Studiosi
PUTZ 3/01
Warum nicht in die Platte?
Projekt„Campus an der Nuthe“ für Schlaatz entworfen
Streift der Neugierige durch Potsdam, um typisch studentisches Flair finden zu wollen, hat er schlechte Karten. Das Stadtzentrum verrät die Anwesenheit von immerhin rund 13.000 Studenten in keiner Weise, aber auch in den Wohnsiedlungen am Rande endet die Suche vermutlich erfolglos. Das soll sich ändern. Wenn alles klappt, wird es künftig am Potsdamer Schlaatz etwas bunter.
Schon vor zwei Jahren entwickelten die drei Wohnungsgenossenschaften“Karl Marx”, PWG 1956 und GEWOBA das Wohnprojekt“Campus an der Nuthe”. Weil seine Verwirklichung nicht ohne die Unterstützung ‚Betroffener passieren soll, hat man sich nun wiederholt mit Vertretern des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni(AStA) an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam‘ ein Szenario zu entwerfen.“Es geht voran, wenn auch sehr langsam”, beschreibt Ringo Schneider, Referent für Studium und Lehre im Gremium, die Zusammenarbeit. Erst im März habe es einen Workshop gegeben, bei dem Architekturstudenten ver
Noch verraten die Plattenbauten am Schlaatz nicht, dass sie auch für Studenten lukrativ sein können. Das Projekt“Campus an der Nuthe” will für mehr Farbe
im Stadtteil sorgen.
schiedener Fachhochschulen Ideenskizzen entwarfen.“Was jedoch auch hier fehlte, waren konkretere Festlegungen, terminliche Vereinbarungen”, bedauert er. Doch aufgeben wollen die Leute vom Uni-AStA nicht. “Denn wenn es gelingt, am Schlaatz Sein ı für WStudenten geeignetes Umfeld zu schaffen”, so Schneider,“werden sie auch
Foto: Fritze
dorthin ziehen”. Für die Stadt sei das einc Chance,{mehrjFarbe in eine bislang eher triste Plattenbausiedlung zu bringen. Heute fehle es jedoch noch am nötigen“Drumherum”. Auf der Wunschliste der Studis stehen unter: anderem bezahlbare Mieten, eine bessere verkehrsmäßige Anbindung des Standorts mit den Uni-Komplexen,
Anlaufstellen für die Kommilitonen, Copy-Shops oder Fahrrad-Servicestationen. Ob diese Vision allerdings tatsächlich Realität wird, weiß so genau keiner. Schon in der Vergangenheit haben die Akademiker in spe bei ähnlichen Projekten die Erfahrung machen müssen, dass die Stadt Potsdam eher ivertröstet als handelt. A Ich sche auch bei den Wohnungsgenossenschaften gewisse Halbherzigkeit”, konstatiert Schneider. Noch zu sehr spuke nach seiner Ansicht in den Köpfen das Bild vom Studenten, der immer feiere, unpünktlich Miete zahle, nur Ärger verursache. Um wirklich Nägel mit Köpfen machen zu können, müsse das Vorurteil endlich verschwinden.“Erkennt man in der Stadt das Potenzial, was in den Studis steckt, und werden auch nur Teile unserer Vorstellungen verwirklicht, wohnen in drei bis vier Jahren deutlich mehr Studis als bisher am Schlaatz”, zeigt er sich trotz aller bestehenden Schwierigkeiten optimistisch. Der AStA jedenfalls werde weiter auf die Realisierung des Projekts drängen.
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P.G.
Ausschuss arbeitet
Auf Antrag der Fraktion“Liberaler. Campus”: ist, auf ‚einer außerordentlichen Sitzung des StudierendenParlaments der Uni Potsdam(StuPa) am 23. Januar dieses Jahres ein Untersuchungsausschuss eingerichtet worden. Der Beschluss hierzu erfolgte einstimmig. Die rund zehnköpfige Gruppe, bestehend ‚aus je einem Vertreter der vorhandenen Fraktionen beziehungsweise Listen an der Universität Potsdam, will nun‘ klären, in welchem Umfang der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) in der Vergangenheit Verträge mit Mitgliedern der im eigenen Gremium mitwirkenden Hochschulgruppen beziehungsweise deren Angehörigen und Firmen abgeschlossen hat. Eine besondere Rolle spielt dabei die Untersuchung von Umständen,
die die Vergabe von“HompageWerkverträgen” an Mitglieder der Familie von Katja Richarz, chemalige AStA-Vorsitzende, begleiteten.
Der Untersuchungsausschuss soll sich darüber hinaus mit der Aufstellung von generellen Regeln zur. künftigen Auftragsvergabe durch den AStA befassen. Außerdem soll: der Frage nachgegangen werden, ob ein StuPa-Mandat mit einer Anstellung im AStA-Büro vereinbar ist.
Erste Sitzungen zu den Themen haben bereits stattgefunden. Wann die Arbeit beendet sein wird, steht derzeit jedoch noch nicht fest.
P.G.
Mehr Geld
Am 1. April dieses Jahres trat die BAföG-Reform 2001 in Kraft. Das bedeutet für Studierende mehr... Geld. Denn> der Förderungshöchstbetrag steigt von 1030 DM auf 1140 DM. Mit dem neuen Gesetz erfolgt eine deutliche Anhebung der Elternfreibeträge, und das Kindergeld wird bei der BAföGBerechnung nicht angerechnet. In Zukunft gibt es keine Unterschiede mehr zwischen alten und neuen Bundesländern bei den Förderleistungen. Weiter ist neu, dass mit BAföG künftig vom dritten Semester an ein Auslandsstudium in‘ EULändern. bis zum Examen möglich ist. Eingeführt wurde auch die. Begrenzung‘ der Gesamtdarlehensbelastung auf höchstens 20 000 DM.
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Stipendien
Der Harvard Club Berlin vergibt auch in diesem Jahr ein bis zwei Reisestipendien ın Höhe von jeweils 2.000 DM. Bekommen können sie Studenten, die innerhalb des nächsten akademischen Jahres 2001/2002 an einem Programm einer beliebigen Fakultät der Harvard Universität teilnehmen.
Bewerbungen müssen spätestens bis zum 19. Juni 2001 bei Dr. Stefan Gosepath, Hochschule der Künste Berlin, Postfach 120544, 10595 Berlin vorliegen. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter der E-Mail-Anschrift gosepath@hdk-berlin.de.
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