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Campus
Geschenkte Bücher
Eine Einrichtung, die forscht, kann mit den Büchern sicherlich noch etwas anfangen, dachte sich Dr. Zbigniew Wilkiewicz, der als Leiter die Bibliotheksbestände des Gesamteuropäischen Studienwerks Vlotho e.V. seine Bestände reduzieren muss.
Also rief er slavistische Institute an und erzählte von den acht bis zehn Regalmetern schöner Literatur, Analysen und Darstellungen aus und zur Sowjetunion nach dem Krieg. An der Universität Potsdam fand er bei Prof. Dr. Norbert Franz sofort ein offenes Ohr. Kurzerhand fuhr der Wissenschaftler gemeinsam mit dem Fachschaftssprecher Danny Nehl ins Weserbergland, um schließlich mehr als 600 Bücher nach Potsdam mitzunehmen.„Die meisten sind sehr nützlich, einige sind echte Raritäten, andere tatsächlich nur für hartgesottene Forscher interessant, die selbst KalteKrieg-Romane noch mit Vergnügen lesen“, lautet das fachliche Urteil des Philologen. Einige Bücher stammen aus westdeutscher Produktion der 60-er und 70-er Jahre, sind nicht mehr im Handel erhältlich und ergänzen also die Uni-Bestände ideal. Nach der Bestandsaufnahme sollen die Dubletten an die Studierenden verteilt werden.
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Der Friede oder der Frieden
Drei Jahre Grammatisches Telefon
Im Juni dieses Jahres blickt die Sprachberatungsstelle am Institut für Germanistik auf eine dreijährige Tätigkeit zurück. Bekannter geworden ist sie als Grammatisches Telefon Potsdam und erlangte große Wirkung in der Öffentlichkeit. Die beiden Mitarbeiterinnen Dr. Barbara Seelig und Dr. Birgit Wolf haben bisher etwa 7.000 telefonische Anfragen beantwortet, über 200 Seminare in Berlin und dem ganzen Land Brandenburg durchgeführt sowie eine große Zahl von Tex
ten aufgesetzt oder redigiert.
Die Beratungsstelle versteht sich als Serviceeinrichtung für die Öffentlichkeit, gleichzeitig aber als integraler Bestandteil der Professur Deutsche Sprache der Gegenwart. Studierende können Praktika absolvieren, Daten für Seminararbeiten abrufen oder sich an der Auswertung von Daten beteiligen.
fach gut und die andere schlecht genannt werden kann. Häufig werden dann gleich weitere Probleme ausgepackt, man fragt, was man immer schon einmal über seine Sprache wissen wollte.
Eine Besonderheit der Potsdamer Beratungsstelle ist, dass sämtliche Anfragen mit Antwort und, soweit verfügbar,
Auch nach drei Jahren gibt es beim Grammatischen Telefon Potsdam keinen Mangel an Anfragen. Dr. Birgit Wolf konnte schon oft strittige Fälle klären. Foto: Fritze
Wer beim Grammatischen Telefon anfragt, möchte meist klipp und klar wissen, wie man etwas gut und richtig ausdrückt. Die Beratung versucht in den meisten Fällen, einfache normative Festlegungen zu vermeiden. Fragt jemand beispielsweise, ob man besser der Friede oder der Frieden sagt, wird ihm erklärt, dass die erste Form die ältere ist und warum man künftig eher mit der Frieden zu rechnen hat. Er soll wissen, dass seine Frage oft gestellt wird und Ausdruck eines Wandels ist, der sich bei einer ganzen Klasse von Substantiven vollzieht. Viele Frager beruhigt cs, wenn sie merken, dass die eine Form nicht. ein
Angaben über Alter und Herkunft der Fragenden fein klassifiziert in einer Datenbank gespeichert werden. Eine. systematische Bearbeitung dieser Daten wird möglich, wenn sie einen Umfang mit statistischer Aussagekraft erreicht haben. Schon jetzt lassen sich aber einige Trends ablesen, vor allem einer, der die neue Orthographie betrifft.
Am Anfang sah alles nach einem stabilen Verhältnis von Fragen zu einzelnen Bereichen aus, nämlich zur Grammatik (ein Viertel), zur Morphologie und den Fremdwörtern(ebenfails ein Viertel), zur. Ortho: graphie(ein Drittel). und. einem Rest zur Wortgeschichte,
Aussprache vergangenen
Zeichensetzung, usw. Seit dem Jahr nimmt die Zahl der An fragen stark zu, vor allem we gen der Orthographiereform Alle Bereiche wachsen in de Nachfragezahl kontinuierlich dieser wächst sprunghaft. Vo: Januar bis Mitte Mai 2000 gab es weit über tausend Anruf Zwei von drei Anfragen be
zogen die Orthc
graphie. Hier sind die Date
sich auf nicht nur von wissenschaftli chem, sondern auch von un mittelbar praktischem Inteı esse. Man kann den Frage sehr genau entnehmen, an wel chen Stellen die Neuregelun zu einer allgemeinen Verunsi cherung beim Schreiben un Lesen geführt hat.
Die tung soll in der jetzigen, erfol
Potsdamer Sprachbera greichen Form so lange wi möglich weitergeführt werden Dabei liegt ihre Zukunft wol bei einer Verbindung vo Sprachberatung mit dem Ge brauch neuer Medien. Längs kann natürlich über alle Kanäl angefragt werden. Geplant is aber die Verankerung des Pro jekts im_Förderprogramr Medien in der Bil dung“, das vom Bundesmini sterium für Bildung und Foı schung aufgelegt wird. Die vorhandenen Daten neu gestellten Fragen solle Einzelpersonen und Institu tionen zur systematischen Re cherche
„Neue
wie all
verfügbar gemach werden, und sie sollen in Form von Gesamtseminaren und in haltlich ausgewiesenen Semin armodulen zunächst der uni versitären Lehre, später einer weiteren Öffentlichkeit zugute kommen.
Prof. Dr. Peter Eisenberg/ Institut für Germanistik
Die Sprachberatung des Grammatischen Telefons Potsdam ist erreichbar: montags bis freitags
10.00 bis 12.00 Uhr
Tel.: 0331/977-2424