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(1.1.2019) 03
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PUTZ 3/01

Konzeption vorweggenommen

Lehrerbildung, lange Zeit ein Thema, das allenfalls Erzie­hungswissenschaftler be­

schäftigte, findet vor allem in den alten Bundesländern wieder Öffentliches Interesse Mi Davon zeugen Landtagswahlkämpfe, in

denen die konkurrierenden Parteien allesamt versprechen, schr A vıel mehr Lehrer einzustellen. Davon zeugen

Berichterstattungen der Medien.

Altersaufbau Lehrer nach Lehrbefähigung BRD 1998/99

Lehrer als jemals zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum das Rentenalter erreichen und aus dem Schuldienst ausscheiden. Während in den letzten ‚beiden Jahrzehnten Bewerber abgewiesen wurden, besteht nun in einigen der alten Bundesländern schon Lehrer­mangel.

Ob dort, wo schon jetzt Notmaßnahmen erwogen wer­

viele

Lehrerbildung ab. Dafür steht der seit dem letzten Jahr vor­liegende Abschlußbericht Perspektivenäder Eehrerbil­dung in Deutschland, den eine

von der KMK eingesetzte Expertenkommission erstellt hat.

Insider wissen, dass die

Kerngedanken des Berichts im Potsdamer Modell bereits vorweggenommen wurden.

(SI und SII)

BRD

-(SI und SI) Hochschule

DDR -(SIl) BRD

Anzahl der Lehrbefähigten

unter 30 30-35

Anzahl der Lehrbefähigten in Prozent.

Davon zeugen nichtzuletzt auch mannigfache Bestrebun­gen, die an vielen Hochschulen vernachlässigte Lehrerbildung in Forschung und Lehre wieder zu einer allgemein anerkannten Aufgabe zu machen.

Der Grund für.dieses neuerliche Interesse an der Lehrerbildung ist rasch genannt: In den vor uns liegenden beiden Jahrzehnten werden in Deutschland mehr

'35-40

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x st(To) Jahre

den, auch die. Qualität der Ausbildung zählen wird,lässt sich bezweifeln. Noch ist die Verbesserung dieser. Qualität jedoch. ‚ErklärtesZiel der Kultusministerkonferenz (KMK), des Wissenschaftsrats, der Rektorenkonferenz sowie aller Lehrer- und Fachverbände. Nach.. langen Diskussionen zeichnet sich endlich auch ein Konsensüber Grundsätze der

55-60

60+

Abb. zg

Wäre das Modell vollauf ver­wirklicht, könnten die Univer­sität und das Land darauf stolz sein. Wie bekannt; sind. die Planungen aber mehr und mehr beschnitten worden. Deshalb erhielte die Potsdamer Lehrer­bildung, würde sie in eines der nun in mehreren Bundesländern laufenden Evaluationsverfahren einbezogen, wohl weder in toto noch in Teilen Spitzennoten. Als

einer der Gutachter im bun­desweit bislang wohl aufwändig­sten Evaluationsverfahren an acht niedersächsischen Univer­sitäten kann ich als These viel­leicht eine kurze Gesamtein­schätzung wagen: Misst man die Praxis an den im Bericht der KMK- Kommission neten Standards, so zeigt sich, dass die Lehramtsstudiengänge in vielen Universitäten nicht die gleiche Beachtung und Anerkennung finden wie Diplom- und Magisterstudien­gänge. Immer wieder zu beobachten sind eine starke fachliche Zersplitterung und hohe Beliebigkeit der Studien­angebote, eine Reduktion der Fachdidaktik auf unter; richtsmethodische Trocken­übungen sowie schlecht oder gar nicht betreute Schulprak­tika.

Dass dies alles in Potsdam ganz unbekannt sei, lässt sich leider nicht behaupten. Wenngleich wir im Hinblick auf Strukturierung und Professions­orientierung des erziehungs­wissenschaftlichen Studiums sowie. den Aufbau der Fachstudien relativ gut ab­schnitten, würde uns wohl bei der Praktikumsbetreuung und der Kooperation mit Schulen nur eine durchschnittliche Qualitätattestiert.(Und die Fachdidaktiken sind auch in Potsdam in den Stellenkampf mit den Fachwissenschaften ge­raten, denfsielzum Nachteilider Lehrerausbildung immer ver­lieren.

Verbesserungen wären möglich, denn: esflohnt sich indie Lehrerbildung zu investieren.

bezeich­

die

Prof. Dr. Günter C. Behrmann/Didaktik der Politischen Bildung

Foto: COM

Honduras

rechte, ohne Schutz.

Im Billiglohnland Honduras ar­beiten etwa 100.000 junge Frauen in der so genannten Lohnver­edelungsindustrie. Ausländische Firmen profitieren dabei von niedrigen Löhnen und der staat­lichen Steuer- und Zollbefreiung. Für die Arbeiterinnen bedeutet das täglich mehr als neun Stun­den Akkordarbeit, ohne Arbeits­

Rücken stärken Arbeitsbedingungen von Frauen verbessern

Unser Partner Centro de De­rechos de Mujeres(CDM) setzt sich für die Rechte dieser Arbei­terinnen ein, bietet Fortbildungs­kurse an, berät sie juristisch und psychologisch und stärkt zudem Frauen den Rücken, die ihren Kolleginnen beistehen. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, Arbeitsver­hältnisse auch für Frauen men­

schenwürdiger zu machen.

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