PUTZ 4/01
UNI aktuell
Von Dhaka nach Potsdam
Mit Professor Kamrul Hassan im Gespräch
Professor Dr. Kamrul Hassan kommt aus Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh. Hierzulande wird Bangladesh hauptsächlich mit Flutkatastrophen in Verbindung gebracht, doch dies ist nur ein von Medien gewählter Ausschnitt der Wirklichkeit. Bangladesh hat auch ein riesiges Potenzial an begabten jungen Menschen, von denen einige die strengen Aufnahmeprüfungen der Universität in Dhaka bestehen. Prof. Hassan arbeitet zur Zeit als Gastwissenschaftler in der Arbeitsgruppe“Nichtlineare Dynamik“ von Professor Dr. Jürgen Kurths. Das Gespräch führte PUTZ-Redakteurin Antonia Rötger.
Wo haben Sie Ihre Ausbildung absolviert?
Hassan: Ich(habe in Physik studiert und Diplom gemacht. Dann habe ich ein Jahr in Triest in Italien verbracht.[Dieses Institut in Triest ist wie eine zweite Heimat für uns theoretische Physiker. Promoviert habe ich in London. Nun habe ich eine Festanstel
Dhaka mein
lung als Junior-Professor an der Universität in Dhaka.
Warum haben Sie sich auf Fragen der theoretischen Festkörperphysik spezialisiert?
Hassan: Mein Land kann wenig Geld für die Forschung zur
Verfügung stellen. Deshalb habe ich mich von Anfang an entschieden, theoretische Physik zu machen. Ich brauche nur einen Stift und Papier und keine teuren Geräte.
Können Sie uns in ein paar Worten skizzieren, mit wel
Physiker mit Leib und Seele: Prof. Dr. Kamrul Hassan aus Bangladesh.
Foto: Fritze
chen Problemen Sie sich
beschäftigen?
Hassan: Ich arbeite auf dem Gebiet der statistischen Physik und untersuche Nicht-Gleichgewichts-Phänomene in Systemen aus vielen Teilchen. Beispiele sind die Polymerisation, aber auch die Absorption von Teilchen auf Oberflächen.
Warum haben Sie sich für ein Humboldt-Stipendium beworben? War es ein schwieriger Schritt nach Deutschland zu gehen, ohne die Sprache zu kennen?
Hassan: Das Humboldt-Stipendium ist sehr angesehen, und Deutschland ist ein guter Ort für die Forschung. Die Sprache ist kein Problem, denn alle Physiker sprechen sehr gut Englisch. Nur wenn ich Einkaufen gehe, ist es manchmal ein bisschen schwierig. Aber meine Frau spricht Deutsch.
Und wie gefällt es Ihnen in Potsdam?
Hassan: Eine wunderbare Stadt, wir genießen es‘(hier Salm Sommer bekommen wir unser erstes Kind, ein Potsdamer Baby.
Vielen Dank für das Gespräch.
Aus dem Senat
In der 81. Sitzung des Senats der Universität Potsdam am 26. April 2001 wurden unter anderem die folgenden Beschlüsse gefasst.
Politische Bildung
Die Studienordnung und die Besonderen Prüfungsbestimmungen für das Lehramtsstudium des Faches Politische Bildung nahm der Senat zustimmend zur Kenntnis.
Verkehrskommission und Satzungsausschuss
Der Senat beschloss die personelle Zusammensetzung der Verkehrskommission und des Satzungsausschusses für eine Amtszeit bis zum 30. September
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2002. Vorsitzender der Verkehrskommission ist Prof. Dr. Reimund Gerhard-Multhaupt aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Den Satzungsausschuss leitet Norbert Janz aus der Juristischen Fakultät.
Stiftungsprofessuren
Der Senat hat die Ausschreibungen und die Ausschreibungstexte für zwei Stiftungsprofessuren zustimmend zur Kenntnis genommen. Es handelt sich um die Stiftungsprofessur Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Rabbinische Studien: Halacha und Liturgie sowie die Stiftungsprofessur Neuere Geschichte unter beson
derer Berücksichtigung der
deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur im östlichen Europa.
Rechenschaftsbericht
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder legte dem Senat die Rechenschaftsberichte des. Rektors 1998/99 und 1999/2000 vor und berichtete über Aktivitäten und Schwerpunktsetzungen im Berichtszeitraum. Die Diskussion dazu wurde auf die Senatssitzung‘ am- Sk. Mai 2001 vertagt. Anschließend werden die Rechenschaftsberichte veröffentlicht und den Hochschulangehörigen zugänglich gemacht.
Weitere Informationen sind über Birgit Köhler, Geschäftsstelle des Senats, Tel: 977-1732,
erhältlich. B.E.
Ausstellung
Soeben hat die erste brandenburgische Ausstellung im Preußenjahr ihre Pforten geöffnet. Zu sehen ist die Exposition mit dem Titel„Die süße Seite der Agrarreform- Zucker aus dem Oderbruch“ im Freilichtmuseum Altranft. Die noch bis 12. August dieses Jahres dauernde Schau ordnet sich ein in die Kampagne Kulturland Brandenburg 2001/Preußen 2001. Deren Höhepunkt soll die für den August geplante Eröffnungsausstellung des Hauses der BrandenburgischPreußischen Geschichte in Potsdam werden. Gerechnet wird für alle Ausstellungen innerhalb der Kampagne mit großem Publikum. Und das nicht ohne Grund.„Kulturland Brandenburg“ verzeichnete allein im vorigen Jahr 380.000 Besucher.
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