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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
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Veronika Breucker ­

gehe, in einer festgelegten Zeit das Abge­bildete zu finden.

Um zu überprüfen, ob die Probanden die Instruktionen verstanden hatten, wurde der Handlungsablauf an einem Beispiel vorgeführt und durch den Pro­banden an einem weiteren Beispiel han­delnd nachvollzogen. Anschließend wur­den die Arbeitsanweisungen etwa in die­ser Form formuliert:Suche das gleiche oderSuche das Abgebildete.

Nach dem KommandoJetzt geht es los durften die Schülerinnen und Schü­ler beginnen; das Tablett abdecken, die Bildkarte umdrehen und das Abgebil­dete suchen sowie der Karte zuordnen, d.h. sie stellten den Realgegenstand auf die Bildkarte. Dieser Ablauf wurde bei jeder Einheit wiederholt. Damit wurde versucht, jeweils gleiche Ausgangsbedin­gungen für den Vorgang des Zeitneh­mens zu schaffen. Die Zeit, die der Pro­band brauchte, wurde mit einer Hand­stoppuhr gemessen, um für die Auswer­tung quantitative Daten zu erhalten. Bei jedem Probanden wurden 20 Ver­suche erfaßt(je 10 Farbphotos, je 10 Umrißzeichnungen an getrennten Ta­gen). Hatte der Proband in der festge­setzten Zeit keine richtige Zuordnung getroffen, wurde der Versuch als nicht . gelungen bewertet.

Die Daten wurden protokolliert und in einen Schülerbogen eingetragen, der bereits Angaben über das Alter, das Ge­schlecht, die Schulstufen- und Grup­penzugehörigkeit der Versuchsperson enthielt. Diese Größen wurden der Voll­ständigkeit wegen erhoben, um even­tuelle Einflüsse dieser erfassen zu kön­nen, ohne daß dies das eigentliche Ziel der Untersuchung darstellte.

Darstellung der Ergebnisse

Zwei Schülerinnen wurden aus der Wer­tung genommen, da sie die Realgegen­stände wahllos den Bildkarten zuordne­ten, so daß bei der statistischen Auswer­tung nur 16 Versuchspersonen berück­sichtigt wurden.

Das Säulendiagramm in Abbildung 1 zeigt summarisch im Vergleich die An­

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Bildkarten im Hauswirtschaftsunterricht

Anzahl richtiger bzw. falscher Zuordnungen

Umrisszeichnungen

Abb. 1: Anzahl richtiger bzw. falscher Zuordnungen bei Farbphotos und bei Umrißzeichnungen

zahl richtiger bzw. falscher Zuordnun­gen bei den Umrißzeichnungen und bei den Farbphotos.

Die Zahl richtiger Zuordnungen lag bei den Farbphotos mit 139 deutlich höher als bei den Umrißzeichnungen(114). Die Ergebnisse, die die einzelnen Ver­suchspersonen erreichten, sind in Ta­belle 1 aufgeführt.

Mit einer Ausnahme(Vpn 5) traten bei den Farbphotos weniger bzw. höchstens gleich viele Fehler wie bei den Umriß­zeichnungen auf. So schaffte bei den Umrißzeichnungen kein Proband die vollständige, richtige Zuordnung, die Fehlerzahl schwankte zwischen 16 Fehlern pro Versuchsperson. Bei den Farbphotos lag die Fehlerzahl bei 06 Fehlern. 5 Schülerinnen und Schüler machten keine Fehler.

Zur Prüfung der Signifikanz der Unter­schiede in der Zuordnungsleistung wur­de ein t-Test für abhängige Stichproben durchgeführt. Dieses Prüfverfahren wur­de gewählt, weil es auch für kleine Stichproben aussagekräftig ist(vgl. Clauß& Ebner, 1977, 207). Der Test ergab t= 4,5. Der geforderte t-Wert für eine Fehlerwahrscheinlichkeit von 5% bei 16 Stichproben beträgt t(p s 5, df= 15)= 1,75(vgl. a.a.0. 478). Der hier gefundene Unterschied übersteigt

Tab. 1: Fehleranzahl der einzelnen Probanden

Vpn Fehlerzahl bei den Umriß­Farbphotos zeichnungen

1 0 1 2 1 1 3 0 1 4 1 1 5 3 2 6 1 4 7 6 6 8 1 4 9 0 2 10 3 4 11 1 2 12 0 3 13 1 4 14 0 3 15 2 4 16 1 4 Summe: 21 46

diesen noch, so daß das Ergebnis im statistischen Sinne als signifikant ein­gestuft werden kann. Die Stärke des Einflusses des Bildtyps sowie der zu­sätzlich erfaßten Randbedingungen(Pro­bandenalter, Stufenzugehörigkeit, Grup­penzugehörigkeit) auf die Zuordnungs­leistung(Fehlerzahl, benötigte Zeit) wird anhand der nachfolgenden Korrelatio­nen deutlich. Die Berechnungen der Spearman Rang-Korrelationen erfolgten

HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XVI, Heft 4, 1990