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(1.1.2019) 1/2
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TRADITIONEN UND NEUE KONTAKTE

Eine Ehemalige über ihr Verhältnis zur Potsdamer Uni

Seit 1995, dem Abschluß ihres Zweiten Ju­ristischen Staatsexamens, arbeitet Ingrid Schott als Richterin am Verwaltungsge­richt in Potsdam. Sie hat nicht nur Vor­gängereinrichtungen des Rechtswesens im Land Brandenburg kennengelernt, sondern auch die Neugründung der Juri­stischen Fakultät und die Gründung der Universität Potsdam miterlebt. Mit der Ehemaligen sprach Dr. Thomas Freitag für die PUTZ.

PUTZ: Welche Erinnerungen verbinden Sie als eine Ehemalige mit der Zeit um 1991, als die Juristische Fakultät und im Sommer dann die Universität gegründet wurden? Schott: Dies war eine turbulente und chan­cenreiche Zeit. Ich kam aus einer Vorgän­gereinrichtung, der Akademie für Staat und Recht, lernte zeitweilig die Hochschule für Recht und Verwaltung kennen, bevor die an Jahren junge, aber an der Universität älte­ste Fakultät, die Juristische Fakultät, errich­tet wurde. Nach dem Studium war ich in der Zeit des Referendarnats als wissenschaftli­che Assistentin bei Professor Loschelder tätig. Seit ich Richterin bin, verbleibt mir zu einer regelmäßigen wissenschaftlichen Tätigkeit leider nicht mehr die Zeit. Zu die­ser Zeit war ich auch als gewählte Studen­tensprecherin hautnah am Geschehen. Da­mals hatten wir gute Kontakte zu den Profes­soren und den Beschäftigten. Heute ist die Uni viel größer geworden und es ist schwie­riger, die Verbindung zu halten. PUTZ: Könnten Sie sich praktische Kontak­te zu anderen Ehemaligen und zum Ge­schehen der Uni vorstellen? Schott: Wie das praktisch in großem Stil aussehen soll, kann ich nicht sagen. Die damalige Aufbruchsituation, von der ich sprach, die Chancen, die im Zuge der deut­schen Wiedervereinigung eröffnet wurden, waren ganz elementare Erfahrungen in mei­nem Studentenleben. Es gab ein Empfinden von Zusammengehörigkeit, gerade auch über den Studienalltag hinaus. Beispielswei­se gingen wir aus Babelsberg zum Fasching zum Neuen Palais, die Studenten von dort auch zu uns. Ich stelle mir vor, daß diese räumlichen Entfernungen, aber auch die zu­nehmende Anonymität aufgrund der größe­ren Zahlen der Studierenden Hürden für ein gemeinsames Uni-Leben darstellen. Es ist ja schon schwierig, Kontakt zu meinen ehema­ligen Kommilitonen zu halten, und wir waren nur eine kleine Gruppe. Die Kontakte nicht abreißen zu lassen, ist mir aber sehr wichtig. Heute ist es für mich eine liebgewordene Tradition, jedes Jahr die Tagung des Kom­munalwissenschaftlichen Instituts zu besu­

chen und gleichzeitigalte Bekannte wieder zu treffen. Außerdem lerne ich Studierende der Uni kennen, die als Praktikanten und so­gar als Referendare am Verwaltungsgericht arbeiten. PUTZ: Erleben Sie die Universität noch auf andere Weise? Schott: Ja. Meine Tochter besucht das Helmholtz-Gymnasium in Potsdam. Dort bin ich Mitglied der Schulkonferenz. Weil die mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen an diesem Gymnasium eine besondere Präferenz besitzen, erlebe ich, wie die Arbeit mit zukünftigen Abiturienten aussieht. Die Verbindungen zwischen Gymnasium und Universität sind in dieser Hinsicht vielgestaltig. Außerdem will ich anmerken, daß ich Mitglied der Juristi­schen Gesellschaft bin und dort frühere Mitstreiter treffe. Gelegentlich nutze ich die gut ausgestattete Bibliothek der Juristi­schen Fakultät in Babelsberg.

PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Die ehemalige Studentin Ingrid Schott ist heute Richterin am Potsdamer Verwaltungsgericht. Foto: Tribukeit

EINSATZ FÜR MENSCHENRECHTE

50 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

1948 verabschiedete die Generalver­sammlung der Vereinten Nationen in Pa­ris die Allgemeine Erklärung der Men­schenrechte. Anläßlich des 50. Jubiläums fand am 10. Dezember 1998, dem Jahres­tag der Proklamation der Erklärung, die feierliche Abschlußveranstaltung des Jahresprogrammes des Menschenrechts­zentrums der Universität Potsdam und die Preisverleihung des durch das Men­schenrechtszentrum initiierten Schüler­wettbewerbs im Potsdamer Alten Rat­haus statt.

Dieser Festakt bildete den Abschluß einer Vortragsreihe zum Thema Menschenrech­te, die unter der Schirmherrschaft des Mi­nisterpräsidenten des Landes Branden­burg, Dr. Manfred Stolpe, stand. Dabei konnten durch den Direktor des Menschen­rechtszentrums, Prof. Dr. Eckart Klein, un­ter anderem mit Prof. Dr. Thomas Buer­genthal von der Universität Washington und Prof. Dr. Christian Tomuschat von der Hum­boldt-Universität zu Berlin zwei der weltweit bedeutendsten Völker- und Menschen­rechtler sowie der damalige Bundesjustiz­minister, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, als Referenten gewonnen werden. Außer­dem entstand in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Kunst eine Ausstellung, deren Reiz im Nebeneinander von juristischen Dokumentationen, Texttafeln zu Wurzeln,

Bedeutung und Auswirkung der Erklärung der Menschenrechte sowie künstlerischen Arbeiten lag.

Manfred Stolpe forderte in seinem Gruß­wort anläßlich der Feierstunde mehr Enga­gement gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auch im Land Brandenburg. Der Staatssekretär im Bun­desjustizministerium Dr. Hansjörg Geiger betonte, daß es Zeit werde, die Straflosig­keit von Menschenrechtsverletzern und Völkermördern zu beenden und, wie im Pinochet-Fall, deren Immunität aufzuheben. Den Gastvortrag der Veranstaltung hielt der Generalsekretär des Europarates Dr. Hans Christian Krüger zum ThemaDie Entwicklung des Europäischen Menschen­rechtsschutzes, Höhepunkt des Abends war die Preisverleihung des Schülerwett­bewerbes zum ThemaAllgemeine Men­schenrechtserklärung. Unter den 57 Ein­sendungen aus Schulen des Landes Bran­denburg wurden die besten Arbeiten, vor allem Plakatentwürfe, mit Geldpreisen prämiert.

Ebenfalls anläßlich des 50. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte fand Anfang Januar in Jerusalem eine vom Menschen­rechtszentrum gemeinsam mit der dortigen Universität organisierte internationale Ta­gung statt. Schwerpunkt der Beratung waren vor allem die Wurzeln der Menschenrechte und Menschenwürde. Jan Thiele

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