der Sonntagsbeilage Nr. 52 zur VZ (Nr. 302) vom 25. Dezember 1875, S. 4 hervor, daß Fontanes „Horror gegen die patriotischen Deklamationen, gegen die hochmütige Verächtlichkeit für den besiegten Gegner wie gegen den blinden Zorn für den sich wehrenden, die Unsern schädigenden Feind. .. jeden feinem Sinn außerordentlich wohltuend berührt."
'< Namentlich werden im „Verzeichnis der Bücher, Broschüren, Zeitschriften und Zeitungen, die benutzt wurden", am Schlüsse des zweiten Bandes von den hier Genannten nur Dr. Paul Hassel, Dozent für Geschichte an der Universität Berlin, und Rudolf Lindau und ihre Bücher angeführt. Von Louis Schneider (1805-1828), dem Chefredakteur der „Post", Leopold Kayßler (1828-1901), und dem als Heineforscher bekanntgewordenen Adolf Strodt- mann (1829-1879) hatte Fontane wahrscheinlich Zeitungsauszüge benutzt. - Pietschs Buch „Von Berlin bis Paris" wird an dieser Stelle genannt.
5 Seite 605 führt Fontane mit Gänsefüßchen und Nennung des Verfassers Karl Frenzeis Worte über die Schlacht bei Sedan aus der „Nationalzeitung" an. Dieses bei der Zitierung seines Berliner Kollegen Frenzei, aber z. B. auch bei Ludwig Bamberger (S. 627) und verschiedenen Militärs und Feldgeistlichen geübte korrekte Verfahren, das im Gegensatz zu dem Umgang mit seinen eigenen Berichten stand, war vermutlich die Hauptursache tür Pietschs „Bemerkung" gewesen.
6 Ohne nachtragende Empfindlichkeit hob Pietsch in seiner Besprechung in der Sonntagsbeilage Nr. 25 zur VZ (Nr. 142) vom 21. Juni 1874 hervor, was ihm selbst nicht zuteil geworden war: Fontanes Korrektheit. Er schrieb: „Um der Schilderung.. . aber das rechte lebendige Lokalkolorit zu verleihen, sind die frischen, unter dem unmittelbaren empfangenen Eindruck der Wirklichkeit niedergeschriebenen Berichte des Gesehenen und Erlebten durch sehensfähige Augenzeugen und Mithandelnde unschätzbar... Fontane ist sich dessen vollkommen bewußt. Er hat demgemäß nie gezögert, aus der überreichen Fülle solchen Materials. .. das, was ihm für jenen Zweck besonders geeignet schien, auszuwählen, zu entlehnen und der eignen Darstellung der großen Ereignisse an den passendsten Stellen einzufügen. Und zwar durch Anführungszeichen jederzeit deutlich als fremdes Gut markiert, nicht wie es andere wohl getan haben, so verschmolzen, daß die Eigentumsgrenzen verwischt wurden."
7 Pietsch hatte nämlich schon in der Sonntagsbeilage Nr. 16 zur VZ (Nr. 92) vom 20. April 1873 den 1. Halbband des ersten Bandes von „Der Krieg gegen Frankreich" (1873) als „ein Unterhaltungsbuch in einem Sinne, wie ein Geschichtswerk bisher noch selten oder kaum je als ein solches zu gelten vermocht hat,. . . auf das Angelegentlichste empfohlen." - Da diese Besprechung durch einen Druckfehler mit F. P. anstatt mit L. P. unterzeichnet ist, schrieb H. H. Houben sie in seinem Nachschlagewerk „Die Sonntagsbeilage der .Vossischen Zeitung'" (Berlin 1904, Spalte 180,5) irrtümlich Ferdinand Pflug zu. Daß sie von Pietsch stammt, geht jedoch aus seiner Rezension des 2. Halbbandes in der Sonntagsbeilage Nr. 25 vom 21. Juni 1874 hervor.
8 Vgl. Theodor Fontane, Der deutsche Krieg von 1866, 2. Band, 2. Auflage, Berlin 1871, S. 337-339.
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