Titel
PUTZ 8/00
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doch noch an ihrer Profilierung um sich den anderen— beispielsweise Berlin attraktiv abzugrenzen. Das darf aus meiner Sicht jedoch auch nicht dazu führen, dass wir bei
arbeiten, von
der beabsichtigten Profilierung nach rechts noch nach links schauen. Dann wäre es mit der Funktionstüchtigkeit einer universitären Einrichtung schnell vorbei.
weder
Kooperation gehört bereits zu den Markenzeichen der Universität. National wie international. Ein Beispiel unter vielen ist neben bewährten mit univeraußeruniversitären
der schon Zusammenarbeit
stären und Einrichtungen sowie zahlreichen Hochschulen im Ausland- die Einrichtung des neuen Studienganges„Europäische Medienwissenschaften“. Er wird gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam angeboten und Hochschule für Film
und Fernsehen unterstützt.
von der
Kooperationen im Inland sind die eine Seite. Wie sieht es mit der im Zuge von Studienreformbemühungen immer wieder zitierten Internationalisierung des Studienbetriebs aus?
Blell: Gerade die Einführung neuer Studiengänge erfolgt mit Ausrichtung auf internationale Kompatibilität,
formal wie
inhaltlich. Die„Europäischen Medienwissenschaften“ sind wiederum ein gutes Beispiel
dafür, einen internationalen
Abschluss zu erzielen sowie Inhalte vor dem europäischen und internationalen Kontext zu beleuchten. Gestützt wird Ansatz durch europäischen
der Praktika im Ausland sowie durch Fremdsprachigkeit(Englisch, Französisch...). Aber auch in den englischsprachigen Studiengängen„Public Management“ oder„Polymer Science“ spielt Internationalität wesentliche Rolle.
eine
Will man die Lehre modernisieren, setzt dies auch eine gründliche Evaluation des Vorhandenen voraus. Wie schätzen Sie persönlich den Stand der an der Uni praktizierten Lehrevaluation ein und welche Perspektive räumen Sie ihr ein?
Blell: Das Potsdamer Modell der Lehrevaluation steht auf drei Säulen. Dabei handelt es sich um die studentische Veranstaltungskritik, die Fach- und Fachbereichsevaluation sowie die externe Evaluation durch fachnahe Gutachter. Ich muss zugeben, dass wir bisher nur die erste Säule im Griff haben. Die Fragebögen werden zunehmend angenommen. Einigkeit herrscht allerdings darüber, dass sie zu kürzen sind. Hier sind wir zur Zeit aktiv dabei- gewissermaßen als erste Aktivität der neu strukturierten Servicestelle für Evaluation an der Uni.
Für außerordentlich wichtig halte ich in diesem Rahmen die Kommunikation der Ergebnisse in den jeweiligen Fakultäten, sowohl unter den Lehrenden als auch mit den Studierenden. Mittelfristig, so meine Ansicht, sollte dieses Instrument in die leistungsbezogene Mittelverteilung einfließen, was übrigens auch der gesetzliche Auftrag ist. Das ist natürlich eine problematische Frage, die zur Zeit noch relativ kontrovers diskutiert wird. Aber in diese Richtung müssen wir gehen, davon bin ich überzeugt. Nicht mit der Maßgabe, diejenigen Zu bestrafen, die schlechte Lehre anbieten, sondern die zu belohnen, die ihre Sache gut machen. Als Anreizsystem also. Meine Intention ist es zudem, Lehrevaluation mit Angeboten im hochschuldidaktischen Bereich zu koppeln. Initiiert durch die Hochschuldidaktik der Freien
Universität, gibt es Bemühungen, einen Regionalverbund für Lehrkompetenz zu etablieren. Von 23 Einrichtungen im Berliner und Brandenburger Raum haben immerhin 18 Interesse signalisiert. Der Verbund könnte- bei Bedarf und entsprechend vorhandener Ressourcen- Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung im hochschuldidaktischen Bereich schaffen beziehungsweise verbessern.
Fotos: Fritze
Ob Studenten tatsächlich mit gutem Rüstzeug die Uni verlassen, spiegelt sich vermutlich unter anderem in ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt wider. Welche Resonanz liegt bisher vor?
Blell: Ihre Frage spielt auf die Absolventenbefragung an. Hier ist es noch nicht so richtig vorwärts gegangen. Vor zwei Jahren startete zwar eine erste Befragung, gegenwärtig fehlt dafür jedoch das Geld. Das soll sich aber ändern. Liegt noch dazu das vollständige Alumnibetreuungskonzept auf dem Tisch, steigen wir wieder ein. Ich selbst erwarte auf dieser Schiene eine ganze Menge an Details über die Effektivität des angebotenen Studiums.
Zu einer Uni, die sich den aktuellen Herausforderungen der Gegenwart stellt, gehört auch ein funktionierendes Tutorenprogramm. Wie beurteilen Sie Anliegen und Nutzen vorhandener Orientierungs- und Fachtutorien?
Blell: Sie sprechen eine Problematik an, die in Zukunft stark vom finanziellen Rahmen sowie vielleicht innovativen Lösungsansätzen abhängen wird. Notwendig ist beides: Orientierungstutorien und Fachtutorien. Die Orientierungstutorien wurden in der Vergangenheit aus dem Hochschulsonderprogramm HSP-II finanziert. Das entfällt. Damit haben wir neu zu entscheiden. Die Fakultäten plädieren eher für die Fachtutorien, die die Echreunterstützen Doch ich werde mich mit Nachdruck auch für die Orientierungstutorien einsetzen, deren sehr positive Evaluation mich überzeugt hat. Vielleicht könnte man beide in Zukunft stärker miteinander verbinden. Unterstützen sie doch zum einen eine qualitätiv gute Lehre und zum anderen einen erfolgreichen Studieneinstieg.
Vielen Dank für das Gespräch.
Wanka Ministerin
Nachfolgerin des Anfang Oktober zurückgetretenen Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Wolfgang Hackel, ist seit dem 18. Oktober 2000
die bisherige Rektorin der Fachhochschule Merseburg (Sachsen-Anhalt)| Prof. Dr.
Johanna Wanka.
Die 49jährige Mathematikprofessorin hat sich seit der Wende besonders für den Ausbau der Hochschullandschaft in den neuen Ländern! eingesetzt. Durch dieses Engagement war sie auch im Sommer des vergangenen Jahres zum Mitglied des Hochschulrates in Brandenburg berufen worden. Als Staatssekretär wurde der Altphilologe und Historiker Christoph Helm eingesetzt, der wie Wanka aus
Sachsen-Anhalt kommt und Leiter der Abteilung Wissenschaftseinrichtungen, Forschungskoordination und
Hochschulbau im Kulturministerium in Magdeburg war.
Der noch von Minister Hackel berufene Staatssekretär Prof. Dr. Helmut Weber amtierte nur vier Wochen.
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