ich jetzt / nach über 30 Jahren / nichts mehr Näheres. Ich kann mich nur
in Vermutungen ergehen.
1. Anscheinend und vielleicht absichtlich ist der Inhalt der Briefe nur apokryph wiedergegeben,
2. die beiden Herausgeber haben häufig wichtige Stellen im Druck fortgelassen oder die Briefe überhaupt unterdrückt,
3. es müssen zwischen Ihrem teuren, von mir hochverehrten Herrn Vater einerseits und den beiden Herausgebern, bzw. meiner verstorbenen Schwester andererseits wahrscheinlich in Betreff der aufzunehmenden Briefe Unstimmigkeiten bestanden haben.
Diese mögen darauf zurückzuführen sein, dass Ihr Herr Vater ursprünglich eine Sonderherausgabe gen. Briefe plante. Ich entsinne mich u. finde auch in alten Korrespondenz/Aktenstücken Belege dafür, dass man meinem Verlage androhte, die Veröffentlichung der beiden Briefbände zu entziehen, wenn ich das freundliche Anerbieten Ihres seligen Vaters, eine von ihm selbst edierte Sammlung der an ihn gerichteten F.-Briefe zu verlegen, akzeptiert hätte.
Heute, wo ich den Verlegerrock seit über zehn Jahren ausgezogen habe, nachdem meine Schwester 1917, Paul Schlenther schon 1916 verstorben sind, sehe ich die Sache nicht mehr vom geschäftlichen Standpunkt aus an. Ich habe nur noch den Ehrgeiz, das gesamte >Nachlass-Material< in einem möglichst brauchbaren Zustand zu hinterlassen.
Aus diesem Grunde erlaube ich mir, sehr verehrter Herr Doktor, anbei eine Liste jener Briefe vorzulegen, von denen damals Kopien angefertigt wurden. 40 Die unterstrichenen Nummern der Daten bedeuten, dass die betr. Briefe gedruckt wurden. Darf ich nun die ergebenste Bitte aussprechen, dass Sie diese Liste ganz gelegentlich darauf hin prüfen wollen, ob sie vielleicht doch vollständig ist? — Ist es nicht der Pall, so wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie die Güte hätten, die Daten der noch fehlenden Briefe einzutragen. Sind Ihrer Meinung nach wirklich' wichtige darunter, dann willigen Sie vielleicht ein, daß ich noch nachträglich davon Abschrift nehme. Wollen Sie die Originale nicht aus der Hand geben, dann bestimmen Sie vielleicht eine Stelle in Berlin, wo sie kopiert und event. auch diese Originale mit den bereits vorhandenen Abschriften verglichen werden können.
Meine beiden Kinder — die Tochter ist Parteisekretärin, der Sohn Redakteur bei Vobach /,Ua — sind in Berlin tätig und dürften geeignete Vertrauenspersonen sein.
127