Heft 
(1969) 9
Seite
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9 Hier wird Pietsch nicht als Verfasser benutzter Berichte, sondern als einer derkünstlerischen, wissenschaftlichen und journalistischen Notabilitäten, die zum kronprinzlichen Hauptquartier, sei es offiziell oder halb-offiziell, gehörten", genannt.

1U Pietschs BuchVon Berlin bis Paris" erlebte 1904 im Verlag von Friedrich Fontane die vierte Auflage.

11 Fontane wurde durch seine Gefangenahme in dem eigenen Augenzeugen­bericht unterbrochen.

''-In seiner Rez&.s.on (Sonntagsbeilage Nr. 25 vom 21. Juni 1874) schrieb Pietsch u. a.:Fontanes Kriegsbuch erhebt nicht den Anspruch als ein rein militärwissenschaftliches in der Art des großen Generalstabswerkes oder anderer Darstellungen besonderer Partien des Feldzuges aus der Feder ein- geweihter Offiziere und Fachmänner gelten »p wollen. Aber andererseits rangiert es auch keineswegs unter die .populären' Kriegsgcschichlm . .. Fon­tane hat sich nicht überstürzt, sondern abgewartet, bis sich der Pulverdampf gesenkt hatte, der Donner schwieg, und es möglich geworden war. unverwirrt durch die hochgehenden Leidenschaften klar zu sehen, zu prüfen und zu sich­ten, die wahren Quellen von den falschen zu unterscheiden und sie, von Trü­bungen befreit, zu benutzen. Dabei kommt Fontane seine eigenste Geistesart, sein hoher, durch Liebe oder Hat), Parteistellung, Patriotismus, persönliche Sympathie oder Aversion gleich unbeeinflußter, lauterer Gerechtigkeitssinn, seine freie, ruhige Objektivität, die Dinge, die Menschen und ihr Tun zu sehen und zu beurteilen, vortrefflich zustatten. An dem, welcher während der Dauer eines so furchtbaren Kampfes darüber schreibt, kann diese schöne Eigenschaft zum Verbrechen, würde ihm jedenfalls, und mit einiger Berech­tigung, von der großen Masse seiner Kompatrioten als ein solches angerech­net werden. Nachdem die sich zerfleischende Wut der um ihre Existenz rin­genden Völker ausgetobt hat, wird dieselbe Eigenschaft zur ersten Pflicht des Geschichtsschreibers. Fontane bewährt sie aber so dem Feinde gegenüber wie in der Betrachtung und Wertabwägung der Operationen und Einzeltaten der Unsern. - Mit solcher Unbefangenheit und Klarheit der Anschauung und Auffassung der wirklichen Tatsachen und ihrer - moralischen wie techni­schen, ihrer historisch-politischen wie militärischen - Motive ist bei Fon­tane die Gabe der durchsichtig klaren, prägnanten Darstellung des so Erfaß­ten eng verbunden."

6 Berlin, 13. September 1874

Teuerster Pietsch!

Sie haben es wieder 1 nicht nur sehr reizend, sondern auch sehr gnädig gemacht. Ich kann es mir denken, welchen Schreck Sie gekriegt haben, einen Nr. I-Mann so mit Bummelwitzen abgefertigt zu sehen.

Nur eines möchte ich doch, um nicht in immerhin ernsten Sachen bummliger ben. Die Bilder wirken fremdartig. - Wie in allem, so stehn wir auch in unsern zu erscheinen, als gestattet ist, zu meiner relativen Rechtfertigung hervorhe- Bildern unter der Macht des Herkömmlichen, die abzuschütteln oder zu durch-

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