Titel
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ro-Reflektor (LRR). Hinzu kommt der so genannte „GPS-Blackjack-Empfänger“ mit 16 Kanälen und vier Antennen. Dieser erlaubt im Kontakt mit den im All befindlichen amerikanischen GPS-Satelliten ganz exakte Bahnbestimmungen und damit natürlich genauere Schwerefelddaten. Zugleich ermöglicht „Blackjack“ mittels Signale von einem gerade hinter dem Horizont verschwindenden GPS-Satelliten Aussagen über das vertikale Druck-, Temperatur- und unter Umständen auch Feuchtigkeitsprofil der Atmosphäre.
An Bord von CHAMP befindet sich auch ein leistungsfähiges Magnetometer zur exakten Ausmessung des jeweils umgebenden Magnetfeldes. Doch wozu das alles?
Erkenntnisse über dynamische Vorgänge im Erdinnern
Zwischenbilanz zu Messdaten des Geoforschungssatelliten
Seit 16 Monaten umkreist der Potsdamer Geosatellit CHAMP auf seiner polaren Umlaufbahn in 470 Kilometern Höhe die Erde. Bei inzwischen mehr als 9000 Umrundungen hat der Satellit des GFZ Potsdam mit seinen sieben wissenschaftlichen Instrumenten einen nahezu kontinuierlichen Fluss an Daten für die Untersuchung des Schwere- und Magnetfeldes der Erde und für die Sondierung der Erdatmosphäre abgeliefert. Diese Daten werden in der Zwischenzeit von über 100 Forschergruppen in aller Welt genutzt. Die Messdaten ergeben ein erheblich schärferes Bild des Erdschwere- und des Erdmagnetfeldes, und auch die Messungen der globalen vertikalen Verteilung von Temperatur und Wasserdampf in der Atmosphäre zeigen verbesserte Möglichkeiten für die Wettervorhersage. Red.
„Schwere- und Magnetfelddaten sind sehr wichtige Messgrößen für Erkenntnisse über die dynamischen Vorgänge tief im Erdinneren und deren Wechselwirkungen mit dem Ozean und der Atmosphäre“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Reigber zu einem Hauptanliegen der CHAMP- Mission. Und er nennt noch weitere Ziele. So können bei sachkundiger Datenkombination
Der erste Minisatellit des GeoForschungsZen- trums startete 1995 und sendete Daten über das Erdschwerefeld.
unter anderem Aussagen über die Ozeanzirkulation, über globale Veränderungen der Meeresspiegelhö- Sichere Höhenbestimmungen hen und Kurzzeitschwankun- für Landschafen, Meeresspiegel gen des Wasserhaushalts der und Eisflächen Erde sowie damit zusammenhängende Wetter- und Klimaprozesse gewonnen werden. Erkenntnisse zur Entwicklung des irdischen und Weltraumwetters lassen sich auch aus
der vertikalen Temperatur- und Wasserdampfsondierung der unteren Atmosphäre und der Elektronendichteverteilung in der Ionosphäre ableiten. Eine immer exaktere Normal-Null- Niveaufläche des Schwerefeldes erlaubt zudem sichere Höhenbestimmungen für Landschaften, Meeresspiegel und Eisflächen.
Im März wird die amerikanische NASA zusammen mit dem GFZ eine weitere Schwerefeldmission starten, ein Doppelsatellitenprojekt namens GRACE.
Prof. Dr. Christoph Reigber
Musik vom Inneren der Erde
Wer gern einmal auf eher ungewöhnlichen musikalischen Pfaden wandern möchte, muss die CD „Kookoon. Inner Earth“ kaufen. Prof. Dr. Frank Scherbaum und der Berliner Komponist und Toningenieur Wolfgang Loos brachten sie 1999 heraus. Zu hören sind Kompositionen, wie sie nur unsere alte Erde hergibt. „Normale“ Instrumente sind dabei allerdings nicht zu vernehmen. Es erklingen vielmehr sehr weiche, langsame elektronische Sounds, die auf der Grundlage stundenlanger Erdbelauschungen entstanden. Red.
Kookoon. Inner Earth. Von Frank Scherbaum und Wolfgang Loos. Traumton Records 4429
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Foto: unicom, Photodisc