Heft 
(1.1.2019) 03
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PUTZ 3/01

Titel

Jahr der Lebenswissenschaften 2001

Auch an der Uni Potsdam breite Themenpalette

Der Graben zwischen dem Wissen eines Normalverbrauchers und dem Stand der Wissenschaft war noch nie so groß wie heute. 40 Prozent aller Bürger glauben, dass Gene nur in gentechnisch veränderten Tomaten enthalten sind. Wer aber wenig weiß, ist leicht zu manipulieren.

Ob wir Genfood für gefährlich halten oder uns dadurch bessere Nahrungsmittel versprechen, sollte keine Glaubensfrage sein, sondern mit guten Argumenten ausgefochten werden. Genauso die Frage nach den Grenzen der Fortpflanzungsmedizin: Wie weit

geht dasRecht aufs eigene Kind und was geschieht mit den überflüssigen Embryonen? Dür­fen sie vielleicht zu Forschungs­zwecken verwendet werden oder dafür, schwerkranken Menschen zu helfen?

Die Bundesministerin für Bıl­dung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat das Jahr 2001 zum Jahr der Lebenswissen­schaften erklärt und Wissen­schaftler dazu aufgerufen, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen. Dahinter steckt auch der Wunsch, die gesellschaftlichen Diskussionen nicht auf billiges

Schwarz-Weiß-Niveau abrut­schen zu lassen, sondern Interesse für die Komplexität der Dinge zu wecken, denen einfache Denk­schemata nicht gerecht werden.

Mit dem Titelthema Lebenswis­senschaften wollen wir zeigen, wie vielseitig die Lebenswissenschaften an der Universität Potsdam vertreten sind. Vom Körperbau der Brandenburger bis zu winzi­gen Lebewesen in sauren Seen, von der Sprache der Zellen bis zum Mechanismus, mit dem ein Virus an seine Wirtszelle andockt, reicht die Bandbreite der verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich mit den

Lebenswissenschaften beschäfti­en. Sie zeigen auch, dass bereits breite Grundlagen für den künf­tigen Profilbereich Lebenswissen­schaften an der Uni gelegt sind. Wir bedanken uns bei allen Wissenschaftlern und Wissen­schaftlerinnen, die für die PUTZ Beiträge schrieben oder uns Zeit für ein Gespräch einräumten.

Wer noch mehr über das Jahr der Lebenswissenschaften erfahren möchte, kann natürlich auch im Internet nachlesen. Unter der Adresse http://www.lebenswis­sen.de sind zahlreiche Infor­mationen erhältlich. ar

Profilbereich mit klaren Akzenten

Der Maßstab: konkurrenzfähig und komplementär

Bei der Gründung der Univer­sität Potsdam war offensichtlich, dass die Lebenswissenschaften nur dann eine hervorragende Perspektive hätten, wenn sie sich konzeptionell überzeugend in die Wissenschaftslandschaft des Großraums Berlin/Potsdam ein­fügten. Sie mussten also koope­rationsfähig mit den außeruni­versitären Forschungsinstituten in Potsdam oder in der näheren Umgebung und komplementär zu den Berliner Forschungszen­tren werden.

Für die= Biowissenschaften bedeutete dies eine starke Betonung molekularer und zel­

lulärer Aspekte sowie einen weit­gehenden Verzicht auf die klas­sische oder medizinisch orien­tierte. Biologie, Für: die Ernährungswissenschaften ergab sich eine eindeutig naturwis­senschaftliche Ausrichtung, durch die dieses Gebiet und der ernährungswissenschaftliche Studiengang bundesweit prak­tisch einmalig wurden.

Der ProfilbereichLebenswis­senschaften der Universität Potsdam Uumfasst die drei Schwerpunkte Bioanalytische Mikrosysteme/Biohybride Funktionssysteme, Pflanzen­genomforschung/ Bioinfor­

Pflanzenwissenschaften

Mit molekularen Pflanzenwis­senschaften befassen sich insge­samt vier Professuren am Institut für Biologie und Biochemie; die ‚mit: einer Reihe von Wissen­schaftlern außeruniversitärer Forschungseinrichtungen

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kooperieren. Die Pflanzenwis­senschaftler untersuchen vor allem den pflanzlichen Primär­stoffwechsel von der Photosyn­these bis zur Akkumulation von Speicherstoffen auf molekularer Ebene.

matik und Wechselwirkungen zwischen Nahrung und Orga­nismus auf zellulärer und mole­kularer Ebene und wird vom Institut. für Biochemie und Biologie sowie vom Institut für Ernährungswissenschaft getra­gen. Ein weiterer Schwerpunkt des Instituts für Biochemie und Biologie liegt im Bereich"der Ökologie, die dem Profilbereich Erdwissenschaften zugeord­net ist.

Heute lässt sich insgesamt eine positive Bilanz ziehen: Zwei Innovationskollegs der Univer­sität Potsdam wurden im Bereich ‚Life Sciences etabliert;

Bioinformatik

Die Arbeitsgruppen Pflanzen­

physiologie und Molekular-| biologie sind am BMBE-Projekt| ne

Genomanalyse im biologischen System Pflanze(GABI)

beteiligt. Nachdem im vergan­

genen Jahr das Genom des Ackerschmalwands als erstes

Lebenswissenschaftliche Arbeitsgruppen sind in mehr­eren Sonderforschungsbe­reichen, an Graduiertenkollegs und an dem Pflanzengenom­forschungsprojekt des BMBF GABIT beteiligt; die analytische Biochemie hat mit großem Erfolg an dem InnoRegio­Wettbewerb teilgenommen. Und Last but not least: Entgegen dem bundesweiten Trend steigen die Studierendenzahlen der Fächer Biochemie und Biologie an der Uni Potsdam stetig.

Prof. Dr. Martin Steup,

Prof. Dr. Robert Seckler/ Institut für Biochemie und Biologie

pflanzlichen Genom solhrindi

der rund 25 000 eopradukre

| zu ermitteln. Dabei allen Ad

. bioinformati he Arbeits ruppe

wird zur Zeit am In: Biochemie. 7 und etabliert.