PUTZ 6/01
UNI aktuell
Mehr Aufmerksamkeit für Musikausbildung
Podiumsdiskussion zur Verantwortung von Hochschule und Politik
Zum Thema„Kinder optimal fördern- mit Musik“ veranstaltete das Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam Anfang Juli ein hochrangig besetztes musikpädagogisches Forum im Alten Rathaus zu Potsdam. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Föderation musikpädagogischer Verbände (FmV) in Deutschland und beschäftigte sich neben den hochschulpolitischen Implikationen vor allem mit den bemerkenswerten Auswirkungen von Musikunterricht auf die Gesamtentwicklung von Kindern.
In seinem Eingangsstatement betonte Prof. Hans Günther Bastian(Universität Frankfurt) die positiven Merkmale eines verstärkten Musikunterrichts in Bereichen wie Sozialkompetenz, Intelligenz, Konzentration und Kreativität. Eine Musikerziehung integrierende Bildungspolitik nannte Bastian die beste Sozialpolitik.
Der ehemalige brandenburgische Wissenschaftsminister, Dr. Hinrich Enderlein, verstärkte die Transfereffekte musikalischer Bildung als Schlüsselqualifikation für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder. Die Aufforderung an die Universität Potsdam, eine Profilbeschreibung unter Sparzwang vornehmen zu müssen, lehnte Hinrich Enderlein vehement ab. Aus eigener Erfahrung riet er der Hochschule auch, die Empfehlungen des Wissenschaftsrates„tiefer zu hängen“.
Hans Bäßler, Professor an der Musikhochschule in Hannover und Vorstandssprecher der FmV machte deutlich, dass die Ausbildungssituation in den Musikberufen bereits dramatischer ist, als es Statistiken der Ministerien einräumen. Fachfremd und oftmals schlecht erteilter Musikunterricht führt am Ende des Teufelskreises auch zu weiter sinkenden Bewerberzahlen an den Hochschulen, so dass die bevorstehende Pensionierungswelle, auch in Bran
denburg, nicht aufgefangen werden kann. Im weiteren Verlauf machte Bastian deutlich, dass sich die erfreulichen Ergebnisse seiner Studie vor allem auf jene Erweiterung des Musikunterrichts in den Grundschulen zurückführen lassen, wie sie im Bereich der Elementaren Musikpädagogik geprägt werden. Die Expertenrunde forderte die Verantwortlichen in Hochschule und Politik einhellig dazu auf, die derzeit verankerten Studienangebote des Instituts für Musik und Musikpädagogik beizubehalten und die Möglichkeiten der weiteren gegen
seitigen Durchdringung auszubauen. Ein bundesweit bevorstehendes Aufeinanderzugehen von Regelschule
und Musikschulen könnte durch die Potsdamer Konstellationen beispielgebend vorangetrieben werden.
Die Podiumsrunde sich einig darüber, dass die Aufhebung des Immatrikulationsstopps für den Lehramtsstudiengang Primarstufe /Sek I(großes
war
Fach) durch die Hochschulleitung ein Signal in die richtige Richtung war. Mit Unverständnis reagierte man jedoch auf die Hartnäckigkeit bei der Schließempfehlung zum Diplomstudiengang„Musikpädagogik“.
Berücksichtigt man die Umverteilung der Lehrkapazität auf die verbleibenden Studiengänge, so kann der Verzicht auf das bundesweit anerkannte Studienangebot maximal 10.000,- DM jährlich(!) einsparen. Prof. Werner Beidinger, geschäftsführender Leiter des Instituts für Musik und Musikpädagogik und Moderator der Diskussion, zeigte sich daher auch zuversichtlich, dass die anstehende Prüfung im Abstimmungsprozess zwischen Hochschule und Ministerium des Landes Brandenburg wieder zu einer Immatrikulation ab dem Wintersemester 2002/ 03 führen wird.
Prof. Dr. Werner Beidinger/ Institut für Musik und Musikpädagogik
Orgel-Projekt gewann
Technologietransferpreis für Uni Potsdam
Der erstmals von der Technologie-Stiftung Brandenburg ausgelobte und mit 20000 DM dotierte TechnologietransferPreis ist‘ kürzlich an“die Uni Potsdam gegangen. Das SiegerTeam muss ‚sich die Ehrung allerdings mit zwei weiteren Teams aus der Technischen Fachhochschule Lausitz und aus der TU Berlin teilen. Die beiden ebenfalls ausgezeichneten Bewerber belegten die Plätze zwei und drei im Wettbewerb. Das siegreiche‘. Potsdamer‘ UniProjekt beinhaltet“Innovative Konstruktionsmethoden für den Instrumentenbau durch physikalische Analyse des Schwingungsverhaltens”. Physiker um Prof. Dr. Reimund Gerhard
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Multhaupt haben ein Verfahren entwickelt, dass die Firma Alexander Schuke Potsdam— Orgelbau GmbH in die Lage versetzt, die Rekonstruktionen historischer Orgeln unter Anwendung ihrer anerkannten handwerklichen und künstlerischen Qualitätsarbeit durch technische Innovationen als Geschäftsfeld zu verstärken. Die Auszeichnung der drei anwendungsorientierten wissenschaftlichen Verfahren erfolgte beim 1. Technologie-Transfertag Brandenburgs an der Uni Potsdam. An der Veranstaltung im Juni dieses Jahres‘ hatten rund 200 am Thema Interessierte teilgenommen.
P.G.
Tradition und Technik im Orgelklang
Moderne Anatysevertahren Hür den restaurierenden Orgelbau
Beim 1. Technologie Transfer Tag Brandenburg 2001 lockte die Ausstellung
“Neue Ideen braucht das Land— erfolgreicher Transfer in Brandenburg”. Besucher konnten auch etwas von den Geheimmnissen des Orgelbaus erfahren.
Foto: zg.