UNI aktuell
PUTZ 8/00
“Lieber sicher, lieber leben”
Verkehrserziehung und Kriminalprävention
Endlich ist es soweit. Alle schauen erwartungsvoll auf die Bühne. Dort ist es noch dunkel, Auto- und Regengeräusche im Hintergrund. Im Scheinwerferlicht rennt ein Mädchen auf den Zebrastreifen, Reifenquietschen, ein Schrei, Licht aus, Licht an, und das Theaterstück“Lieber sicher, lieber leben” beginnt.
Auf der Bühne wechseln in rascher Folge Spielszenen: Ein knuddliges, blau-weiß-gestreiftes Zebra- als
und ein
lebensgroße Spielfigur Schulmädchen erleben gemeinsam mit den Kindern im Saal Verkehrserziehung live. Keine Unterrichtsstunde im üblichen Sinn, dern ein temporeiches,
sOonfarbenrohes und interaktives Spiel zu Fragen der Verkehrssicherheit. Die Kinder der Grundschule Eiche sind begeistert, sie drängen förmlich auf die Bühne, um beim nächsten Spiel dabei zu sein. Als die kleinen Mitspieler beispielsweise um die richtige Auswahl geeigneter Kleidung für den morgendlichen Weg zur
Schule wetteifern, blinkt und blitzt es überall, selbst an den Ohren hängen die beliebten Blinkies. Auch das Thema Verhalten im Schulbus wird nicht ausgespart. In einem Schulbus-Quiz stellen die Schüler ihr Wissen unter Beweis. Mit Liedern von Rolf Zuckowski aus der Schulweg-Hitparade, die natürlich von allen gemeinsam mit dem Zebra gesungen werden, klingt das Theaterstück aus. Dieses Programm war der Abschluss der von der Arbeitsstelle für Bildungs- und Sozialisationsforschung der Universität Potsdam(ABS) am 13. September 2000 veranstalteten zweiten landesweiten Fachwerkstatt“Frühförderung, Verkehrserziehung und Kriminalprävention mit Vor- und Grundschulkindern”, die gemeinsam mit dem Landesjugendamt und verschiedenen Ministerien des Landes Brandenburg organisiert wurde.
Für den Dekan der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Hanno Schmitt, ist die enge Verbindung der Universität mit
den Landesbehörden und Schulen sehr wichtig. Denn dort, wo sich Theoretiker und Praktiker an einen Tisch setzten, werde schon bald sehr lebhaft und konkret diskutiert. Angesichts der steigenden Zahlen der an Verkehrs- und Kriminalitätsdelikten beteiligten Kinder sieht DräDietmar Sturzbecher Leiter, der ABS, die Aktualität und Notwendigkeit von Präventions
arbeit. Zur Anregung für eine praxisnahe Präventionsarbeit erhielt jeder Fachwerkstattteilnehmer ein Medienpaket, welches unter anderem das von zwei Studentinnen der Universität Potsdam entwickelte Würfelspiel ”Harald Hase” enthielt.
Barbara Schrul/Arbeitsstelle für Bildungs- und Sozialisationsforschung
Wirkungsvoller als die Vermittlung grauer Theorie: im Spiel richtiges Verhalten
im Straßenverkehr erlernen.
Leserbrief: An Wurzeln erinnern
In ihrer Ausgabe 6/00 widmete sich die PUTZ den Naturwissenschaften in Golm. Anlass dafür war die Einweihung des ersten Neubaus der MathematischNaturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Potsdam im
Wissenschaftspark Golm. Auch im Zusammenhang damit erinnert Prof. Dr.
Jürgen Kroll aus dem UniInstitut für Ernährungswissenschaft an die Wurzeln der
Professorenschaft in der Fakultät:
Ein Charakteristikum der Mirchematisch
Naturwissenschaftlichen Fakultät, gegründet im Jahre 1994, ist die bezüglich ihrer wisSsenschaftlichen Herkunft unterSchiedliche Zusammensetzung
der Professorenschaft. Deren
Wurzeln gründen in der ehema
Pädagogischen Hochg0L|
in verschiede
ligen schule Potsdam, nen Universitäten(zumeist den alten Bundesländern) und zu einem nicht geringen Anteil in naturwissenschaftlichen Instituten der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.
Das Leistungsprofil der Fakultät zuletzt auf die und die wissenschaftlichen Erfahrungen dieser an die Universität Potsdam berufenen Professoren (zwei davon
ist nicht Ausbildung
zurückzuführen sind Sprecher von zwei Innovationskollegs der Uni Potsdam, zwei weitere sind Leiter von interdisziplinären Einrichtungen). Im einzelnen sind aus naturwissenschaftlichen
Instituten der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR ins Institut für Mathematik drei, Institut für Physik zwei, in die Chemischen Institute zwei, Biologischen/Biochemischen Institute zwei Professoren sowie ins Institut für Ernährungswissenschaft und ins Institut für Informatik je ein Professor gekommen.
Hinzu kommen noch Professoren, die in außeruniversitären Partnerinstituten auf der Basis gemeinsamer Berufungen mit der Uni Lehre und Forschung unterstützen.
Ein kooperatives Klima hat dazu beigetragen, dass die unterschiedlichen a Wurzeln zu Synergieeffekten geführt haben und weiter wirken in dem Prozess des Zusammenwachsens und der_Leistungssteigerung der Fakultät.
Foto: zg.
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