SINKENDES SCHIFF
Kurz vor Weihnachten kam es zum Eklat beim uniRadio. Vorstand und Sprecherrat des Radios haben die Auflösung zum Jahresende 1998 ins Auge gefaßt und dafür eine Mitgliederversammlung zwei Tage vor Silvester einberufen. Hintergrund für diesen Konflikt ist ein Streit um ein neues Konzept, das eine neue Organisation, Struktur und Aufgabenverteilung des uniRadios umfaßt. Bis auf die Freie Universität Berlin(FU) haben alle Mitglieder des Vereins uniRadio BerlinBrandenburg e.V. einem von einer Arbeitsgruppe vorgelegtem Papier, an dem auch die Uni Potsdam mitgearbeitet hat, zugestimmt.
Das neue Konzept sieht unter anderem ein professionelles und kostenbewußtes Management des uniRadios vor, ebenso die Einbeziehung aller Mitgliedshochschulen mit ihren Studierenden in die Ausbildung beim uniRadio, Ziel ist es aber vor allem auch, den Studierenden sukzessive mehr Verantwortung zu übertragen. Vornehmlich die Sorge, uniRadio könne sich zu einem selbständigen studentischen Radio ohne Steuerung bewegen, hindere die FU das Neukonzept mitzutragen, begründete FU-Vizepräsident, Prof. Dr. Werner Väth, die ablehnende Haltung der FU.
Zu einer Abstimmung über die Auflösung des uniRadios kam es nicht. Einerseits, weil ersichtlich war, daß die laut Satzung notwendige 3/4-Mehrheit aller elf Mitglieder nicht zustandekommen würde und andererseits, weil die FU nun doch bis Anfang Februar über ein Konsenspapier nachdenken will.
Nicht unbedingt nach Berlin fahren müssen die Potsdamer, die beim uniRadio mitmachen. Die Uni
uniRadio?
Der mehr als ein dreiviertel Jahr währende Konflikt ist für die Universität Potsdam besonders bedauerlich. Die Unerreichbarkeit des Mediums in der Region Potsdam und Brandenburg und die ungünstige Sendezeit sprechen eigentlich gegen ein weiteres Engagement Potsdams im uniRadio. Insofern lagen große Hoffnungen in dem Neukonzept und einem damit verbundenen Antrag bei der Landesmedienanstalt BerlinBrandenburg um Veränderung der Frequenz und Erhöhung der Sendeleistung. Nicht zuletzt wegen des Fehlens eines Reformkonzepts hat die Landesmedienanstalt dem uniRadio im November 1998 keine neue Frequenz zugewiesen. Die Uni Potsdam hat nunmehr durch ihren Vertreter, Prof. Dr. Norbert Franz, einen Austritt aus dem uniRadio zum Jahresende 1999 angekündigt. Einzige und letzte Hoffnung fürs uniRadio So kurz vor dem Untergang scheint zu sein, ein vernünftiges und von allen Mitgliedern getragenes Konzept zu verabschieden und die Erweiterung der Sendeleistung zu erreichen. Ob es noch möglich sein wird, das Ruder herumzureißen, werden die nächsten Wochen entscheiden. Doch trotz der Untergangsstimmung arbeiten die Studierenden im Radio engagiert weiter. Jeden Tag produzieren sie ihre Sendungen, die auf der Berliner Frequenz 87,9 (Kabel Berlin 94,55 und Potsdam 103,3) über
Im} uniRadio
versität verfügt über ein eigenes Produktionsstudio in Golm, in dem mit digitaler Technik Sendungen
vorproduziert werden können.
Fotos: Tribukeit
tragen wird. Und weiterhin sind Studierende gesucht, die ein Praktikum beim uniRadio machen wollen. Das Praktikum dauert sechs bis zehn Wochen und umfaßt die Bereiche Redaktion, Technik, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktikanten sind mit ihrer Arbeit fester Bestandteil der Redaktion. Außerdem nehmen sie an verschiedenen Workshops teil. Das erfolgreiche Absolvieren des Praktikums wird entsprechend bescheinigt. Bewerbungen mit Anschreiben und tabellarischen Lebenslauf sind an die Zentralredaktion, Thielallee 50, 14195 Berlin, Tel.(030) 841 727 101 zu richten. gl
WIE KOMMUNIZIEREN ZELLEN?
Zellen kommunizieren mit Hilfe einer chemischen Sprache. Dafür besitzen sie komplizierte Kommunikationsnetzwerke, wobei verschiedene, zum Teil einfache Moleküle verwendet werden. Die moderne Zellbiologie ist jetzt auf sehr vielversprechendem Weg, die dafür wesentlichen Substanzen zu identifizieren und das Kommunikationsnetzwerk zu entschlüsseln, wobei Calcium eine Schlüsselrolle zukommt. Diese Problemstellung ist für Biologen, Biochemiker und Biophysiker ebenso von Interesse wie für Ernährungs-, Erd- und Umweltwissenschaftler. Die Bedeutung von Calcium für die Zellkommunikation soll Thema des 2. LeibnizKollegs Potsdam sein. In diesem wird der Biologe Prof. Sir Michael J. Berridge, Laboratory of Molecular Signalling, The Babraham Institute, Cambridge U.K. den Hauptvortrag halten. Er spricht am 11. Februar 1999, um 17.00 Uhr, im Audimax, Unikomplex Neues Palais, zum Thema:„Calcium A Signal for Life and Death“. Das ausführliche Programm zum Leibnizkolleg ist im WWW unter: http://www.uni-potsdam. de/u/pressmitt/pm002_99.htm gl
Direktlinie GriebnitzseeBabelsberg Nord
Im Herbst 1999 soll ein Bus das Studentendorf in der Stahnsdorfer Straße mit dem Uni-Standort Babelsberg Nord verbinden. Das bestätigte jetzt gegenüber PUTZ der Chef des Verkehrsbetriebes, Georg Dukiewicz. Das Einrichten dieser Linie ist Bestandteil des Nahverkehrsplanes der Stadt. Die Linie könne aber erst realisiert werden, wenn bestimmte Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, so Dukiewicz, Das betrifft beispielsweise das Anlegen einer Wendemöglichkeit für den Bus in Babelsberg Nord.„Die Verbindung macht erst dann Sinn, wenn der Uni-Standort direkt angefahren werden kann.“ Im Juni dieses Jahres wird Georg Dukiewicz die Abgeordneten über den Stand der Planungen informieren. B.E.
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PUTZ 1-2/99