Heft 
(1.1.2019) 08
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Titel

PUTZ 8/00

Qualität weiter auf Prüfstand

Zur Zukunft der Servicestelle für Lehrevaluation

Trotz des Weggangs von Prof. Dr. Uwe Engel nach Bremen, der in den vergangenen Jahren die Lehrevaluation betrieben hat, sollen diese wichtigen Untersuchungen zur Qualität der Lehre an der Uni Potsdam weiter geführt werden.

Geändert hat sich jedoch das Wie. Das Rektorat hat be­reits neue Weichen gestellt, in dem auch die Organisations­form neu diskutiert wurde.

So wurde die eigens dafür ein­gerichtete Servicestelle direkt dem Rektorat, insbesondere der zuständigen Vizepräsidentin für ehre und Studium, Prof. Dr. abriele Blell, zugeordnet.

Für die fachliche und inhaltliche Beratung sowie die Weiterent­wicklung des Evaluationsinstru­mentariums stehen Marianne Horstkemper, Professur für Schulpädagogik/Empirische Unterrichtsforschung, Martin Wilkens, Professur für Theoretische Physik/Quan­

sowie

tenoptik zur Verfügung. Organi­satorisch und konzeptionell wird die Servicestelle nun vom Controlling, Dr. Frank Witte und Dr. Birgit Nelte, betreut.

Die organisatorische Einbin­dung der Servicestelle ins Uni­Rektorat soll gewährleisten, dass deren Arbeit professionell wei­tergeführt wird, zumal das Potsdamer Lehrevaluations­modell die Erprobungsphase erfolgreich absolviert hat und die Universität Potsdam hier über Erfahrungen mit einem Instrument verfügt, das es ziel­gerichtet einzusetzen gilt.

Die Nachfrage der Servicestelle belegt zugleich ihre Akzeptanz.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse soll unter anderem das Fragebogeninstrument der studentischen Veranstaltungs­kritik angepasst werden.

Eine Kürzung und Begrenzung auf die wirklich relevanten Punkte ist deshalb vorgesehen.

So wird einerseits die Erfassung und Auswertung der Daten er­leichtert Hund andererseits voraussichtliche ein bessere Umfrage-Beteiligung erreicht.

In der fernen Zukunft ist daran gedacht, die Lehrevaluation über das Datenverarbeitungs­netz der Universität abzu­wickeln, wodurch sich der Auswertungsaufwand erheblich reduzieren würde und die Ergebnisse schneller zur Ver­fügung stünden. Voraussetzung hierfür allerdings wäre die Einführung einer Chipkarte mit Krypto-Prozessor zur Ver­schlüsselung der Daten.

Schwerpunkt der Tätigkeit der Arbeitsgruppe wird nach wie vor die Verbesserung der Qualität der Lehre sein. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse wertvolle Informa­tionen für Lehrende und Studierende liefern.

Die Beteiligten am Projekt hof­fen, mit der neu gefundenen

Organisationsform die beste­hende Ausgangsbasis positiv fortführen zu können.

Dr. Birgit Nelte/Rektorat

Bereitgestellt Ab sofort stehen wieder Fragebögen für die Evaluation von Lehrveranstaltungen im Wintersemester zur Verfügung. Bestellt werden können sie getrennt nach Vorlesungen und Seminaren/Übungen sowie ge­mäß der Anzahl der Veranstal­tungsteilnehmer beider(Ar­beitsgruppeQualität der Lehre(Well 1977:3323 oderMail: pohlenz@rz.uni-pots­dam.de). Als Erhebungszeit­raum sollte vorrangig die Zeit vom 04. bis 15. Dezember 2000 gelten. Die Auswertungen erfol­gen schnellstmöglich, so dass die Ergebnisse noch vor Ende der Vorlesungszeit vorliegen. PUTZ

Lehrevaluation erregt an so manchen Hochschulen die Gemüter, so auch an der Uni Potsdam. Dass sie höchst notwendig ist, scheint dabei kaum strittig. Doch beim Wie scheiden sich die Geister. Die Sache hat es in sich. Das erkannte auch die Hochschulgruppe Liberaler Campus(LiCa) und startete vor einigen Monaten einfach cine eigene Aktion.

Den Anstoß dazu gab damals Verfahren der nach

das gängige Lehrevaluation, das Ansicht der Studierenden Schwachstellen aufwies. Man Mmonierte so jedenfalls die Stimmen der studentischen Kritiker- entstehende Daten­fredhöfe, die zu lange Dauer zwischen Erhebung und Aus­Wertung sowie eine ungenü­

"Bienchen für Profs Aktion des Liberalen Campus

gende Veröffentlichung der Ergebnisse.

Mit der LiCa-AktionBienchen für Profs sollte gezeigt werden, dass es auch anders geht. Von vornherein allerdings machte die aus rund 20 Mitgliedern beste­hende Gruppe Abstriche. In die Untersuchung bezogen die Studis nur die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche sowie die Juristische Fakultät ein. Und: Man verabschiedete sich sehr schnell von der Idee; Repräsentatives bieten Zu wollen.Unser Ziel war es, eın Stimmungsbild zu zeichnen und auf einige Kritikpunkte hinzuweisen, sagt heute Peter Glaeser, LiCa-Vorsitzender.

Lediglich sechs Fragen wurden schließlich zur Beurteilung von Lehrveranstaltungen gestellt. In Schulnoten von eins bis sechs

Zzensierten AdieStudierenden unter anderem, ob ihr Dozent pünktlich erscheint, Klausuren schnell genug auswertet, seinen Lehrstoff verständlich und inte­ressant vermittelt. Über 600 ausgefüllte Zettel lagen zum Schluss auf dem Tisch.Mit dieser Resonanz haben wir gar nicht gerechnet, gesteht Glaeser im Nachhinein.Unser Ziel war es, an den vier Tagen insgesamt 500 Bögen einzusam­meln. Ausgegeben hatte man sie zuvor bei den gerade laufenden großen Lehrver­anstaltungen und in den beiden Babelsberger Mensen.

Das Ergebnis verblüffte selbst die Optimisteni unter den Initiatoren der Aktion. Denn die befragten Studis machten mit viel Sachlichkeit und Ausgewogenheit mit, so Glaeser. Erreicht habe man nach seiner Einschätzung zumindest eine Sensibilisierung für das Thema. Mehr sei nicht geplant gewesen.

Wir wollten zeigen, dass Transparenz möglich ist und wo absolute Schwachpunkte vor­handen sind, meint der Jura­Student.Natürlich war es auch keine wissenschaftlich einwand­freie Umfrage. Dazu fehlten ganz wichtige Kriterien, die je­doch den Rahmen unserer Mög­lichkeiten gesprengt hätten. Laut LiCa hat übrigens beim Professoren-Rankingkeiner wirklich schlecht abgeschnit­ten. Die Gesamtnoten nach Fachbereichen lagen im Mittelfeld. Bei den Wirtschaftswissenschaften erhielten demnach die Professoren im Durchschnitt eine 2,81, bei Juraseine: 2,73 und in den: Politik- und Verwaltungswissenschaften eine 2,53. Die Einzelergebnisse erfuhren die Professoren in einem persönlichen Brief,:sie standen aber auch samt Verleihung der drei Bienchen für die Besten im Internet.

P.G6.

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