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(1.1.2019) 07
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Absolventen

PUTZ 7/00

...und natürlich Sprachen lernen

Im Gespräch mit einemEhemaligen

Mit einem abgeschlossenen Grundstudium in den Fächern Sport, Englisch und Geschich­te an der Universität Freiburg im Breisgau zog es Tilo Fried­mann 1995 an die Universität Potsdam. Die Spezialisierung auf dem Gebiet des Sport­managements ermöglichte es ihm nach erfolgreicher Been­digung seines Studiums 1998 über den Weg eines drei­monatigen Praktikums eine feste Anstellung in einem der begehrten Büros der belgi­schen Hauptstadt zu bekom­men. In derSchaltzentrale der europäischen Politik arbeitet derEhemalige jetzt als Referent des EU-Büros des deutschen Sports. Mit Tilo Friedmann sprach für PUTZ Ronald Huster.

Wie muss man sich Ihre Arbeit im EU-Büro des deutschen Sports in Brüssel vorstellen?

Friedmann: Das EU-Büro wurde 1993 ‚auf Initiative des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komi­tees, in Brüssel Unsere Hauptaufgabe ist es, die Interessen des organisierten Sports gegenüber den Institu­tionen der Europäischen Union zu vertreten. Man muss sich das so. vorstellen: DasProdukt eines Lobby-Büros sind Infor­mationen. Deshalb stehen wir in ständigem Kontakt mit den Abgeordneten des Europäischen Parlaments, den Beamten der Kommission und Kollegen aus anderen Büros. Je früher man von einem Gesetzentwurf oder einer Initiative erfährt, umso mehr Zeit bleibt für uns, darauf zu reagieren. Wir beraten dann unsere Kooperationspartner ­mittlerweile sind dies sieben Nationale Dachsportverbände sowie die Vereinigung des Europäischen Olympischen Ko­Mitees- in all ihreneuropäi­schen Anliegen. Wir möchten natürlich möglichst frühzeitig den jeweils zuständigen Ent­Scheidungsträgern verdeut­lichen, welche Auswirkungen eine neue Gesetzgebung oder Politik auf die rund 70.000 Sportvereine in Europa haben

eingerichtet.

wird. Wir beraten auch vor Ort, beispielsweise den Landessport­bund Brandenburg über Förder­programme der EU oder darüber, wie sich der Sport in diese einbringen kann.

Das EU-Büro definiert sich also als eine Art Verbraucher­zentrale des organisierten Sports. Können Sie Ihr Tätig­keitsfeld an einem aktuellen Beispiel konkretisieren?

Friedmann: Wir nennen rangig Ansprechpartner aus den EU-Institutionen, vermitteln

VOor­

gelegentlich aber auch bei konkretenHilferufen. So kon­nten wir einem deutschen

Tauchlehrer, der seit Jahren auf den griechischen Inseln arbeitet, weiterhelfen, als die örtlichen Behörden ihm- und anderen EU-Bürgern plötzlich eine

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Wechselte von der Universität Freiburg

Brüssel: Tilo Friedmann.

unerfindlichen und

Lizenz aus Gründen verweigerten somit seine berufliche Existenz in Frage gestellt wurde. Mit unseren Informationen über entsprechende Richtlinien der EU hat sich der Tauchlehrer dann nochmals an die Behörden und die Vertretung der Europäischen Kommission in Griechenland gewandt. Das «Missverständnis war in diesem Fall dann schnell aufgeklärt und die Lizenz ausgestellt.

Sie wollten nach Beendigung des Grundstudiums in

Freiburg die Ausbildung an einer anderen Universität fort­setzen. Warum haben Sie sich gerade für die Universität Potsdam mittem im Branden­burgischen entschieden?

Friedmann: Ich wollte an eine Ost-Uni und zudem als Schwerpunkte Betriebswirt­schaftslehre und Jura studieren. Diese Kombination bot neben Potsdam auch die Uni in Leipzig an.(Beide hatte ich mir angeschaut. Das Uni-Institut in Potsdam war mir auf Anhieb sympathischer. Zudem nahm sich Dr. Detlef Krüger, wis­senschaftlicher Mitarbeiter am Potsdamer Institut, im Gegen­satz zu seinent Leipziger, Kollegen für meine Beratung wirklich Zeit. Das gefiel mir sofort.

nach Potsdam und arbeitet nun in Foto: privat

Das Fehlen praxisrelevanter Aspekte im Studium wird von vielen Studierenden bemän­gelt. Wo sollten Ihrer Mei­nung nach die Studierenden selbst. ansetzen, um das Veränderungen herbeizufüh­ren?

Friedmann: Sich nur darüber zu beklagen, hilft nicht weiter. Die Studenten sollten sich mit den Dozenten über mögliche Alternativen beraten, konstruk­tive Vorschläge einbringen, Personen einbinden, die theo­retischen Schwerpunkte des Studiengangs tagtäglich in

ihrem Job umsetzen. Bewegt sich trotzdem nichts und bietet ein andere Uni bessere Perspektiven: Mut haben und wechseln! Unabhängig davon, sind es wirklich die altbekannten Dinge, die meist weiterhelfen: Interesse zeisen über äden Tellerrand hinausschauen, offen sein für andere Menschen und Meinungen und natürlich Sprachen lernen!

Sie sind jetzt in Brüssel. Haben Sie trotzdem noch Kontakte zur Universität Potsdam?

Friedmann: Zu einigen, die ich damals in Potsdam kennengel­erntähabe Szibt es auch heute noch regelmäßigen Kontakt. Ich bin des öfteren in Berlin, da ist der Weg auf einen Burger und ein Bier insHafthorn nicht weit. Bereits zu meiner Zeit gab es seitens des Sportinstituts Überlegungen, einenEhemali­gen-Club aufzubauen. Bislang ist es aber wohl bei den Plänen geblieben. Das finde ich schade.

Vielen Dank für das Gespräch.

Tilo Friedmann ist erreichbar im EU-Büro des deutschen Sports 89, ave. Cortenbergh, B - 1000 Brüssel,); E-Mail: friedmann@eu-sports­office.org

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