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(1.1.2019) 1/2
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SINKENDES SCHIFF

Kurz vor Weihnachten kam es zum Eklat beim uniRadio. Vorstand und Sprecherrat des Radios haben die Auflösung zum Jah­resende 1998 ins Auge gefaßt und dafür eine Mitgliederversammlung zwei Tage vor Silvester einberufen. Hinter­grund für diesen Konflikt ist ein Streit um ein neues Kon­zept, das eine neue Organisa­tion, Struktur und Aufgaben­verteilung des uniRadios um­faßt. Bis auf die Freie Univer­sität Berlin(FU) haben alle Mitglieder des Vereins uniRadio Berlin­Brandenburg e.V. einem von einer Ar­beitsgruppe vorgelegtem Papier, an dem auch die Uni Potsdam mitgearbeitet hat, zugestimmt.

Das neue Konzept sieht unter anderem ein professionelles und kostenbewußtes Mana­gement des uniRadios vor, ebenso die Ein­beziehung aller Mitgliedshochschulen mit ihren Studierenden in die Ausbildung beim uniRadio, Ziel ist es aber vor allem auch, den Studierenden sukzessive mehr Verant­wortung zu übertragen. Vornehmlich die Sorge, uniRadio könne sich zu einem selb­ständigen studentischen Radio ohne Steue­rung bewegen, hindere die FU das Neu­konzept mitzutragen, begründete FU-Vize­präsident, Prof. Dr. Werner Väth, die ableh­nende Haltung der FU.

Zu einer Abstimmung über die Auflösung des uniRadios kam es nicht. Einerseits, weil ersichtlich war, daß die laut Satzung notwen­dige 3/4-Mehrheit aller elf Mitglieder nicht zustandekommen würde und andererseits, weil die FU nun doch bis Anfang Februar über ein Konsenspapier nachdenken will.

Nicht unbedingt nach Berlin fahren müssen die Potsdamer, die beim uniRadio mitmachen. Die Uni­

uniRadio?

Der mehr als ein dreivier­tel Jahr währende Kon­flikt ist für die Universität Potsdam besonders be­dauerlich. Die Un­erreichbar­keit des Me­diums in der Region Pots­dam und Brandenburg und die un­günstige Sen­dezeit sprechen eigentlich gegen ein wei­teres Engagement Potsdams im uniRadio. Insofern lagen große Hoffnungen in dem Neukonzept und einem damit verbundenen Antrag bei der Landesmedienanstalt Berlin­Brandenburg um Veränderung der Frequenz und Erhöhung der Sendeleistung. Nicht zuletzt wegen des Fehlens eines Reform­konzepts hat die Landesmedienanstalt dem uniRadio im November 1998 keine neue Frequenz zugewiesen. Die Uni Potsdam hat nunmehr durch ihren Vertreter, Prof. Dr. Norbert Franz, einen Austritt aus dem uni­Radio zum Jahresende 1999 angekündigt. Einzige und letzte Hoffnung fürs uniRadio So kurz vor dem Untergang scheint zu sein, ein vernünftiges und von allen Mitgliedern getragenes Konzept zu verabschieden und die Erweiterung der Sendeleistung zu errei­chen. Ob es noch möglich sein wird, das Ruder herumzureißen, werden die näch­sten Wochen entscheiden. Doch trotz der Untergangsstimmung arbei­ten die Studierenden im Radio engagiert weiter. Jeden Tag produzieren sie ihre Sen­dungen, die auf der Berliner Frequenz 87,9 (Kabel Berlin 94,55 und Potsdam 103,3) über­

Im} uniRadio

versität verfügt über ein eigenes Produktionsstudio in Golm, in dem mit digitaler Technik Sendungen

vorproduziert werden können.

Fotos: Tribukeit

tragen wird. Und weiterhin sind Studierende gesucht, die ein Praktikum beim uniRadio machen wollen. Das Praktikum dauert sechs bis zehn Wochen und umfaßt die Bereiche Redaktion, Technik, Marketing und Öffent­lichkeitsarbeit. Die Praktikanten sind mit ih­rer Arbeit fester Bestandteil der Redaktion. Außerdem nehmen sie an verschiedenen Workshops teil. Das erfolgreiche Absolvie­ren des Praktikums wird entsprechend be­scheinigt. Bewerbungen mit Anschreiben und tabellarischen Lebenslauf sind an die Zentralredaktion, Thielallee 50, 14195 Berlin, Tel.(030) 841 727 101 zu richten. gl

WIE KOMMUNIZIEREN ZELLEN?

Zellen kommunizieren mit Hilfe einer chemi­schen Sprache. Dafür besitzen sie kompli­zierte Kommunikationsnetzwerke, wobei ver­schiedene, zum Teil einfache Moleküle ver­wendet werden. Die moderne Zellbiologie ist jetzt auf sehr vielversprechendem Weg, die dafür wesentlichen Substanzen zu iden­tifizieren und das Kommunikationsnetzwerk zu entschlüsseln, wobei Calcium eine Schlüsselrolle zukommt. Diese Problemstel­lung ist für Biologen, Biochemiker und Bio­physiker ebenso von Interesse wie für Er­nährungs-, Erd- und Umweltwissenschaftler. Die Bedeutung von Calcium für die Zell­kommunikation soll Thema des 2. Leibniz­Kollegs Potsdam sein. In diesem wird der Biologe Prof. Sir Michael J. Berridge, Labo­ratory of Molecular Signalling, The Babra­ham Institute, Cambridge U.K. den Haupt­vortrag halten. Er spricht am 11. Februar 1999, um 17.00 Uhr, im Audimax, Uni­komplex Neues Palais, zum Thema:Calci­um A Signal for Life and Death. Das aus­führliche Programm zum Leibnizkolleg ist im WWW unter: http://www.uni-potsdam. de/u/pressmitt/pm002_99.htm gl

Direktlinie Griebnitzsee­Babelsberg Nord

Im Herbst 1999 soll ein Bus das Studenten­dorf in der Stahnsdorfer Straße mit dem Uni-Standort Babelsberg Nord verbinden. Das bestätigte jetzt gegenüber PUTZ der Chef des Verkehrsbetriebes, Georg Dukie­wicz. Das Einrichten dieser Linie ist Be­standteil des Nahverkehrsplanes der Stadt. Die Linie könne aber erst realisiert werden, wenn bestimmte Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, so Dukiewicz, Das be­trifft beispielsweise das Anlegen einer Wendemöglichkeit für den Bus in Babels­berg Nord.Die Verbindung macht erst dann Sinn, wenn der Uni-Standort direkt angefahren werden kann. Im Juni dieses Jahres wird Georg Dukiewicz die Abgeord­neten über den Stand der Planungen infor­mieren. B.E.

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