erörtert. Auch erwähnt er die bevorstehende Veröffentlichung des Buches über England und bedauert, daß er für die „schottische Reise“ noch keinen Verleger gefunden habe. Das führt zu der Bitte: „Kannst Du mir behilflich sein? An Hertz mag ich mich nicht ohne weiteres wenden, weil er mir (freilich vor 6 oder 8 Jahren) zweimal etwas abgeschlagen hat und mich, glaub’ ich, noch für mittelmäßiger hält als ich bin. Tu, was Du kannst.“ Die Einschränkung „nicht ohne weiteres“ verstand Heyse ganz richtig als Anregung zur Vermittlung bei Hertz, und es ist dann auch dieser Punkt, auf den Heyse in seiner Antwort näher eingeht. 11 Hertz, so glaubt er, würde es „ohne Zweifel stutzig machen“, wenn Fontane ihm „Schottland“ anböte, nachdem Ebner „mit England vorangegangen“ war. Für ein anderes Buch sah Heyse jedoch größeren Erfolg voraus. Deshalb rät er Fontane, die in den verschiedensten Zeitschriften veröffentlichten und in kleineren Sammlungen erschienenen Balladen zusammenzustellen, sie umzuarbeiten und zu ergänzen, so daß sie in einem Band dem nicht kleinen Teil des Publikums, das „Fontane, den Balladendichter“ wolle, vorgelegt werden könnten.
In seiner Antwort vom 7. Dezember 1 ' 2 erklärt Fontane sich bereit, diese nicht unbeschwerliche Aufgabe auszuführen, allerdings nur, wenn Hertz vor Beginn aller notwendigen Arbeiten die bestimmte Zusage zur Veröffentlichung geben würde. Aber auch das „Buch über Schottland“, so schlägt er nun ohne Bedenken vor, könne „Hertz dreist nehmen“, denn es „läuft wie ein Kommentar neben meinen schottischen Balladen, eignen und übersetzten, her und gehört halb mit dazu.“ Fontane war fest davon überzeugt, daß „es nicht schlecht gehen würde; so was liest die Welt noch, und es liest sich wirklich gut.“
Am 10. Dezember schrieb Heyse an Hertz und setzte sich vvärmstens für eine vollständige Ausgabe der Balladen ein. 13 Fontanes Bitte um die Empfehlung der „schottischen Reise“ erwähnt er zwar auch, rät Hertz aber keineswegs, das Reisebuch in sein Verlagsprogramm aufzunehmen. Heyses wohlwollende Befürwortung der Balladen bewirkte letztlich eine langjährige und für Dichter und Verleger lukrative Geschätfsverbindung. Die Veröffentlichung der „Reise nach Schottland“ lehnte Hertz jedoch ab. 14 Er sah sich nicht als den „geeigneten Verleger“ für dieses Buch; es nehme ihn persönlich nicht in Anspruch. Auch war er nicht bereit, das notwendige Risiko einzugehen, denn „das Buch wird seiner ganzen Art nach zu denen gehören, die von der Gunst der augenblicklichen Stimmung beim Erscheinen mehr oder weniger abhängen.“ Hertz nannte zwei Verleger, die vermutlich bereit sein würden, das Reisebuch zu übernehmen: Julius Springer in Berlin und Hermann Costenoble in Leipzig. 15 An beide Firmen schrieb Fontane am 30. Januar 1860 nahezu identische Briefe, 10 um ihnen den Verlag des Werkes anzutragen. Springer, so berichtete er am 11. Februar an Hertz, „antwortete umgehend und drückte seine Bereitwilligkeit aus“, war jedoch nicht willig, die geforderte Summe von 150 rtl. zu zahlen, sondern lediglich ein „zusammengeschrumpftes Honorar“ von nur 100 rtl. 17 Nach dem Erscheinen des Buches hat Springer allerdings das Honorar anscheinend freiwillig erhöht. 18
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