Forschung
PUTZ 6/01
BioProfile-Gelder nach Potsdam
Mit dem Profil“Neue Perspektiven für Diagnose, Prävention und Therapie ernährungsabhängiger Krankheiten” konnte sich die Region Potsdam/Berlin auf den Biotechnologietagen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den 20 Mitbewerbern behaupten. Die teilnehmenden Forschungseinrichtungen in Potsdam/Berlin werden in den nächsten fünf Jahren 35 Millionen DM erhalten. In dem Projekt arbeiten neben den Max-Planck-Instituten für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm und für Molekulare Genetik in BerlinDahlem die Hochschulen der
Region, Kliniken,_wissenschaftliche und öffentliche Einrichtungen Hund Unter:
nehmen, vor allem aus dem Bereich Lebensmitteltechnologie, zusammen. Die Forschungsergebnisse sollen in vermarktbare Produkte wie gesündere Lebensmittel umgesetzt werden. Koordinator des Programms ist Prof. Dr. Christian Barth vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam Bergholz/Rehbrücke. PUTZ
Preis Europaforschung
Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.(VBKI) hat auch in diesem Jahr wieder den Preis Europaforschung für junge Wissenschaftler ausgeschrieben. Noch bis zum 15. August 2001 können nun an der Auszeichnung Interessierte ihre Arbeiten rund ums Thema der europäischen Einigung einreichen. Geehrt werden jeweils sechs herausragende Dissertationen, Diplom- und Magisterarbeiten, davon fünf mit je 6000 DM, der Sonderpreis ist sogar mit 7000 DM dotiert. Weitere Informationen gibt es beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., Ludwig Erhard Haus, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin, Tel: 030/7261080, www.vbki.de, info@vbki.de.
PUTZ
Karriere in der Wissenschaft
Internationales Graduiertenprogramm in Golm
Biomimetische Systeme sind Modellsysteme, die sich an biologischen Organismen orientieren, aber dennoch einfach genug sind, um mit den Methoden der Chemie und Physik exakt untersucht zu werden. Die Fragestellungen dieser interdisziplinären Wissenschaft sind vielfältig— von theoretischen Modellen der Evolution über Molekulare Motoren bis zur Biomineralisation und Sensorik reicht das Spektrum der aktuellen Forschungsthemen. Das MaxPlanck-Institut für Kolloidund Grenzflächenforschung in Golm hat nun ein internationales Graduiertenprogramm eingerichtet, um wissenschaftlichen Nachwuchs der Spitzenklasse auszubilden. “Wir arbeiten an dem Ziel, dass diese Schule in der wissenschaftlichen Welt anerkannt wird und wollen hier Wissenschaftler ausbilden, die wirklich ein sehr hohes Niveau haben” sagt Dr. Angelo Valleriani, Koordinator des Programms.
Im letzten Semester wurden bereits acht Studenten aufgenommen, die aus achtzig Bewerbungen ausgewählt wurden. “Wir sind zwar anspruchsvoll bei der Auswahl, aber dafür auch flexibel”, erklärt Valleriani, “wenn sich ein Student noch nach der Deadline bewirbt, den wir unbedingt haben wollen, kann er trotzdem kommen und im kommenden Herbst das Programm nachholen”. Längerfristig ist beabsichtigt, pro Jahrgang zwanzig Studenten aufzunehmen.
Die engen Kontakte zur Uni Potsdam, zum Max-Planck
Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie und zu den anderen wissenschaftlichen Einrichtungen der Region im Bereich Biotechnologie lassen ein fruchtbares Arbeitsklima erwarten. Auch sonst sind die Arbeitsbedingungen ausgezeichnet.
Arbeitsbedingungen gut
Die Geräteausstattung ist auf dem neuesten Stand, die Räume und Laboratorien sind großzügig und modern eingerichtet. Wenigstens 50 Prozent der Plätze sind für Studenten aus dem Ausland vorgesehen. Während des dreijährigen Programms arbeiten die Nachwuchswissenschaftler an ihrer Doktorarbeit, hören aber auch Vorlesungen und halten regelmäßig Vorträge über die Fortschritte ihrer eigenen For: schung. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten während dieser Zeit ein Gehalt von etwa 1700 DM netto im Monat und sind sozialversichert. Trotzdem wird es schwer sein, aus Ländern wie Indien oder China die besten Kandidaten zu bekommen, denn viele von diesen gehen verständlicher: weise lieber in die USA: Nicht nur, weil sie wie alle Nachwuchswissenschaftler ohnehin Englisch sprechen, sondern auch, weil die USA mit einem unbefristeten Visum samt Arbeitserlaubnis bessere Zukunftsaussichten bieten kann.
ar
Weitere Informationen und Anmeldeformulare unter http: //www.imprs.de
Veranstaltungskalender der Universität Potsdam online unter: http:/www.uni-potsdam.de/u/kalender/
Lise-MeitnerProgramm
Mit einem Vortrag über geschlechtsspezifische Aspekte im interkulturellen Austausch überzeugte Dr. Eva Lezzi die Jury an der Universität Potsdam. Danach stand fest: Sie wird die Leiterin der Nachwuchsforscherinnengruppe im Lise-Meitner-Programm der Hochschule. Das Programm ist eine besondere Maßnahme an der Universität Potsdam zur Herstellung von Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre. Das Geld dafür kommt aus dem entsprechenden Hochschulwissenschaftsprogramm, das Bund und Länder zu gleichen Teilen finanzieren. Siebenundreißig Wissenschaftlerinnen aus allen Disziplinen hatten sich bei der Universität Potsdam für das Programm beworben, das hochqualifizierten Kandidatinnen den Weg zur Professur ecbnen soll. Anliegen ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen schon vor der Berufung auf eine Professur die Möglichkeit einzuräumen, selbstständig zu forschen und zu lehren.
Von 2001 bis 2003 stehen genau 450 000 DM zur Verfügung. Dieser Betrag schließt eine BAT 2a-Ost-Stelle für die Leiterin der Gruppe und eine halbe. BALr 2a Qualifizierungsstelle ein sowie Mittel für die Erstausstattung. Die Förderung kann um weitere drei Jahre verlängert werden, wenn die Evaluierung dies ergibt.
Die Germanistin Lezzi wird in den kommenden zweieinhalb Jahren in der Philosophischen Fakultät im Profilbereich “Kulturen im Vergleich” mitarbeiten. Sie promovierte mit einem magna cum laude über “Kindheitserinnerungen an die Shoa” an der Freien Universität Berlin und könnte mit diesem wissenschaftlichen Hintergrund auch den Schwerpunkt Deutsch-Jüdische Studien verstärken.
ar
19