Forschung
PUTZ 6/01
Biologie der pflanzlichen Wahrnehmung
Antrittsvorlesung von Bernd Müller-Röber
Wie sehen Pflanzen die Welt? Können sie fühlen, riechen oder schmecken? Haben sie ähnliche Sinnesorgane wie Tiere und Menschen, mit denen sie Reize aus der Umgebung verarbeiten? Denn auch Pflanzen müssen in geeigneter Weise auf Einflüsse aus ihrer Umwelt reagieren, damit sie überleben und wachsen können.
Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Biologe Professor Dr. Bernd Müller-Röber vom Institut für Molekularbiologie der Universität? Potsdam. In seiner Antrittsvorlesung über die Biologie der pflanzlichen Wahrnehmung stellte er einige Bausteine der zellulären Signalnetze vor.
Die Arbeitsgruppe von MüllerRöber untersucht die Signalverarbeitung in Pflanzen an den Grenzen der pflanzlichen Zelle,
im Zellinnern und im Zellkern. Die Biologen arbeiten dabei auch mit gentechnisch veränderten Pflanzen, um die Funktion von einzelnen Genen bei der Signalverarbeitung besser zu verstehen. Die wichtigste Modellpflanze ist das Ackerschmalwand(Arabidopsis thaliana),
Lüftet die Geheimisse der Pflanzen: Prof. Dr. Bernd Müller-Röber.
dessen Genom als erstes pflanzliches Genom vollständig entziffert werden konnte. Die Ergebnisse dieser Forschung sind sowohl für die biologische Grundlagenforschung als auch für die pflanzliche Biotechnologie von großem Interesse.
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Foto: Tribukeit
Aufruf
Vom 12: bis 16. September 2001 läuft im Technikmuseum Berlin die Ausstellung“vCell. Die virtuelle Zelle”. In der Exposition, aber auch im dazugehörigen Internet-Auftritt wird es um das Thema Lebenswissenschaften gehen. Am Beispiel der Zelle will man dem Publikum aktuelle Themen und EntwickJungen aus der Forschung in visualisierter Form näher bringen.
Die S+P. Media AG, die diese Ausstellung für die Max-PlanckGesellschaft realisiert, hofft bei der Durchführung des Projekts auf die Unterstützung aus den Hochschulen. In einem Wettbewerb möchten die Organisatoren deshalb jetzt zu studentischen Arbeiten über das Thema “Lebenswissenschaften” anregen, in die auch künstlerische oder sozioökonomische Aspekte mit einfließen können. Erwartet werden zum Beispiel 3DAnimationen, ‚Texte, Filme (Videos) oder Modelle.
Nähere Informationen dazu erteilt Tabbal Leila von der S+P Media: AG ‚unter Tel.: 089/27359924. PUTZ
Workshop
Die Projektgruppe Angewandte Geophysik führte kürzlich den Workshop“Einführung geophysikalischer Messverfahren in der Landwirtschaft” durch. Vorgestellt wurden Zwischenergebnisse eines von den Wissenschaftlern bearbeiteten entsprechenden Projekts; dasädie Deutsche Bundesumweltstiftung fördert. Dabei geht es darum); dass mit Hilfe geophysikalischer Messverfahren eine Methode entwickelt wird, mit der Heterogenitäten landwirtschaftlicher Flächen auszuweisen sind. Für die Praxis bringt dies den‘ Vor; zug, auf die tatsächlichen Gegebenheiten mit einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung reagieren zu können. Maßnahmen wie Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und DBodenbe; arbeitung ließen sich dann gezielt, die speziellen Bedingungen an den jeweiligen Standorten berücksichtigend, durchführen. Neben ökonomischen Effekten soll das insbesondere auch ökologische Vorteile bringen.
Dr. Manfred Eisenreich/ Institut für Geowissenschaften
Stipendiat
Foto: privat
Der 25-jährige Geschichtsstudent der Universität Potsdam Marco Zabel hat ein Stipendium der Annalise-Wagner-Stiftung erhalten. Das mit 10 000 DM dotierte Stipendium wurde anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Stiftung und des 300. Geburtstages von MecklenburgStrelitz vergeben. Ziel des Stipendiums ist es, die im KarbeWagner-Archiv Neustrelitz aufbewahrte nachgelassene Korrespondenz der Stifterin und Neustrelitzer Ehrenbürgerin Annalise Wagner(1903-1986) archivarisch zu erschließen und zu bewerten.
B.E.
Neu bewilligt
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft(DFG) hat Dr. Katrin Czempinski vom Institut für Biochemie und Biologie eine Sachbeihilfe für ihre Arbeit zum Thema“KCO-Kanäle in Arabidopsis thaliana” gewährt. Die Bewilligung erfolgte für zwei Jahre. Auch Prof. Dr. Bernd Müller-Röber vom gleichen Institut hat eine DFG-Sachbeihilfe für gleichfalls zwei Jahre zugesagt bekommen. Er arbeitet zum Thema“Calcium-permeable Ionenkanäle in Arabidopsis thaliana”.
Chemie
Dr. Ullrich Scherf, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, kann sich ebenfalls über eine Sachbeihilfe von der DFG freuen. Für seine Arbeit zum Thema“Organische Feldeffekttransistoren mit Ladungstransportschichten aus hochorientierten flüssigkristallinen Polymeren” bewilligte diese für einen Zeitraum von zwei Jahren.
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Physik
Im Institut für Physik erhält Prof Dr AUlrnichPietschleinc Sachbeihilfe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die für ein Jahr begrenzte finanzielle Unterstützung dient der Forschungstätigkeit zum Thema “Dynamik der"Transportprozesse bei Strukturbildung und-wandlung mesoskopischperiodischer Oberflächengitter aus Polymerfilmen”. Prof. Dr. Dieter Neher vom gleichen Institut bekommt ebenso eine auf zwei Jahre befristete DFGSachbeihilfe. Sie soll seine Arbeit am Thema“Organische Feldeffekttransistoren mit Ladungstransportschichten aus hochorientierten flüssigkristallinen Polymeren” unterstützen. Auch für Prof. Dr. Ralf Menzel vom Institut für Physik erfolgte jüngst die Bewilligung einer Sachbeihilfe für zwei Jahre. Sie ist fürgdieArbeitfam Thema “Charakterisierung von LowTemperature-Grown GaAs(LTGaAs) mit nichtlinearen optischen Messmethoden” bestimmt.
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