„Zeitungen sind doch das Beste“. Bürgerliche Realisten und der Vorabdruck ihrer Werke in der periodikalischen Presse, in: Gestaltungsgeschichte u. Gesellschaftsgeschichte, 1969, S. 382—408.
7 Hopfen, Hans: Soll der Dichter einen bürgerlichen Beruf haben? - In: Literarisches Echo, Halbmonatsschrift für Literaturfreunde, hrsg. v. Josef Ettlinger, 4. Jg. 1901-1902, S. 437-445.
8 Hopfen, Hans. S. 439.
9 Hopfen, Hans. S. 440.
10 So erschien die „Gartenlaube“ zwei Jahre nach ihrer Gründung in über 30 000 Exemplaren. Auf die Anfrage eines Lesers, wieviel Hefte der „Gartenlaube“ wohl seit der Gründung bis 1885 verkauft worden seien, antwortete die Redaktion, man habe von 1853 bis 1885 eine Anzahl von 356 980 000 Nummern gedruckt. Siehe Anzeige in der „Gartenlaube“, Jg. 1886, S. 20.
11 Es handelt sich hier um die Novelle „Auf Tod und Leben“, die im Band 59 der „Westermanns ill. deutschen Monatshefte“ erschien. - Die Stellung Paul Heyses als Erfolgsautor am literarischen Markt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der sich gegenüber den Redaktionen und Verlegerpersönlichkeiten durchzusetzen verstand, sei an dieser Stelle näher erläutert, da sie in völligem Kontrast zu Theodor Fontane steht, der sich während der Phase seiner „Neuetablierung“ nach 1878 seitens genannter Instanzen oftmals enttäuscht sah. — Heyse schrieb an die Redaktion der „Monatshefte“: „Ich habe in meiner Schweizer Sommerfrische eine Novelle geschrieben, die. . . (im) 18. Novellen- Band bei W. Hertz zu Weihnachten mit zwei anderen Novellen erscheinen soll. Eingedenk aber Ihrer freundlichen Aufforderungen, den Monatsheften nicht untreu zu werden - will ich . . . bei Ihnen anfragen, ob Sie Ihr Oktoberheft schon. .. zusammengestellt oder für eine Erzählung (!Verf.), die etwa 5 Bogen umfassen wird, noch Raum haben.“ — Das Datum des Schreibens konnte ich leider nicht ermitteln. Interessant sind die Heyse-Zeilen, da sie die Geschäftspolitik eines Autors konkretisieren, der offensichtlich über den Vorabdruck seiner Novellen in den Periodika seinen literarischen Erfolg vorprogrammierte, denn er hatte mögliche Käuferschichten für den nachfolgenden Abdruck in Buchform angesprochen, diese auf seine neuen Werke aufmerksam gemacht und zugleich erreicht, daß mit dem einen Werk zugleich noch zwei weitere abgesetzt werden konnten. — Unterstrichen wird die Position Heyses am literarischen Markt weiterhin durch die Notiz des Redakteurs der „Monatshefte“, Adolf Glaser, der im Zusammenhang mit den Verhandlungen um den Vorabdruck der Novelle „Auf Tod und Leben“ bemerkte, „nicht, daß das Thema abstoßend wäre; im Gegenteil, der Dichter soll den Mut (zu) seiner Ansicht haben, aber Heyse tritt an solche Fragen gar zu leichtfertig heran. Wollte er die Sache nicht tragisch ausführen, so mußte doch durchklingen, daß es sich hier nicht um ein Vorurteil, sondern um einen Paragraphen des Strafgesetzbuches handelt. . . Gut, daß diese Novelle nicht an der Spitze des neuen Jahrganges steht“ (halbfett vom Verf.). Vorstehendes Schreiben konnte leider nicht mit Orts- und Zeitangabe versehen werden, da die mir vom Werks- Archiv des Georg Westermann-Verlages in Braunschweig zugesandten Unterlagen diese Angaben nicht enthalten. Beide Schreiben sind bislang nicht veröffentlicht worden. Der Verf. wird bemüht sein, die Redaktionskorrespondenzen der „Monatshefte“ für die Zeit von 1878 bis 1890 mit Genehmigung des Verlages zu publizieren, da sie wichtige Belege zum Thema „literarische Interaktion“ und zum „literarischen Leben“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts enthalten, wovon sich der Verf. während eines Forschungsaufenthaltes im Werks-Archiv des Westermann-Verlages überzeugen konnte.
12 Fontane an Julius Rodenberg vom 1. März 1985, in: Theodor Fontane, Briefe an Julius Rodenberg. Eine Dokumentation, Berlin-Weimar 1969, S. 71.
13 Lohrer, L.: Fontane und Cotta. — ln: Festgabe Behrend, Weimar 1959, S. 464.
14 „In memoriam“. — In: „Westermanns ill. Monatshefte“, Bd 42, S. 17/18.
15 „In memoriam“ . . . S. 17/18.
16 „In memoriam“ . . . S. 17/18.
17 Es handelt sich hier um ein Schreiben der „Monatshefte“-Redaktoin an Sacher- Masoch vom 29. 4. 1879, zitiert nach dem Kopierbuch 5. August 1878 bis 11. Dezember 1879, welches im Werks-Archiv des Westermann-Verlages im Original liegt. In dem Brief handelt es sich um die Ablehnung der Arbeit „Die Gottesmutter“, der hier voll zitiert zu werden verdient, da die Redaktion den literarischen Geschmack genau präzisiert. Eine vergleichende Untersuchung der nachfolgend zitierten Werke Masochs würde weitere Schlüsse zulassen. - Die Redaktion ließ wissen: „Nur mit ... Bedauern senden wir Ihnen anbei Ihre Novelle ,Die Gottesmutter 4 zurück, da der Abdruck (derselben) uns absolut unmöglich ist. Wir verkennen nicht die dichterische Phantasie, die Fülle der-
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