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Segen und Katastrophe
Vulkane verändern Klima und Umwelt
Vulkanismus und Erdbeben sind spektakuläre Zeugnisse dafür, cioss unsere Erde ein “lebendes”, sich ständig verändertes System darstellt. Ohne die Existenz vulkanischer Aktivität wären heute unser Klima und unsere Umweltbedingungen anders, wobei Segen und Katastrophe sehr dicht beieinander liegen.
W ir kennen auf der Erde mittlerweile 1300 Vulkane, von denen immerhin noch über 550 in historischer Zeit aktiv waren. In dieser Zahl sind neben den daueraktiven Vulkanen wie dem Ätna auf Sizilien oder dem Kilauea auf Hawaii auch solche Vulkane enthalten, die sehr viel seltener und damit auch heftiger wieder zum Leben erwachen. Diese Verbindung zwischen Dauer der Ruhezeit und Stärke einer Eruption wurde erst in den letzten Jahren wissenschaftlich fundiert untersucht. Dies stellt auch gleichzeitig eines der größten Probleme bei der Überwachung von aktiven Vulkanen dar. Zum einen "vergessen” die Bewohner von gefährlichen Regionen katastrophale Eruptionen relativ schnell und siedeln sich nach einer Verwüstung wieder in den meist sehr fruchtbaren Gebieten an. Zum anderen sind Erkenntnisse über eine Eruption, die beispielsweise vor 500 Jahren stattgefunden hat, nur über geologische Beobachtungen möglich. Paradoxerweise zeigen manche großen Ereignisse aber nur dünne Ablagerungen, die innerhalb kurzer Zeit verdeckt werden. In seltenen Fällen existieren Mythen über Zerstörungen, wobei es hier für den Wissenschaftler schwer ist, die Grenze zwischen religiös motivierten Überlieferungen und tatsächlicher Beobachtung zu ziehen. Die zur erfolgreichen Frühwarnung nötigen Beobachtungszeiträume sind dementsprechend lang
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Manuelle Gas-
'y *^' *5 Probenentnahme Cä am Vulkangipfel
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Größere Gesteinslawine am Vulkan Merapi. Die abgehenden Gesteinsblöcke sind noch heiß und teilweise glühend. Sie erzeugen heim Aufprallen auf den Vulkan feine Asche.
und verlangen viel Aufmerksamkeit und Geduld von den verantwortlichen Wissenschaftlern.
Dennoch, die instrumenteile Vulkanologie hat in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht, sei es bei der Frühwarnung selbst oder bei dem Verstehen über die Ursachen von Vulkanausbrüchen. In diesem Zusammenhang werden an dem Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam neben herkömmlichen Methoden der Geologie, Mineralogie und Geophysik zunehmend Verfahren eingesetzt, die auf sogenannter künstlicher Intelligenz oder Methoden der automatischen Sprachverarbeitung und Radartechnologie basieren. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden an einem zusammen mit dem GeoFor- schungsZentrum Potsdam und indonesischen Partnerorganisationen betriebenen seismischen Überwachungsnetz am Vulkan Merapi (Indonesien) getestet.
Große Eruptionen kann und soll der Mensch auch in Zukunft nicht verhindern. Es scheint aber in ein paar Jahren durchaus möglich, präzise Frühwarnungen mit ähnlicher Sicherheit wie zum Beispiel das “Drei-Tage-Wetter” zu geben. Nur durch diese Präzision lassen sich dann nötige Evakuierungen durchführen und das Verständnis der davon betroffenen Bevölkerung verbessern.
Dr. Joachim Wassermann
Joachim Wassermann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Geophysik
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