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(1.1.2019) 09
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PUTZ 9/00

Preußen aufgelöst und doch lebendig

Uni-Wissenschaftler gestalten Jubiläum mit

Im Jahr 2001 wird in Berlin und Brandenburg, aber auch in ganz Deutschland der 300-jährigen Geschichte Preußens gedacht. Alles begann am 28. Januar 1701. Damals krönte sich Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, in Königsberg selbst zum König Friedrich I. in Preußen. Dieses historische Ereignis vor fast 300 Jahren markiert den Beginn der Geschichte Preußens. Sie endet mit dem Beschluss Nummer 46 des Alliierten Kontrollrates zur Auflösung Preußens im Jahr 1947.

Bis heute scheiden sich die Geister am Thema Preußen. So beispiels­

weise beim Thema preußische Tugenden, wie Ordnung, Fleiß, Sparsamkeit. Manche Zeit­genossen wollen sie bewahren, andere dagegen tun sıe als veral­tet ab. Preußen gilt einerseits als Keimzelle für Untertanengeist, Bürokratie und Militarismus. Andererseits wird Friedrich II. zitiert, wenn der Toleranz­gedanke bemüht In meinem Staate kann jeder nach seiner Fagon selig werden. Wissenschaftler der Universität Potsdam beteiligen sich auf ver­schiedene Weise daran, das Bild dieser Etappe deutscher Geschichte konturenreich zu zeichnen. So zählt zu den Veröffentlichungen,

wird:

für

die im Jubiläumsjahr erscheinen, das von einer Reihe Uni­Professoren aus dem Historischen Institut der Uni erarbeitete Buch Preußen- Geschichte Mythos. Darüber hinaus haben Wissenschaftler aus dem Institut Pädagogik an einer Ausstellung über die Verdienste von Friedrich Eberhard Rochow um die Entwicklung des brandenburgischen Schulwesens mitgewirkt. Federführend arbeite­ten. daran Prof. Dr. Hanno Schmitt und Dr. Frank Tosch. Die Redaktion PUTZ stellt mit ihrem Titelthema Beiträge von Unimitarbeitern zum Preußenjahr 2001 vor.

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Über der Vernunft stand die Staatsräson

Im Neuen Palais, das ‚das Historische Institut nun gerade bezogen hat, liegt es nahe, beim

StichwortAufklärung in

Preußen an Friedrich den Großen zu denken, den Philosophenkönig von Sans­

Souci, der mit den Großen der französischen Aufklärung in engem, teils brieflichen, teils persönlichen Kontakt stand und sich nicht scheute, selbst zur Feder. zu... greifen; Räsonnement der Philosophen teilzunehmen und Autorität des Arguments zu unterwerfen.

Auch als Herrscher fühlte sich Friedrich, ganz aufgeklärter legis­lateur, wie ihn sich die französis­chen philosophes wünschten, den Geboten der Vernunft verpflichtet und handelte etwa in der Religions- oder in der Rechtspolitik danach- freilich immer nur so lange, ‚als die Interessen des Staates und seiner Eliten nicht tangiert waren. Über der Vernunft stand allemal die Staatsräson. Friedrich konnte sich weder von dem Modell der Adelsmonarchie lösen, das das Ancien.. Regime... in. Europa prägte. Noch konnte er sich dazu durchringen, sein Handeln als. König. dem. Urteil einer Öffentlichkeit zu unterwerfen, die sich ihre Meinung im unkontrollierten Spiel der

12

um am

damit der

Argumente bildete. Die innere Widersprüchlichkeit"der preußi­Staatsaufklärung

schen fand

Autorität in diesem Lande hat nur einer, und das bin ich, Friedrich II. 1740 nach seiner Krönung zum König in Preußen. Das Bild zeigt Friedrich II. als Kronprinzen.

Abb. aus:Preußen- Geschichte eines Mythos

noch in der Janusköpfigkeit des Allgemeinen Preußischen Landrechts von 1794 ihren Niederschlag. Die frideriziani­sche Aufklärung war indes nicht mit der preußischen Aufklärung identisch. ‚Zum einen. ist

Brandenburg-Preußen schon vor Friedrich eine Pflanzstätte des neuen Denkstils gewesen. Man denke an. Leibniz und Pufendorf in Berlin oder an Thomasius und Wolff an der neugegründeten Universität Halle. Zum anderen bildete sich zugespitzt formuliert neben der

Potsdamer eine Berliner Aufklärung heraus, die Friedrichs Distanz zur deutschen Aufklärung nicht

teilte und sich an deren Beitrag

zur Entwicklung einer deutschen Nationalkultur beteiligen wollte. Zur

Illustration sei nur auf Friedrich Nicolais Allgemeine Deutsche Bibliothek verwiesen, die nicht nur viele der großen Namen der deutschen Aufklärung versam­melte, sondern im deutschen Sprachraum weithin meinungs­bildend war. Günther Lottes

Günther Lottes hat eine Profes­sur für Europä­ische Kultur­geschichte des 18.Jahrhun­derts am His­toyischen u 8 Institut der Universität Potsdam inne und ist zugleich Professor am Forschungszentrum Europäische Aufklärung Potsdam.

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Ausstellungen zum Preußen-Jubiläum 20'11

6. Mai bis 5. August Preußen 1701 ­europäische Geschichte Berlin, Schloss Charlottenhf. Orangerie, Deutsche Historisches Museum /Stiftun Preußische. Schlösser: un Gärten Berlin- Brandenburg 21. Mai bis 15. Juli Angewandte Wissenschafte: im 18. Jahrhundert. i Preußen

Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz

20. Mai bis 31. Oktober Zwischen Krieg und Fried:n Militär und Gesellschaft i Brandenburg-Preußen v> 1700 bis zur Gegenwart. 1i Garnisonstadt Prenzlau Prenzlau, Kulturhistorisc)he Museum

17. August bis 11. Novem!:c: Marktsteine 948-1701-20('1

Ein

Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg- Preuß n Potsdam, Haus de

Brandenburgisch- Preußischen Geschichte

26. August bis 31. Dezemt© Berlin- ein riesiger Bauch Hungerkrisen und Versor gung der heranwachsende Metropole

Landgut und Museum Domn Berlin-Dahlem

26. August bis 31. Dezemt© Vom Bauern zum Landart ei ter- Verlierer der Agrarref or] men

Niederlausitzer Sorbisches Dorfmuseum Bloischdorf

9. Juni bis 15. Oktober Viadrina. Die Universität| Frankfurt/Oder im 18. Jahr hundert Frankfurt/Oder, Viadrina

23. Juni bis 31. Dezember Vernunft fürs Volk Friedric Eberhard von Rochow i Aufbruch Preußens

Schloss Reckahn

Museu