Heft 
(1.1.2019) 06
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PUTZ 6/01

UNI aktuell

Mehr Aufmerksamkeit für Musikausbildung

Podiumsdiskussion zur Verantwortung von Hochschule und Politik

Zum ThemaKinder optimal fördern- mit Musik ver­anstaltete das Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam Anfang Juli ein hochrangig besetztes musikpädagogisches Forum im Alten Rathaus zu Potsdam. Die Veranstaltung stand unter der Schirm­herrschaft der Föderation musikpädagogischer Verbände (FmV) in Deutschland und beschäftigte sich neben den hochschulpolitischen Implikationen vor allem mit den bemerkenswerten Aus­wirkungen von Musikunter­richt auf die Gesamtentwick­lung von Kindern.

In seinem Eingangsstatement betonte Prof. Hans Günther Bastian(Universität Frankfurt) die positiven Merkmale eines verstärkten Musikunterrichts in Bereichen wie Sozialkompetenz, Intelligenz, Konzentration und Kreativität. Eine Musiker­ziehung integrierende Bildungs­politik nannte Bastian die beste Sozialpolitik.

Der ehemalige brandenburgi­sche Wissenschaftsminister, Dr. Hinrich Enderlein, verstärkte die Transfereffekte musikalischer Bildung als Schlüsselqualifika­tion für die Persönlichkeits­entwicklung unserer Kinder. Die Aufforderung an die Universität Potsdam, eine Profilbeschrei­bung unter Sparzwang vor­nehmen zu müssen, lehnte Hinrich Enderlein vehement ab. Aus eigener Erfahrung riet er der Hochschule auch, die Empfehlungen des Wissen­schaftsratestiefer zu hängen.

Hans Bäßler, Professor an der Musikhochschule in Hannover und Vorstandssprecher der FmV machte deutlich, dass die Ausbildungssituation in den Musikberufen bereits dramati­scher ist, als es Statistiken der Ministerien einräumen. Fach­fremd und oftmals schlecht erteilter Musikunterricht führt am Ende des Teufelskreises auch zu weiter sinkenden Bewer­berzahlen an den Hochschulen, so dass die bevorstehende Pen­sionierungswelle, auch in Bran­

denburg, nicht aufgefangen werden kann. Im weiteren Verlauf machte Bastian deutlich, dass sich die erfreulichen Ergebnisse seiner Studie vor allem auf jene Erweiterung des Musikunterrichts in den Grund­schulen zurückführen lassen, wie sie im Bereich der Elementaren Musikpädagogik geprägt wer­den. Die Expertenrunde for­derte die Verantwortlichen in Hochschule und Politik einhellig dazu auf, die derzeit verankerten Studienangebote des Instituts für Musik und Musikpädagogik beizubehalten und die Mög­lichkeiten der weiteren gegen­

seitigen Durchdringung auszubauen. Ein bundesweit bevorstehendes Aufeinan­derzugehen von Regelschule

und Musikschulen könnte durch die Potsdamer Konstellationen beispielgebend vorangetrieben werden.

Die Podiumsrunde sich einig darüber, dass die Auf­hebung des Immatrikulations­stopps für den Lehramtsstudien­gang Primarstufe /Sek I(großes

war

Fach) durch die Hochschul­leitung ein Signal in die richtige Richtung war. Mit Unverständ­nis reagierte man jedoch auf die Hartnäckigkeit bei der Schließ­empfehlung zum Diplomstu­diengangMusikpädagogik.

Berücksichtigt man die Umver­teilung der Lehrkapazität auf die verbleibenden Studiengänge, so kann der Verzicht auf das bun­desweit anerkannte Studien­angebot maximal 10.000,- DM jährlich(!) einsparen. Prof. Werner Beidinger, geschäfts­führender Leiter des Instituts für Musik und Musikpädagogik und Moderator der Diskussion, zeigte sich daher auch zuver­sichtlich, dass die anstehende Prüfung im Abstimmungs­prozess zwischen Hochschule und Ministerium des Landes Brandenburg wieder zu einer Immatrikulation ab dem Wintersemester 2002/ 03 führen wird.

Prof. Dr. Werner Beidinger/ Institut für Musik und Musikpädagogik

Orgel-Projekt gewann

Technologietransferpreis für Uni Potsdam

Der erstmals von der Techno­logie-Stiftung Brandenburg aus­gelobte und mit 20000 DM dotierte Technologietransfer­Preis ist kürzlich andie Uni Potsdam gegangen. Das Sieger­Team muss ‚sich die Ehrung allerdings mit zwei weiteren Teams aus der Technischen Fachhochschule Lausitz und aus der TU Berlin teilen. Die beiden ebenfalls ausgezeichneten Be­werber belegten die Plätze zwei und drei im Wettbewerb. Das siegreiche. Potsdamer Uni­Projekt beinhaltetInnovative Konstruktionsmethoden für den Instrumentenbau durch physi­kalische Analyse des Schwin­gungsverhaltens. Physiker um Prof. Dr. Reimund Gerhard­

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Multhaupt haben ein Verfahren entwickelt, dass die Firma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH in die Lage versetzt, die Rekonstruktionen historischer Orgeln unter An­wendung ihrer anerkannten handwerklichen und künstle­rischen Qualitätsarbeit durch technische Innovationen als Geschäftsfeld zu verstärken. Die Auszeichnung der drei anwendungsorientierten wissen­schaftlichen Verfahren erfolgte beim 1. Technologie-Transfer­tag Brandenburgs an der Uni Potsdam. An der Veranstaltung im Juni dieses Jahres hatten rund 200 am Thema Interes­sierte teilgenommen.

P.G.

Tradition und Technik im Orgelklang

Moderne Anatysevertahren Hür den restaurierenden Orgelbau

Beim 1. Technologie Transfer Tag Brandenburg 2001 lockte die Ausstellung

Neue Ideen braucht das Land erfolgreicher Transfer in Brandenburg. Besucher konnten auch etwas von den Geheimmnissen des Orgelbaus erfahren.

Foto: zg.