Heft 
(1.1.2019) 01
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Titel

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ro-Reflektor (LRR). Hinzu kommt der so genann­teGPS-Blackjack-Empfänger mit 16 Kanälen und vier Antennen. Dieser erlaubt im Kontakt mit den im All befindlichen amerikanischen GPS-Satelliten ganz exakte Bahnbestimmungen und damit natürlich genauere Schwerefelddaten. Zugleich ermöglichtBlackjack mittels Signale von einem gerade hinter dem Horizont ver­schwindenden GPS-Satelliten Aussagen über das vertikale Druck-, Temperatur- und unter Umständen auch Feuchtigkeitsprofil der Atmo­sphäre.

An Bord von CHAMP befindet sich auch ein leis­tungsfähiges Magnetometer zur exakten Aus­messung des jeweils umgebenden Magnetfeldes. Doch wozu das alles?

Erkenntnisse über dynamische Vorgänge im Erdinnern

Zwischenbilanz zu Messdaten des Geoforschungssatelliten

Seit 16 Monaten umkreist der Potsdamer Geosatellit CHAMP auf seiner polaren Umlaufbahn in 470 Kilometern Höhe die Erde. Bei inzwischen mehr als 9000 Umrundungen hat der Satellit des GFZ Potsdam mit sei­nen sieben wissenschaftlichen Instrumenten einen nahezu kontinuier­lichen Fluss an Daten für die Untersuchung des Schwere- und Magnet­feldes der Erde und für die Sondierung der Erdatmosphäre abgeliefert. Diese Daten werden in der Zwischenzeit von über 100 Forschergruppen in aller Welt genutzt. Die Messdaten ergeben ein erheblich schärferes Bild des Erdschwere- und des Erdmagnetfeldes, und auch die Messun­gen der globalen vertikalen Verteilung von Temperatur und Wasserdampf in der Atmosphäre zeigen verbesserte Möglichkeiten für die Wettervor­hersage. Red.

Schwere- und Magnetfelddaten sind sehr wich­tige Messgrößen für Erkenntnisse über die dyna­mischen Vorgänge tief im Erdinneren und deren Wechselwirkungen mit dem Ozean und der Atmosphäre, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Reigber zu einem Hauptanliegen der CHAMP- Mission. Und er nennt noch weitere Ziele. So können bei sachkundiger Datenkombination

Der erste Minisatellit des GeoForschungsZen- trums startete 1995 und sendete Daten über das Erdschwerefeld.

unter anderem Aussagen über die Ozeanzirku­lation, über globale Verände­rungen der Meeresspiegelhö- Sichere Höhenbestimmungen hen und Kurzzeitschwankun- für Landschafen, Meeresspiegel gen des Wasserhaushalts der und Eisflächen Erde sowie damit zusammen­hängende Wetter- und Klimaprozesse gewonnen werden. Erkenntnisse zur Entwicklung des irdi­schen und Weltraumwetters lassen sich auch aus

der vertikalen Temperatur- und Wasserdampf­sondierung der unteren Atmosphäre und der Elektronendichteverteilung in der Ionosphäre ableiten. Eine immer exaktere Normal-Null- Niveaufläche des Schwerefeldes erlaubt zudem sichere Höhenbestimmungen für Landschaften, Meeresspiegel und Eisflächen.

Im März wird die amerikanische NASA zusam­men mit dem GFZ eine weitere Schwerefeldmis­sion starten, ein Doppelsatellitenprojekt namens GRACE.

Prof. Dr. Christoph Reigber

Musik vom Inneren der Erde

Wer gern einmal auf eher ungewöhnlichen musikalischen Pfaden wan­dern möchte, muss die CDKookoon. Inner Earth kaufen. Prof. Dr. Frank Scherbaum und der Berliner Komponist und Toningenieur Wolf­gang Loos brachten sie 1999 heraus. Zu hören sind Kompositionen, wie sie nur unsere alte Erde hergibt.Normale Instrumente sind dabei aller­dings nicht zu vernehmen. Es erklingen vielmehr sehr weiche, langsame elektronische Sounds, die auf der Grundlage stundenlanger Erdbelau­schungen entstanden. Red.

Kookoon. Inner Earth. Von Frank Scherbaum und Wolfgang Loos. Traumton Records 4429

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Foto: unicom, Photodisc