Studiosi
PUTZ 9/00
Die Ressorts im AStA der Uni sind verteilt. Für die Kultur ist Philipp Pleßmann zuständig. Mit dem Studenten der Germanistik, Geschichte und Musik sprach PUTZRedakteurin Petra Görlich.
Für ein Jahr haben Sie das Mandat, sich im AStA um studentische kulturelle Belange zu kümmern. Bringen Sie hierfür bereits Erfahrungen mit?
Pleßmann: In der Hochschulpolitik war ich bisher zwar noch nicht tätig, aber im Kulturbereich schon. In meinem bayerischen Heimatort habe ich beispielsweise in einem selbstverwalteten Jugendzentrum mitgearbeitet. Dort wurde mein Blick für den Kulturbetrieb mit all seinen Schwierigkeiten geschärft. Später in München etzte sich das fort, als ich eine Theatergruppe leitete.
Wie stark ist gegenwärtig das
Standbein“Kultur” im im AStA? Pleßmann: Aus den
Startlöchern sind wir noch nicht heraus. Zum Beispiel laufen noch keine Mensaparties. Ich muss dafür auf grünes Licht von der Uni-Verwaltung warten. Das fehlt bisher leider. Ansonsten versuche ich, zunächst einen
Überblick über vorhandene Möglichkeiten, Raum-Reserven und existierende engagierte, kulturtreibende Kommilitonen zu bekommen. Dabei helfen soll eine Arbeitsgruppe“Kultur”, die ich gerade gegründet habe. Mehr Informationen dazu stehen auf der AStA-Homepage. Mit der Arbeitsgruppe sollte eigentlich, denke ich jedenfalls, ein funktionierendes Netzwerk gelingen. Kontakte gibt es auch schon zu wichtigen Anlaufstellen außerhalb der Uni-Grenzen. Ich will einfach versuchen, studentische Kultur auch in der Innenstadt sichtbar zu machen. Eine Zusammenarbeit mit dem offenen Kunstverein existiert deshalb bereits und auch mit den FH-Studenten wollen wir künftig stärker kooperieren.
Die Uni existiert nicht im Juftleeren Raum. Noch allerdings verhält sich die Stadt sehr vorsichtig, wenn es um
die Einbindung der Hochschule geht. Ein Paradebeispiel scheint das
geplante studentische Kulturzentrum zu sein. Wie steht es nun damit?
Pleßmann: Per Fax erhielten wir kürzlich die Nachricht, dass die Abendschule in das von uns avisierte Gebäude der Großen Stadtschule einzicht. Die
Gespräche gehen weiter
Studentisches Kulturzentrum hleibt auf der Tagesordnung
Entscheidung hat man bereits im März angekündigt und sie ist erst jetzt gefallen. Damit hat uns die Stadt fast neun Monate ins Leere arbeiten lassen Mi Jetztistehen wir ohne echte Alternative da. Die Gespräche über ein studentisches Kulturzentrum gehen Ein vernünf
trotzdem weiter. tiger Gegenvorschlag allerdings liegt nicht auf dem Tisch. Die
Macht sich im AStA für die Kultur an der Uni stark: Philipp Pleßmann
Foto: privat betriebene Politik inzwischen
hierzu erscheint mir sehr undurchsichtig, auch weil zum Beispiel bestehende Kulturinitiativen in Potsdam offensichtlich untereinander ausge
spielt werden sollen. Ich bin auch nicht davon überzeugt, dass man in der Stadt den Sinn unseres Vorhabens wirklich begriffen hat. Konzepte, die wir für SdießStadtferarbeitet/ haben, sind von den Verantwortlichen nachweislich nicht gelesen worden. Denn es geht nicht um das Schaffen eines Ortes für belanglose Parties, sondern um das Etablieren von studentischer alternativer Kultur im Zentrum Potsdams. Wir setzen jetzt verstärkt auf den gerade gegründeten Trägerverein, in dem alle Studierenden Mitglied werden können. Zusammen mit anderen kulturschaffenden Gruppen wollen wir noch einmal ein neues Konzept erarbeiten. So kann inhaltlicher Vorlauf geschaffen werden, damit alles klappt, wenn das Projekt endlich durchgekämpft ist.
Vielen Dank für das Gespräch.
Aktuelle Informationen zur AG
“Kultur”; zu weiteren Aktivitäten im Kampf um das Kulturzentrum, geplanten
Veranstaltungen bekommen Interessierte auf der Homepage des AStA unter der Adresse: http://www.asta.unipotsdam.de
Unter dem Motto“Freunde finden— Kontakte knüpfen” lud das Akademische Auslandsamt kürzlich die neuen ausländischen Studierenden und die aus dem Ausland zurückgekehrten Potsdamer zu einem gemeinsamen Abend ein.
Als besonderer Knüller erwies sich die Tombola. Zu gewinnen gab es von kulturellen Einrichtungen der Stadt gestiftete Karten für Veranstalt
ungen im Theater, Kabarett oder Kino. Das Losverfahren war‘ so
angelegt, dass jeweils ausländi
sche und deutsche Studierende Karten für dieselbe Veranstaltung erhielten. Auf diese Weise können erste Kontakte bei gemeinsamen Unternehmungen vertieft werden.
PUTZ/Foto: zg.
Veranstaltungskalender der Uni Potsdam online unter: http://www.uniPotsdam.de/u/
kalender.htm
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