Heft 
(1.1.2019) 08
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Titel

PUTZ 8/00

Fortsetzung von Seite 10

doch noch an ihrer Profilierung um sich den anderen beispielsweise Berlin ­attraktiv abzugrenzen. Das darf aus meiner Sicht jedoch auch nicht dazu führen, dass wir bei

arbeiten, von

der beabsichtigten Profilierung nach rechts noch nach links schauen. Dann wäre es mit der Funktionstüchtigkeit einer universitären Einrichtung schnell vorbei.

weder

Kooperation gehört bereits zu den Markenzeichen der Univer­sität. National wie international. Ein Beispiel unter vielen ist neben bewährten mit univer­außeruniversitären

der schon Zusammenarbeit

stären und Einrichtungen sowie zahlreichen Hochschulen im Ausland- die Einrichtung des neuen Studien­gangesEuropäische Medien­wissenschaften. Er wird ge­meinsam mit der Fachhoch­schule Potsdam angeboten und Hochschule für Film

und Fernsehen unterstützt.

von der

Kooperationen im Inland sind die eine Seite. Wie sieht es mit der im Zuge von Studienreformbemühungen immer wieder zitierten Internationalisierung des Studienbetriebs aus?

Blell: Gerade die Einführung neuer Studiengänge erfolgt mit Ausrichtung auf internationale Kompatibilität,

formal wie

inhaltlich. DieEuropäischen Medienwissenschaften sind wiederum ein gutes Beispiel

dafür, einen internationalen

Abschluss zu erzielen sowie Inhalte vor dem europäischen und internationalen Kontext zu beleuchten. Gestützt wird Ansatz durch europäischen

der Praktika im Ausland sowie durch Fremdsprachigkeit(Eng­lisch, Französisch...). Aber auch in den englischsprachigen Stu­diengängenPublic Manage­ment oderPolymer Science spielt Internationalität wesentliche Rolle.

eine

Will man die Lehre mo­dernisieren, setzt dies auch eine gründliche Evaluation des Vorhandenen voraus. Wie schätzen Sie persönlich den Stand der an der Uni prak­tizierten Lehrevaluation ein und welche Perspektive räu­men Sie ihr ein?

Blell: Das Potsdamer Modell der Lehrevaluation steht auf drei Säulen. Dabei handelt es sich um die studentische Veranstaltungs­kritik, die Fach- und Fachbe­reichsevaluation sowie die ex­terne Evaluation durch fachnahe Gutachter. Ich muss zugeben, dass wir bisher nur die erste Säule im Griff haben. Die Frage­bögen werden zunehmend an­genommen. Einigkeit herrscht allerdings darüber, dass sie zu kürzen sind. Hier sind wir zur Zeit aktiv dabei- gewissermaßen als erste Aktivität der neu struk­turierten Servicestelle für Evalu­ation an der Uni.

Für außerordentlich wichtig halte ich in diesem Rahmen die Kommunikation der Ergebnisse in den jeweiligen Fakultäten, sowohl unter den Lehrenden als auch mit den Studierenden. Mittelfristig, so meine Ansicht, sollte dieses Instrument in die leistungsbezogene Mittelver­teilung einfließen, was übrigens auch der gesetzliche Auftrag ist. Das ist natürlich eine problema­tische Frage, die zur Zeit noch relativ kontrovers diskutiert wird. Aber in diese Richtung müssen wir gehen, davon bin ich überzeugt. Nicht mit der Maß­gabe, diejenigen Zu bestrafen, die schlechte Lehre anbieten, sondern die zu belohnen, die ihre Sache gut machen. Als Anreizsystem also. Meine Inten­tion ist es zudem, Lehrevalu­ation mit Angeboten im hoch­schuldidaktischen Bereich zu koppeln. Initiiert durch die Hochschuldidaktik der Freien

Universität, gibt es Bemühun­gen, einen Regionalverbund für Lehrkompetenz zu etablieren. Von 23 Einrichtungen im Berliner und Brandenburger Raum haben immerhin 18 Interesse signalisiert. Der Verbund könnte- bei Bedarf und entsprechend vorhandener Ressourcen- Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung im hoch­schuldidaktischen Bereich schaf­fen beziehungsweise verbessern.

Fotos: Fritze

Ob Studenten tatsächlich mit gutem Rüstzeug die Uni ver­lassen, spiegelt sich vermutlich unter anderem in ihren Chancen auf dem Arbeits­markt wider. Welche Resonanz liegt bisher vor?

Blell: Ihre Frage spielt auf die Absolventenbefragung an. Hier ist es noch nicht so richtig vor­wärts gegangen. Vor zwei Jahren startete zwar eine erste Befra­gung, gegenwärtig fehlt dafür jedoch das Geld. Das soll sich aber ändern. Liegt noch dazu das vollständige Alumnibetreu­ungskonzept auf dem Tisch, steigen wir wieder ein. Ich selbst erwarte auf dieser Schiene eine ganze Menge an Details über die Effektivität des angebotenen Studiums.

Zu einer Uni, die sich den aktuellen Herausforderungen der Gegenwart stellt, gehört auch ein funktionierendes Tutorenprogramm. Wie beur­teilen Sie Anliegen und Nutzen vorhandener Orien­tierungs- und Fachtutorien?

Blell: Sie sprechen eine Problematik an, die in Zukunft stark vom finanziellen Rahmen sowie vielleicht innovativen Lösungsansätzen abhängen wird. Notwendig ist beides: Orientierungstutorien und Fachtutorien. Die Orientie­rungstutorien wurden in der Vergangenheit aus dem Hoch­schulsonderprogramm HSP-II finanziert. Das entfällt. Damit haben wir neu zu entscheiden. Die Fakultäten plädieren eher für die Fachtutorien, die die Echreunterstützen Doch ich werde mich mit Nachdruck auch für die Orientierungstutorien einsetzen, deren sehr positive Evaluation mich überzeugt hat. Vielleicht könnte man beide in Zukunft stärker miteinander verbinden. Unterstützen sie doch zum einen eine qualitätiv gute Lehre und zum anderen einen erfolgreichen Studienein­stieg.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wanka Ministerin

Nachfolgerin des Anfang Okto­ber zurückgetretenen Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Wolfgang Hackel, ist seit dem 18. Oktober 2000

die bisherige Rektorin der Fachhochschule Merseburg (Sachsen-Anhalt)| Prof. Dr.

Johanna Wanka.

Die 49jährige Mathematikpro­fessorin hat sich seit der Wende besonders für den Ausbau der Hochschullandschaft in den neuen Ländern! eingesetzt. Durch dieses Engagement war sie auch im Sommer des vergan­genen Jahres zum Mitglied des Hochschulrates in Brandenburg berufen worden. Als Staats­sekretär wurde der Altphilologe und Historiker Christoph Helm eingesetzt, der wie Wanka aus

Sachsen-Anhalt kommt und Leiter der Abteilung Wis­senschaftseinrichtungen, For­schungskoordination und

Hochschulbau im Kulturminis­terium in Magdeburg war.

Der noch von Minister Hackel berufene Staatssekretär Prof. Dr. Helmut Weber amtierte nur vier Wochen.

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