Heft 
(1.1.2019) 07
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PUTZ 7/00

Forschun;

Gemeinsame Zukunft?

Für und Wider zur Länderfusion

Die Meinungen zum Thema Fusion gehen weit auseinan­der. Gegenwärtig bemüht sich die Politik erneut darum, eine Entscheidung darüber her­beizuführen.

PUTZ wollte deshalb wissen, ob sich die Ansichten der Bevölkerung der Region zum Problem geändert haben, welche Einstellungen heute dazu gibt.

Thomas Pösl fragte auf dem Uni-Campus Am Neuen Palais nach und bekam sehr unter­schiedliche Antworten. Er fand Für und Wider vor.

Dr. Dieter. La­zik, Institut für Sportmedizin und Prävention Dass ich gegen die Länderfusion bin, hat einen einfachen Grund.| Aus universitärer Sicht sind doch immer wieder Bestrebungen vorhanden, Bereiche, die hier sensibel und durch viel Arbeit aufgebaut wurden, wieder abzuwickeln, einfach nur, um eigene Interessen zu wahren. Ich war schon vor drei Jahren dage­gen und betrachte die damalige mehrheitliche Entscheidung als äußerst vernünftig.

Dr. Jörg Her­both, Psycholo­gische Bera­tungsstelle Für: mich ist es schwierig, mich definitiv festzule­gen. Verwal­tungstechnisch wäre eine Län­derfusion sicherlich günstig. Kommunalpolitisch jedoch eher nicht. Strukturen, die da sind, sollten nicht wieder durch völlig andere ersetzt werden. Zwar schafft ein ständiger Struktur­wandel immer neue Möglich­keiten, doch zu welchem Zweck? Stattdessen sollten die vorhandenen Strukturen die Chance bekommen, sich zu bewähren.

Nicole Winter, Studentin Mathematik/ Biologie, Lehramt

Ich sehe das ganz pragma-\

tisch. Wenn es zu|

einer Länderfusion kommen sollte, wäre es möglicherweise einfacher für diejenigen, die hier in Brandenburg studieren, auch in Berlin eine Stelle zu bekom­men. Im Moment allerdings erlebe ich schon Probleme bei Praktikumsplätzen

Manfred Süring, Personalrat für Mitarbeiter aus Technik und Verwaltung Vom Geogra­phischen her wäre es zweifellos dass

und Brandenburg zusammengehen.

sinnvoll, Berlin Andererseits war der letzte Versuch so unqualifiziert und mit Problemen behaftet, dass ich mich nicht wundere, dass die Mehrheit dagegen war. Ich halte es für wenig hilfreich, wieder und wieder mit Terminfragen Druck Man sollte doch zunächst die inhaltlichen Dinge klären, wie zum Beispiel beim Verkehrsverbund.

auszuüben.

Barbara Schnei­der-Esslinger, Universitätsbib­liothek

Ich schwanke zwar, würde mich aber doch eher gegen eine Fusion® entscheiden. Ich befürchte ein­fach zu große Nachteile für die Brandenburgische Hochschul­landschaft, insbesondere für die Potsdamer Universität, für deren Selbstständigkeit eine Fusion vermutlich erhebliche Konse­quenzen hätte, Fotos: Fritze

für Soziale Spender verpflichtete Fragen/DZI uns schon immer zur korrekten Planung. Yan* 0° Durchführung, Abrach­d71| nung und Kontrolle x ne* der Projektarbeit. Das * X DZ bestätigt dies mit X® Brief und(Güte-)Sı29gel

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Nachwuchsgruppe

Die VolkswagenStiftung hat die Einrichtung von neun neuen Nachwuchsgruppen beschlossen. Dazu gehört a ıch| eine Nachwuchsgruppe, die an der Universität Potsdam anzge­siedelt ist und sich mit dem ThemaRaum-zeitliche Syn. chronisierung in Oekosys temen beschäftigen Beteiligt sind das Institut für Physik mit der Abteilung Nichtlineare Dynamik und das Institut für Biochemie und Biologie mit der Professur für Ökologie /Ökosystemmodel: lierung. Die Arbeiten werden von Dr. Bernd Blasius geleitet, der sich zur Zeit noch an der Tel Aviv University aufhält. Das Projekt, das eine Laufzeit von fünf Jahren hat, wird von der VW-Stiftung mit rund 1,7 Millionen Mark finanziert. urs|

wird.|

Mit Brief und Siegel

Das Vertrauen unserer

Deutsches Spenderinnen und

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Transport von Licht

Spezialisten über Polymerfasern

Rund 100 Spezialisten aus dem In- und Ausland werden am 19. Oktober im Audimax der Uni Potsdam über den Einsatz von Polymerfasern diskutieren. Sie nehmen teil am neunten Treffen der FachgruppeOptische Poly­merfasern der Informations­technischen Gesellschaft.

Gastgeber der Veranstaltung ist das Interdisziplinäre Zentrum für Dünne Organische und Bio­chemische Schichten(IFZ­DOBS) der Uni Potsdam. Poly­merfasern dienen, wie Glas­fasern, dem Transport von Licht. Während Glasfasern je­doch nur mit einem Durchmes­ser von.zehn bis. 50.Mikro­

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metern hergestellt werden kön­nen, liegen die Durchmesser der Polymerfasern bei einem Milli­meter, also 20 bis 100 mal höher.Sie müssen deshalb nicht von Fachleuten mit spezellen Werkzeugen, teuren Verbin­dungselementen und aufwendi­ger Prüftechnik verlegt und überwacht werden. Dies macht die Polymerfasern zu idealen Kandidaten für den preiswerten und einfachen Masseneinsatz. Aufgrund ihrer im Vergleich zu den Glasfasern geringeren Über­tragungsqualität dürfte ihr Ein­satz allerdings auf Strecken bis zu etwa 500 Metern beschränkt bleiben.Polymerfasern sind bestens geeignet, in der opti­

schen Datenübertragung den Engpass zwischen Glasfasernet­zen und den konventionell be­triebenen Hausnetzen zu schlies­sen, erklärt der Uni-Physiker Dr. Sigurd SchraderWenn man mit der optischen Daten­übertragung bis zum Endver­braucher geht, werden die hohen Übertragungsgeschwin­digkeiten der Glasfasernetze di­rekt den Anwendern zugute kommen. Polymerfasern kön­nen auch im Fahrzeugbereich und in der Beleuchtungstechnik verwendet werden. Sie bieten immer dann Vorteile, wenn der Einsatz von Lichtquellen eine schwierige Wartung oder eine geringe Lebensdauer mit sich bringt. Beispiele dafür sind Anzeigentafeln, Verkehrsleitsys­teme oder auch medizinische Geräte. In der Fahrzeugtechnik

werden Polymerfasern bereits bei serienmäßig eingesetzt und bei Firmen wie Boeing, BMW oder Audi getestet, so dass il diesem Bereich ein Umsatz in Milliardenhöhe zu erwarten ist Neben den Poly-merfasern ste hen auch dazu kompatible Lichtquellen auf dem Programm des Treffens. Dazu. zähle? organische Leuchtdioden, wie sie bei Prof. Ludwig Brehmer und Prof. Dieter Neher an der Uni Potsdam erforscht werden. Ein Teil dieser Arbeiten findet im Rahmen eines europäischen Forschungsnetzwerkes statt.

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