige Synergieef­fekte zu erwarten. Schon jetzt sind beispielsweise steigende Studierenden- und Promovie­rendenzahlen zu verzeichnen. Derzeit studieren über 2300 junge Leute an der Mathema­tisch-Naturwissen-schaftlichen Fakultät, 1996 waren es rund 1600.

Sichtbar wird die positive Wir­kung der Zusammenarbeit mit den außeruniversitären Part­nern aber auch an Innovati­onskollegs und an einer Reihe von Beteiligungen Potsdamer Projekte an gemeinsam mit Berliner Hochschulen betrie­benen Sonderforschungsberei­chen. Das betrifft die Bereiche Physik, Geowissenschaften, Biologie, Biochemie, Ernährungswissenschaften so­wie Kognitionswissenschaften. Die besonderen Bedingungen für Lehre und Forschung, die im Wissenschaftspark Golm gegeben sind, begünstigen die Bildung eines eigenständigen und unverwechselbaren natur­wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsprofils der Univer­sität Potsdam, so in den For­schungsprofilen Komplexe Sy­

steme, Lebenswissenschaften, Erdwissenschaften und Weiche Materie.

Das geplante Gesamtinvestiti­onsvolumen für dieDenkfa­brik Golm beträgt 450 Mil­lionen DM, davon entfallen auf die drei Neubauten de Universität Potsdam jeweils 75 Millionen DM. Neben der Bund-Länder-Finanzieru: fließen auch EU-Gelder in das Bauvorhaben.

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Ausbaugeschichte Golms Der Wissenschaftsrat befür­wortete im Mai 1997 nach Evaluation der Mathematisch­Naturwissenschaftlichen Hha­kultät das Bauvorhaben ın Golm für die Neubauten der Fakultät. Dabei schätzte der Wissenschaftsrat das Entwick­lungskonzept der Fakultät vor dem Hintergrund der in Berlin bestehenden Forschungs- und Ausbildungskapazitäten als ge­eignet ein, den besonderen Anforderungen des daraus re­sultierenden Standortwettbe­werbs zu genügen.

Fortsetzung folgt auf Seite 5

Wissenschaftspark irn Zahlen

Angestrebte Gesamtinvesti­tionen(einschließlich der drei Gebäude für die Mathec­matisch-Naturwissenschaftli­che Fakultät): 430 Millionen DM, Neubau für drei Max­Planck-Institute: 150 Millio­nen DM, Neubau für ein Fraunhofer-Institut: 65 Mil­lionen DM, Neubau für 1. Verfügungsgebäude der Ma­thematisch-Naturwissen­schaftlichen Fakultät der

Universität Potsdam: 75 Millionen DM Geplante Hauptnutzfläche

für die drei Gebäude der Mathematisch-Naturwissen­schaft-lichen Fakultät: 25.000 m? Hauptnutzfläche für den 1. Bau der Mathematisch-Na­turwis-senschaftlichen Fa­kultät: 8.000 m?