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(1.1.2019) 08
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Titel

PUTZ 8/00

Nenn die Orientierung fehlt

Tutoren helfen bei Startproblemen

Der Einstieg ins Uni-Leben muss nicht im Chaos enden. Das jedenfalls erfahren seit Jahren Erstsemestler an der Uni Potsdam.

IhrGeheimrezept: die Teilnahme an eigens für sie geschaffenen Orientierungs­tutorien. Eingegliedert sind diese in ein umfassendes Tutorenprogramm, das quasi per Schneeballeffekt funktio­niert.

Die Fäden laufen in der Studienberatung der Hoch­schule zusammen. Dr. Sabina

Bieber, Dr. Irma Bürger und Dr. Marlies Reschke haben es, unter­stützt von Psychologen Dr. Jörg Herboth, übernommen, die für

dieNeuen auf verschiedenen Studieneingangsberatung oder auch

zudem Auskunft über das Programm.

die Qualifizierung der Tutoren zuständigen. Mentoren ausZu­bilden. Dafür verwenden sie viel Zeit. In rund 40 Stunden ver­Mitteln die Studienberaterinnen beispielsweise Wissenswertes über die Planung und jestaltung von Veranstaltungen, tudiertechniken, die Aneig­lung von Schlüsselkompeten­en. Nach dieser Ausbildung eginnt dann die eigentliche Arbeit der Mentoren. Doch sie leiben dabei nicht auf sich llein gestellt, erfahren auch

Vom an der Uni existierenden Programm der Orientierungstutorien erfahren

weiter die Unterstützung der Studienberaterinnen.

Je zwei der Mentoren leiten gegenwärtig eine der drei existierenden Gruppen, in denen circa 15 bis 20 künftige Tutoren sitzen. Den Weg hierher haben sie entweder selbst über die Studienberatung gefunden oder ihre Studienfachberater erzähl­ten ihnen vom Angebot. Geld gibt es schließlich auch: 310,­DM fürs Semester.

Bevor es allerdings richtig los­geht, gilt es erst einmal, an zwei Wochenenden die Ohren zu spitzen. Denn um den Erst­semestlern später wirklich helfen zu können, müssen die Tutoren

Wegen. Sie sind Thema bei der bei den einzelnen Erstsemesterveranstal­

tungen. Eine Tafel im Haus 8 auf dem Uni-Komplex Am Neuen Palais gibt

Foto: Fritze

selbst fit sein. In ihrer Ausbildung geht es zum einen um Lern- und Studiertechniken sowie das Selbstmanagement. Zum anderen erfolgt eine Festigung und praktische An­wendung des Erlernten durch

eigene Simulationen.

Sitzt alles, beginnt die Arbeit mit denNeuen.Am Anfang, so Irma Bürger,kümmert man sich verstärkt um die soziale Integration der Uni-Neulinge

und im zweiten Teil des

Semesters spielen Studiertech­nikenfeineRolle SDannfstehen Aspekte des richtigen Aufbaus eines Reteratsäoder einer, Hausarbeit aberauch einer effektiven Zeiteinteilung im Mittelpunkt.Ein bisschen richten sich die Inhalte natürlich danach, was die Erstsemestler in den Fächern brauchen erläutert die Studienberaterin.

Mit dem Verlauf der Orientierungstutorien können sie und ihre Mitstreiterinnen durchaus zufrieden sein.Bis auf wenige Ausnahmen klappt es richtig gut, schätzt denn auch Bürger ein. Das seit 1997 beste­hende Angebot sei gefragt, erweise sich auch durch die vorhandene studentische Nähe als Vorteil.

Das wird auch durch die zum Ende eines jeden Wintersemes­ters erfolgende Evaluation des Programms unterstrichen. Erst die letzte anonyme Befragung unter Beteiligten ergab: Es kommt gut an. Immerhin haben 160 Erstsemestler geantwortet, von denen 77 Prozent an den Orientierungstutorien teilnah­men.

Fast jeder von ihnen hielt spezielle Veranstaltungen für Studienanfänger für erforder­lich, begrüßte die Art und Weise des erlebten Angebots.

P.G:

Die Tutorenwerkstatt soll es auch in Zukunft weiter geben. An der Tutorentätigkeit in­teressierte Studierende kön­nen sich in der Zentralen Studienberatung(Tel.: 977­1715) melden:

Die nächste Ausbildung findet voraussichtlich im Sommer­semester 2001 statt.

Tutoren evaluieren Lehre

Die standardisierte Befragung von Studierenden zur Akzeptanz beziehungsweise Kritik der Lehre kennen alle aus den vorangegangenen Jahren. In der Humanwissenschaftlichen Fa­kultät wird diese Form der Evaluation jetzt ergänzt durch ein Projekt, das aus dem Innovationsfonds der Universi­tät finanziert wird.

Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Aktivität des Instituts für Pädagogik und des Instituts für Psychologie. Stu­dentische Tutoren begleiten gezielt ausgesuchte Veranstal­tungen. Sie führen Einzel- und Gruppeninterviews mit Dozen­ten und Studenten durch und werden die Ergebnisse in die Veranstaltungen rückmelden und diskutieren. Auf diese Weise sollen die Perspektiven von Lehrenden und Studierenden systematisch erfasst werden. Sehr viel intensiver, als dies mit standardisierten Verfahren mög­lich ist, können dadurch die Wünsche beider Seiten doku­mentiert und interpretiert wer­den. Im Rahmen eines hoch­schuldidaktischen Tages sollen im nächsten Frühjahr die Er­kenntnisse diskutiert und auf Konsequenzen für die Gestal­tung produktiver Lernprozesse hin untersucht werden.

Die studentischen Tutoren ent­wickeln gemeinsam mit Lehren­den Kategorien für die Beob­achtung und Interviewleitfäden. Sie qualifizieren sich umfänglich für alle im Zuge einer solchen Evaluation anstehenden Arbeits­schritte der Datengewinnung. Das Projekt soll auf Dauer in studentische Regie übergehen. Ausg Betroffenen Bereiligte machen lautet ein Grundsatz der Organisationsentwicklung. Genau dies möchte das Projekt POL) diePartizipative Optimierung der Lehre, errei­chen. Studierende sollten sich nicht damit zufrieden geben, Betroffene von mehr oder weniger guter Lehre zu bleiben, sie können tatkräftig daran mitwirken, kritische Aspekte näher zu beleuchten, positive Ansätze hervorzuheben und damit Anregungen zur Verbesserung zu formulieren. Prof. Dr. Marianne Horst­kemper/Institut für Päda­gogik

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