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(1.1.2019) 1/2
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WEIHNACHTSORATORIUM FÜR GEHÖRLOSE

Prof. Kristian Commichau und die Mitglieder des 1996 gegründeten Uni-Chores ließen sich zum Jahresende etwas Ungewöhnliches einfal len. Das Weihnachtsoratorium von Bach führten sie speziell für Gehörlose auf. Vier junge Ge­bärdensprachdolmetscher setzten dabei das klassische Werk inihre Sprache um. Eine der Sängerinnen des Chores ist Gebärdensprach­

dolmetscherin an der Fachhochschule Potsdam

Über sie kam von der tauben Pastorin der Pots­damer Gehörlosengemeinde, Sabine Fries, die Idee, dieses ungewöhnliche Konzertereignis auf die Beine zu stellen. Die Begeisterung des Publikums gab den Initiatoren in ihrem Anliegen recht, auch diesen Menschen die Welt der Musik zu erschließen Text und Foto: B.E.

DER PFANNEKUCHENSCHRECK

Medienfilmpreis an Studies der Uni Potsdam

Ein kleiner Pfannekuchen, in demSenf statt Marmelade war, bringt eine neunzen­tnerschwere Frau nach einer schweren Ohnmacht dazu, künftig nur noch Obst und Gemüse zu verzehren. Nicht allein dieser gesundheitswissenschaftliche Fingerzeig in einem Kinderlied von Reinhard Lakomy veranlaßte Studierende der Medienpäda­gogik in einem Seminar unter der Leitung von Dr. Lutz Henrich und Dr. Hans-Jörg Pöttrich, ein Video über das LiedDer Pfannekuchenschreck zu produzieren

Das LiedDer Pfannekuchenschreck von Reinhard Lakomy inspirierte Studies der Uni zu einem Video. Abb.: Video

Mit dem knapp dreiminütigen Animations­video holten sich Sophie Klett, Gundi Camin, Katharina Hoba und Maik Köllnick einen er­sten Preis im 1998er Filmwettbewerb des Fachverbandes Medien in Technik und Bil­dung.Die Mühen für die Animation der Trickfiguren aus Knetmasse haben sich doch gelohnt, sagt Maik Köllnik, einer der Macher. Und in der Tat ist der im Seminar Unterricht und Medien entstandene Film zwar kurz, aber für die 1024 Einzelbilder, deren digitaler Bearbeitung und der Schnitt­Choreographie waren die Arbeiten enorm

aufwendig. In der Begründung der Jury wer­den vor allem die originelle Gestaltung der Figuren, deren Inszenierung und der Mut zum Genre Animationsfilm gelobt.

Darüber hinaus ging es in dem Seminar ins­gesamt um mehr. Es sollte gezeigt werden, wie mit einfachen Mitteln auch im Schulun­erricht Medienaussagen konstruiert wer­den können und welche Wirkungen sie er­zeugen. Trotz der täglich wachsenden Bilderfluten fehle vielen Heranwachsenden noch eine visual literacy. Auch die Schule leiste hierzu viel zu wenig, war zu hören. Besonders freuen sich die studentischen Fil­memacher darüber, daß ihr Film jetzt in alle brandenburgischen Schulen kommt. Hier kann der Film im Grundschulbereich bei­spielsweise für die Medienerziehung, die Gesundheitserziehung und den Musikunter­Yicht Verwendung finden. Das Medienpäda­gogische Zentrum hat die Vervielfältigung und den Vertrieb an alle Bildstellen Branden­bugs übernommen. Hans-Jörg Pöttrich

‚Lesungen zum Goethe-Jahr

Zu 250. Geburtstag von Johann

\ı Wolfgang von Goethe initiierte

7 /das Hans Otto Theater mit dem zZ ‚Aufbau-Verlag eine Lesereihe unter dem TitelGeh den Weibern zart entgegen. Schauspielerinnen und Schauspieler tragen unter anderem ausWahlverwandtschaften, Werther,Reineke Fuchs,Hermann und Do­rothea, Goethes Briefwechsel mit Christiane Vulpius sowie Stimmen von Zeitgenossen vor. Am 28. Februar 1999, 11.00 Uhr, lesen Jutta Eck­hardt, Robert Kuchenbuch und Jörg Seyer unter dem MottoGoethe kam den Montag zu mir" (Zeitzeugen respektlos über den Dichterfür­sten) ım Potsdamer Voltaire Hotel. Z9g.

LUST AN KUNST

Andreas Oehme war seit 1992 Lehramts­student im Studiengang Germanistik und Geschichte. 1993 fand er zurLiteraturbühne '90, die von Prof. Dr. Alfred Bergstedt gelei­tet wird. Hier wirkte er über ein Jahr am Rin­gelnatz-Programm mit, aus dem später die moderne Text-Collage ‚Wunsch, Indianer zu werden wurde. DieLiteraturbühne90 ist eine literarisch-musikalisch arbeitende und auf Spieleffekte setzende Gruppe, die auch schon außerhalb der Universität auftrat. Par­allel zu den Ringelnatz-Programmen ent­stand ein Kafka-Programm(1996), dann die Heinrich-Heine-LesungDas Glück ist eine eichte Dirne. Alle Aufführungen hat Andre­as Oehme als Rezitator und musikalischer Begleiter mitbestrnitten. Oehme spielt Boogie, st Blues-Solist am Piano oder an der Mund­harmonika. Gelegentlich tritt er mit einer Duo-Formation auf und unternimmt Ausflüge n den Jazz. Wiederholt spielte er in Potsda­mer Musikkneipen. Zu den Zielen seines Musikmachens befragt, äußert er:Musik ist ür mich die ideale Möglichkeit auszuspan­nen, die Gedanken hängen zu lassen oder auch den Streß und die Ärgernisse des Uni­Alltags zu verarbeiten. Gleichzeitig bot sich natürlich die Möglichkeit eines kleinen Ne­benverdienstes an, was bei den heutigen BAföG-Bedingungen ja nie ganz verkehrt ist. Als dieLiteraturbühne90 das Brecht­ProgrammB. B. Rein. Sachlich. Böse im Golmer lesecafe präsentierte, war Andreas Oehme wieder dabei.Die Arbeit in der ‚Lite­raturbühne gab mir die Möglichkeit, die im Germanistikstudium oft fehlende praktisch­künstlerische Seite von Literatur auszuleben.

Foto. privat

Andreas Oehme

Die ReiheLust an Kunst stellt Angehörige der Universität Potsdam vor, die professio­nell odernebenberuflich künstlerisch ar­beiten. Jene Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstle­nsch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit: Oe./Fr.

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