Heft 
(1.1.2019) 06
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Forschung

PUTZ 6/01

Biologie der pflanzlichen Wahrnehmung

Antrittsvorlesung von Bernd Müller-Röber

Wie sehen Pflanzen die Welt? Können sie fühlen, riechen oder schmecken? Haben sie ähnliche Sinnesorgane wie Tiere und Menschen, mit de­nen sie Reize aus der Umge­bung verarbeiten? Denn auch Pflanzen müssen in geeigneter Weise auf Einflüsse aus ihrer Umwelt reagieren, damit sie überleben und wachsen kön­nen.

Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Biologe Professor Dr. Bernd Müller-Röber vom Institut für Molekularbiologie der Universität? Potsdam. In seiner Antrittsvorlesung über die Biologie der pflanzlichen Wahr­nehmung stellte er einige Bausteine der zellulären Signal­netze vor.

Die Arbeitsgruppe von Müller­Röber untersucht die Signalver­arbeitung in Pflanzen an den Grenzen der pflanzlichen Zelle,

im Zellinnern und im Zellkern. Die Biologen arbeiten dabei auch mit gentechnisch verän­derten Pflanzen, um die Funk­tion von einzelnen Genen bei der Signalverarbeitung besser zu verstehen. Die wichtigste Mo­dellpflanze ist das Ackerschmal­wand(Arabidopsis thaliana),

Lüftet die Geheimisse der Pflanzen: Prof. Dr. Bernd Müller-Röber.

dessen Genom als erstes pflanz­liches Genom vollständig entzif­fert werden konnte. Die Ergeb­nisse dieser Forschung sind sowohl für die biologische Grundlagenforschung als auch für die pflanzliche Biotechnolo­gie von großem Interesse.

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Foto: Tribukeit

Aufruf

Vom 12: bis 16. September 2001 läuft im Technikmuseum Berlin die AusstellungvCell. Die virtuelle Zelle. In der Ex­position, aber auch im dazuge­hörigen Internet-Auftritt wird es um das Thema Lebenswissen­schaften gehen. Am Beispiel der Zelle will man dem Publikum aktuelle Themen und Entwick­Jungen aus der Forschung in visualisierter Form näher brin­gen.

Die S+P. Media AG, die diese Ausstellung für die Max-Planck­Gesellschaft realisiert, hofft bei der Durchführung des Projekts auf die Unterstützung aus den Hochschulen. In einem Wett­bewerb möchten die Organi­satoren deshalb jetzt zu studen­tischen Arbeiten über das Thema Lebenswissenschaften anre­gen, in die auch künstlerische oder sozioökonomische Aspekte mit einfließen können. Erwartet werden zum Beispiel 3D­Animationen, ‚Texte, Filme (Videos) oder Modelle.

Nähere Informationen dazu erteilt Tabbal Leila von der S+P Media: AG ‚unter Tel.: 089/27359924. PUTZ

Workshop

Die Projektgruppe Angewandte Geophysik führte kürzlich den WorkshopEinführung geo­physikalischer Messverfahren in der Landwirtschaft durch. Vorgestellt wurden Zwischen­ergebnisse eines von den Wissen­schaftlern bearbeiteten ent­sprechenden Projekts; dasädie Deutsche Bundesumweltstiftung fördert. Dabei geht es darum); dass mit Hilfe geophysikalischer Messverfahren eine Methode entwickelt wird, mit der Hetero­genitäten landwirtschaftlicher Flächen auszuweisen sind. Für die Praxis bringt dies den Vor; zug, auf die tatsächlichen Gege­benheiten mit einer teilflächen­spezifischen Bewirtschaftung re­agieren zu können. Maßnahmen wie Aussaat, Düngung, Pflan­zenschutz und DBodenbe; arbeitung ließen sich dann ge­zielt, die speziellen Bedingungen an den jeweiligen Standorten berücksichtigend, durchführen. Neben ökonomischen Effekten soll das insbesondere auch öko­logische Vorteile bringen.

Dr. Manfred Eisenreich/ Institut für Geowissenschaften

Stipendiat

Foto: privat

Der 25-jährige Geschichtsstu­dent der Universität Potsdam Marco Zabel hat ein Stipendium der Annalise-Wagner-Stiftung erhalten. Das mit 10 000 DM dotierte Stipendium wurde anlässlich des zehnjährigen Jubi­läums der Stiftung und des 300. Geburtstages von Mecklenburg­Strelitz vergeben. Ziel des Sti­pendiums ist es, die im Karbe­Wagner-Archiv Neustrelitz auf­bewahrte nachgelassene Korres­pondenz der Stifterin und Neu­strelitzer Ehrenbürgerin Anna­lise Wagner(1903-1986) archi­varisch zu erschließen und zu bewerten.

B.E.

Neu bewilligt

Die Deutsche Forschungsge­meinschaft(DFG) hat Dr. Katrin Czempinski vom Institut für Biochemie und Biologie eine Sachbeihilfe für ihre Arbeit zum ThemaKCO-Kanäle in Ara­bidopsis thaliana gewährt. Die Bewilligung erfolgte für zwei Jahre. Auch Prof. Dr. Bernd Müller-Röber vom gleichen Institut hat eine DFG-Sachbei­hilfe für gleichfalls zwei Jahre zugesagt bekommen. Er arbeitet zum ThemaCalcium-perme­able Ionenkanäle in Arabidopsis thaliana.

Chemie

Dr. Ullrich Scherf, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, kann sich ebenfalls über eine Sachbeihilfe von der DFG freuen. Für seine Arbeit zum ThemaOrganische Feld­effekttransistoren mit Ladungs­transportschichten aus hochori­entierten flüssigkristallinen Polymeren bewilligte diese für einen Zeitraum von zwei Jahren.

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Physik

Im Institut für Physik erhält Prof Dr AUlrnichPietschleinc Sachbeihilfe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die für ein Jahr begrenzte finanzielle Unterstützung dient der Forschungstätigkeit zum Thema Dynamik der"Transport­prozesse bei Strukturbildung und-wandlung mesoskopisch­periodischer Oberflächengitter aus Polymerfilmen. Prof. Dr. Dieter Neher vom gleichen Institut bekommt ebenso eine auf zwei Jahre befristete DFG­Sachbeihilfe. Sie soll seine Arbeit am ThemaOrganische Feldeffekttransistoren mit La­dungstransportschichten aus hochorientierten flüssigkristalli­nen Polymeren unterstützen. Auch für Prof. Dr. Ralf Menzel vom Institut für Physik erfolgte jüngst die Bewilligung einer Sachbeihilfe für zwei Jahre. Sie ist fürgdieArbeitfam Thema Charakterisierung von Low­Temperature-Grown GaAs(LT­GaAs) mit nichtlinearen opti­schen Messmethoden be­stimmt.

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