Heft 
(1.1.2019) 1/2
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KEINE HAUSTIERE AN DER UNI

Manche Potsdamer Studenten und Studen­tinnen sind offenbar besonders tierlieb. Weil sie ihre Schützlinge nicht allein in der engen Studentenbude verkümmern lassen wollen, nehmen sie sie in die Vorlesungen mit. Nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Ratten und Kanariıenvögel hätten schon Vorlesun­gen und Seminare gestört, berichtet ein Mit arbeiter des Sicherheitswesens. Die Dozen­ten sind allerdings wenig begeistert, wenn sie mit Tanzmäusen und balgenden Hunden um die Aufmerksamkeit des geschätzten Publikums konkurnieren sollen. Darüber hin­aus können Tiere auch Schaden anrıchten Deshalb weist der Rektor darauf hın, daß die Mitnahme von Tieren ın die Lehrveranstal­tungen und Arbeitsräume der Universität, das betrifft Mitarbeiter wıe Studierende, nicht gestattet ist ar

Auch noch so schöne Hunde gehören nicht an

die Uni. Fotos: Richter/Fritze

Sorgt noch heute für Kon­troversen; der Begründer der modernen Militärge­schichte, Hans Delbrück. Foto: Zg.

Im Nachgang des gerade vergangenen Jahres 1998 sei an eine Person erinnert, die in der Öffentlichkeit ihrer Zeit für Auf­sehen sorgte und auch heute immer noch für Kontroversen nicht nur unter Histori­kern sorgt. Hans Delbrück, der Begrün­der der modernen Militärgeschichte, wäre 150 Jahre alt geworden.

Ihm zu Ehren fand ein Festakt an der Uni­versität Potsdam statt, der gemeinsam von der Professur für Militärgeschichte und dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt veranstaltet wurde. In seiner Festansprache würdigte Prof. Dr. Wilhelm Deist aus Frei­burg die Arbeit Delbrücks,

War Milıtärgeschichte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts lediglich ein Lehrfach für angehende Offiziere, die aus Schlachten der Vergangenheit strategische und taktı­sche Verhaltensweisen lernen sollten, so war Delbrück der erste, der die Quellen des Preußischen Generalstabes mit methodi­schen Überlegungen eines Historikers ver­knüpfte. Wenn Krieg nur die Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel ist, wie Carl Phil­ipp Gottfried von Clausewitz sagte, dann mußte es auch eine Wechselwirkung von Krieg und Politik geben. Die Verknüpfung von Diplomatiegeschichte und kriegs­geschichtlicher Forschung brachte nicht nur der Geschichtswissenschaft neue Erkennt­nisse, sondern führte die Knegsgeschichte aus ihrer Randexistenz als reine General­

Die schwedische Reformpädagogin Ellen Key nef um 1900 das zu Ende gehende Jahrhundert zumJahrhundert des Kindes aus. Und viele andere Pädagogen ın unterschiedlichen Ländern machten sich nach 1900 auf, eine Pädagogik vom Kinde aus zu konzipieren und zu realısieren. Ihre Ideen leben auch in Brandenburg fort. Das Insti­tut für Grundschulpädagogik der Uni Potsdam eröffnete am 16. Dezember 1998 ein von der Pro­fessur für Schulpädagogıik mit dem Schwerpunkt Grundschulpädagogik eingerichtetes Reform­pädagogısches Kabinett. Hier können Montes­sor-Materalien ausprobiert, studentische Arbeit­en ausgestellt und diskutiert, Literatur zu histori­schen Reformmodellen eingesehen und Informa­tionen zu aktuellen Schulreformmodellen und -entwicklungsbewegungen gesammelt werden. Regelmäßige Veranstaltungs- und Diskussions­runden geben die Möglichkeit, die historische und aktuelle Reformbewegung von Schule ken­nenzulernen und zu hinterfragen. Das Reform­pädagogische Kabinett befindet sich ım Haus 10 des Uni-Komplexes Golm. Zg./Foto: Fritze

BEGRÜNDER DER

MODERNEN MILITÄRGESCHICHTE Festakt zum 150. Geburtstag Delbrücks

stabswissenschaft heraus. Delbrück aller­dings genet gleichermaßen in die Kntik der Militärs wie der Historiker. Ein Fach wie Militärgeschichte gehöre nicht an eine deut­sche Universität, ließ ihn Leopold von Ran­ke wissen. Die Offiziere auf der anderen Seite wollten sich von einem Leutnant der Reserve nicht vorschreiben lassen, wie Schlachten der Weltgeschichte zu interpre­tieren seien, nachdem Delbrück wesentliche Elemente der Generalstahbsplanung als un­richtig erkannt und zudem die Kriegszüge des nationalen Heroen Fnedrich des Großen neu und nicht im Sinne der offiziellen Lese­art beschneben hatte.

Nachdem Delbrück auf eine Professur an die Berliner Universität berufen wurde und 1896 die Nachfolge Treitschkes antrat, wur­den seine Ideen zunehmend rezipiert und auch von anderen zur eigenen Arbeit ge­nutzt. Zunächst wandte sich ihnen die Verfassungsgeschichte mit der Darstellung des Zusammenhanges zwischen Staatsver­fassung und Militärverfassung zu, später nahm auch die Wirtschaftsgeschichte die Anregungen auf. Das Geheimnis der militä­nschen Großmachtpolitik Preußens vor dem Hintergrund seines vergleichsweise be­scheidenen ökonomischen Potentials gilt es seitdem bis auf die heutigen Tage zu ent­schlüsseln. Gemeinsam blieb jedoch allen Forschern, daß Milıtärgeschichte nur Ge­schichte von Kriegen war. Das Verhältnis von Zivilbevölkerung und militärischer Gesell­schaft in Fnedenszeiten interessierte damals noch nicht. Hier setzt die neue militär­geschichtliche Forschung an, die in Potsdam seit einigen Jahren ihr Zentrum in Forschung und Lehre gefunden hat. Olaf Gründel

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