Heft 
(1.1.2019) 04
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PUTZ 4/01

UNI aktuell

Von Dhaka nach Potsdam

Mit Professor Kamrul Hassan im Gespräch

Professor Dr. Kamrul Hassan kommt aus Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh. Hierzulande wird Bangladesh hauptsächlich mit Flutkata­strophen in Verbindung ge­bracht, doch dies ist nur ein von Medien gewählter Aus­schnitt der Wirklichkeit. Bangladesh hat auch ein riesiges Potenzial an begabten jungen Menschen, von denen einige die strengen Aufnah­meprüfungen der Universität in Dhaka bestehen. Prof. Hassan arbeitet zur Zeit als Gastwissenschaftler in der ArbeitsgruppeNichtlineare Dynamik von Professor Dr. Jürgen Kurths. Das Gespräch führte PUTZ-Redakteurin Antonia Rötger.

Wo haben Sie Ihre Ausbil­dung absolviert?

Hassan: Ich(habe in Physik studiert und Diplom gemacht. Dann habe ich ein Jahr in Triest in Italien verbracht.[Dieses Institut in Triest ist wie eine zweite Heimat für uns theoretische Physiker. Promoviert habe ich in London. Nun habe ich eine Festanstel­

Dhaka mein

lung als Junior-Professor an der Universität in Dhaka.

Warum haben Sie sich auf Fragen der theoretischen Fest­körperphysik spezialisiert?

Hassan: Mein Land kann wenig Geld für die Forschung zur

Verfügung stellen. Deshalb habe ich mich von Anfang an ent­schieden, theoretische Physik zu machen. Ich brauche nur einen Stift und Papier und keine teuren Geräte.

Können Sie uns in ein paar Worten skizzieren, mit wel­

Physiker mit Leib und Seele: Prof. Dr. Kamrul Hassan aus Bangladesh.

Foto: Fritze

chen Problemen Sie sich

beschäftigen?

Hassan: Ich arbeite auf dem Gebiet der statistischen Physik und untersuche Nicht-Gleich­gewichts-Phänomene in Syste­men aus vielen Teilchen. Bei­spiele sind die Polymerisation, aber auch die Absorption von Teilchen auf Oberflächen.

Warum haben Sie sich für ein Humboldt-Stipendium be­worben? War es ein schwie­riger Schritt nach Deutschland zu gehen, ohne die Sprache zu kennen?

Hassan: Das Humboldt-Stipen­dium ist sehr angesehen, und Deutschland ist ein guter Ort für die Forschung. Die Sprache ist kein Problem, denn alle Physiker sprechen sehr gut Englisch. Nur wenn ich Ein­kaufen gehe, ist es manchmal ein bisschen schwierig. Aber meine Frau spricht Deutsch.

Und wie gefällt es Ihnen in Potsdam?

Hassan: Eine wunderbare Stadt, wir genießen es(hier Salm Sommer bekommen wir unser erstes Kind, ein Potsdamer Baby.

Vielen Dank für das Gespräch.

Aus dem Senat

In der 81. Sitzung des Senats der Universität Potsdam am 26. April 2001 wurden unter anderem die folgenden Beschlüsse gefasst.

Politische Bildung

Die Studienordnung und die Besonderen Prüfungsbestim­mungen für das Lehramtsstudi­um des Faches Politische Bil­dung nahm der Senat zustim­mend zur Kenntnis.

Verkehrskommission und Satzungsausschuss

Der Senat beschloss die perso­nelle Zusammensetzung der Verkehrskommission und des Satzungsausschusses für eine Amtszeit bis zum 30. September

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2002. Vorsitzender der Ver­kehrskommission ist Prof. Dr. Reimund Gerhard-Multhaupt aus der Mathematisch-Natur­wissenschaftlichen Fakultät. Den Satzungsausschuss leitet Nor­bert Janz aus der Juristischen Fakultät.

Stiftungsprofessuren

Der Senat hat die Ausschrei­bungen und die Ausschrei­bungstexte für zwei Stiftungs­professuren zustimmend zur Kenntnis genommen. Es handelt sich um die Stiftungsprofessur Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Rabbinische Stu­dien: Halacha und Liturgie sowie die Stiftungsprofessur Neuere Geschichte unter beson­

derer Berücksichtigung der

deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur im östlichen Europa.

Rechenschaftsbericht

Prof. Dr. Wolfgang Loschelder legte dem Senat die Rechen­schaftsberichte des. Rektors 1998/99 und 1999/2000 vor und berichtete über Aktivitäten und Schwerpunktsetzungen im Berichtszeitraum. Die Diskus­sion dazu wurde auf die Senats­sitzung am- Sk. Mai 2001 vertagt. Anschließend werden die Rechenschaftsberichte veröf­fentlicht und den Hochschul­angehörigen zugänglich ge­macht.

Weitere Informationen sind über Birgit Köhler, Geschäftsstelle des Senats, Tel: 977-1732,

erhältlich. B.E.

Ausstellung

Soeben hat die erste brandenbur­gische Ausstellung im Preußen­jahr ihre Pforten geöffnet. Zu sehen ist die Exposition mit dem TitelDie süße Seite der Agrar­reform- Zucker aus dem Oderbruch im Freilichtmuseum Altranft. Die noch bis 12. August dieses Jahres dauernde Schau ordnet sich ein in die Kampagne Kultur­land Brandenburg 2001/Preu­ßen 2001. Deren Höhepunkt soll die für den August geplante Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgisch­Preußischen Geschichte in Potsdam werden. Gerechnet wird für alle Ausstel­lungen innerhalb der Kampagne mit großem Publikum. Und das nicht ohne Grund.Kulturland Brandenburg verzeichnete allein im vorigen Jahr 380.000 Besucher.

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