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von einem Bach teilweise freigelegt worden. Der Farmer Dwight Fowler, dessen Familie langfristiger Pächter des Schlages ist, erinnerte sich daran, daß um 1940 sein Vater das ausgediente Gerät dort stehengelassen hatte, Nun läßt sich unter Einbeziehung von Geländevermessungen berechnen, wieviel Boden seither verlagert wurde. An diesen Standorten wurden mit Werten von über 150 Tonnen pro Hektar und Jahr geradezu gigantische Bodenverlagerungen nachgewiesen. Die ersten weißen Siedler kamen um 1850 nach Oregon, Washington und Idaho und schufen mit der landwirtschaftlichen Nutzung Bedingungen, die eine starke Bodenerosion begünstigten. Die Landnutzungsgeschichte dieser letzten 150 Jahre ist- im Vergleich zu Mitteleuropa, wo bereits seit 7000 Jahren Ackerbau betrieben wird- gut dokumentiert. Das macht den Nordwesten der USA zu einem idealen Standort für die Erforschung von Zusammenhängen zwischen der Nutzung einer Landschaft und Bodenverlusten durch Erosion.
So traten neben die Feldarbeiten umfangreiche Nachforschungen in Bibliotheken, Museen und Archiven. Zudem konnten in zahlreichen Gesprächen mit Farmern und Mitarbeitern von Behörden und Universitäten viele Fragen beantwortet und wichtige Kontakte geknüpft werden.
Zurück in Potsdam, gilt es nun, die von den Wissenschaftlern mitgebrachten Daten und Erkenntnisse in Diplomarbeiten und Dissertationen umzusetzen. Tilo Schnur
Um die Bodenerosion quantitativ zu bestimmen, sind die Wissenschaftler auf„Zeitmarken“ angewiesen. Auf dem Foto erkennt man eine helle Ascheschicht, die vom Vulkanausbruch des Mt. St. Helen 1980 stammt und auch einen alten Pflug, den ein Farmer um 1940 abgestellt hatte.
Foto: Schnur
NUR MUT
Plädoyer für ein Studienstipendium
Beate Fischer studiert seit 1992 an der Universität Potsdam Soziologie, Psychologie und Germanistik/Sprachwissenschaft. Ende 1997 erwarb sie im Anschluß an einen längeren Studienaufenthalt in Edinburgh den Grad eines Masters of Social Sciences in Social Research. Jetzt steht sie kurz vor dem Diplom. Ihr Bericht über Erfahrungen als Stipendiatin einer Stiftung soll andere Studierende ermutigen, sich zu bewerben.
Seit April 1994 genieße ich die Förderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nachdem ich die Bestätigung in der Tasche hatte, kam allerdings niemand und fragte, wie denn meine Bewerbung aussah oder erkundigte sich nach meinen Erfahrungen bei der Auswahltagung. Zunächst mußte ich mich fast verteidigen:...Nein, nein, ich mußte nicht in die CDU eintreten, ich habe auch keinen Schwur auf den(damaligen) Kanzler abgelegt. Die Stiftungen wollen vor allem Studenten mit politischem Interesse und gesellschaftlichem Engagement fördern. Natürlich sollte deren Weltanschauung nicht im krassen Gegensatz zu den Stiftungsstatuten stehen, aber totale Anpassung ist nicht gefragt.
Warum aber sind es nur so wenige, die sich um ein Studienstipendium bei einer Stiftung bewerben? Die Adressen sind leicht zu finden: Im Vorlesungsverzeichnis der Uni Potsdam unter„Fördernde Einrichtungen“ oder im Stiftungsverzeichnis der Bibliothek. Wer von einer Stiftung ein Stipendium bekommt, erhält nicht nur monatlich Unterhalt und Büchergeld; er steht auch am Ende des Studiums ohne BAföG-Schulden da—- außerdem veranstalten die Stiftungen Seminare, vermitteln Praktikumsplätze und Kontakte und unterstützen Auslandsstudienaufenthalte. Ich nehme nicht nur mit großem Interesse an vielen Seminaren teil, sondern habe auch mit Hilfe eines Auslandsstipendiums ein Jahr in Edinburgh/Schottland studiert und dort den Master of Arts-Abschluß erworben. Für die größte Herausforderung halte ich die Entscheidung, bei welcher Stiftung man sich bewerben will. Ausschlaggebend sollte nicht die finanzielle Seite sein, sondern die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Credo einer Studienstiftung, ihren Traditionen und den gesellschaftlichen Gruppen, die sie repräsentieren. Mehrfachbewerbungen sind immer ein Grund für die Ablehnung eines Antrags.
Der nächste Schritt ist die schriftliche Bewerbung. Den sorgfältig ausgefüllten Bewerbungsunterlagen sind Zeugniskopien
und Nachweise beizufügen, die belegen, daß man sich gesellschaftlich engagiert. Unverzichtbar sind auch Gutachten von Lehrern, Professoren oder Vereinsvorsitzenden, die den Bewerber fachlich und persönlich als geeignet einschätzen. In meinem Fall hat dieser Teil der Bewerbung drei Monate in Anspruch genommen, eine Zeit, die bei„Schwerstbegabung“ sicher auch unterboten werden kann. Hat man das Auswahlgremium mit seiner schriftlichen Bewerbung schon fast überzeugt, erhält man eine Einladung zur Auswahltagung. Hier haben die Kandidaten Gelegenheit, in Gruppendiskussionen, schriftlichen Aufsätzen und persönlichen Gesprächen ihre Förderungswürdigkeit zu demonstrieren. Das Prozedere ist spannend, die Mitbewerber Hochstapler, Über- oder Tiefflieger und die Jury ein geheimnisvolles Gremium, deren Auswahlkriterien im Dunkeln bleiben. Die beste innere Haltung ist immer noch die: Wenn sie mich nicht so haben wollen wie ich bin, haben sie die Chance verpaßt, mich zu kriegen.
Von einigen Stiftungen gibt es Stipendiatengruppen, Bei denen sich interessierte Studenten informieren können. Für die KonradAdenauer-Stiftung stehe ich unter Telefon 0331/71 15 21 gerne zur Verfügung. Also nur Mut und ran ans Telefon. Probieren geht über Studieren.
HÖCHSTSTAND AN STUDIERENDEN
Die Zahl der Studierenden an den elf brandenburgischen Hochschulen hat im Wintersemester 1998/99 mit 27.575 einen Höchststand erreicht. Damit studieren dort neun Prozent(2.224) mehr als im Voynahr. Allein an den- drei Universitäten absolvieren 18.263 junge Leute ihre Ausbildung, wobei die Universität Potsdam die mit Abstand größte Anzahl von Studierenden, 11.722, hat. Weiter teilt das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mit, daß über die Hälfte der Studierenden(14.053) Frauen sind. Zur Zeit haben sich 2.403 Ausländer an den Hochschulen eingeschrieben. Am stärksten frequentiert ist nach wie vor die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozlalwissenschaften. Im ersten Studienfach sind hier 11.391 Studierende eingeschrieben. Es folgen die Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Kunstwissenschaft, Sport sowie Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften. LDS
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PUTZ 1-2/99