Der deutsche Krieg 1866 und seine militärgeschichtlichen Helfer in Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 15 (1967). S. 203-24 und Erich Michels Beitrag .Theodor Fontane 1866 in Böhmen und Mähren' in Sudetenland H. 4 (1982), S 267—74 lieferten keine weiterführenden Angaben; allerdings erwähnt Fontane in einem Brief aus Brünn vom 16. Juli 1866 im Abschnitt .Durch Böhmen und Mähren' aus Der deutsche Krieg von 1866 (S. 67i). daß „der Fürst der Mark Brandenburg in Brünn sein Hauptquartier aufgeschlagen [habe] und branden- burgische Landeskinder die Straßen (beleben) . .. -; bei den fraglidien märkischen Regimentern handelte es sich um das 8., 12., 24.. 35.. 48., 60. und 64., die seit dem 13. Juli 1866 in Brünn einquartiert waren; Mauthners Angabe wird sich also wohl auf einen bestimmten Fähnrich eines dieser Regimenter bezogen haben.
88 Vgl dazu Fontanes Brief an seine Frau vom 12. 10. 1888 (Propyläen. I, Nr. 212, 351-52) • „Vergleicht man sich mit damals, so ist man doch .. . ein rechtes Wrack geworden. Es ist immer die alte Geschichte .nun möcht’ ich wieder Fähnrich sein', wie, auch vor 40 Jahren, in einem unbedeutenden sentimentalen Liede gesungen wurde Wieder Fähnrich sein. Aber nicht noch 'mal anfangen.“ Vgl. dazu ebenfalls Fontanes scheinbare Bewunderung, wenn er in einem weiteren Brief an seine Frau vom 25. 6. 1883 (Propyläen. I. Nr. 117, 212) das „Ungezügelte, das Durchgängerische, die wildgewordene Fähnrichsphantasie“ herausstreicht.
89 Vgl. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 4. .Spreeland' (1831), Kap. .Rahnsdorf' (Untertitel: .Alexander Anderssen. Fähnrich im 4. Ulanenregiment. Erschossen zu Thionville am 29. Oktober 1870') (HA. Abt. 2, Bd. 4, 119-29; dort finden sich auch Angaben zum Vorabdruck in der VZ: vgl. auch NyA, XIII, 112—20): ansonsten vgl. Reuter, Bd. 1. S. 382: „Die Abschnitte .Rahnsdorf' (IV) und .Zwischen Zermlitzel- und Tornowsce' (I). beide von 1874. können als zwei Beispiele von vielen gelten. Das erste ist auch autobiographisch bemerkenswert, insofern als Fontane darin sein eigenes Erleben während der Kriegsgefangenschaft von 1870 — drohende Erschießung als Spion - gleichnishaft verdichtete zur anspruchslos-ergreifenden Prosaballade vom Schicksal eines leichtsinnigen, lebenslustigen Fähnrichs, dem dasjenige tatsächlich widerfahren war, was der Erzähler nur zu fürchten gehabt hatte.“ Fähnrich Anderssen hatte, zusammen mit seinem Wirt, einem gewissen Herrn Bauer, widerrechtlich die französische Festung Thionville während der Belagerung im Oktober 1870 betreten, war gefangengenommen, von einem frz. Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 29. Oktober 1870 standrechtlich erschossen worden.
90 Emil von Arnstedt, Fähnrich im Leibregiment: enthauptet am 25. April 1837: vgl. Fontanes Wanderungen aus der Mark Brandenburg. Fünfter Band, .Fünf Schlösser' (1888), .Hoppenrade', Kap. 14 Untertitel: ,Emil von Arnstedt, Fähnrich im Leibregiment'; enthauptet am 25. April 1837 (NyA, XIII. 207-25 und Anm. S. 405): der 2ljährige von Arnstedt, gebürtig aus dem Herzogtum Anhalt-Bern- burg, Portepeefähnrich im 8. Infanterie-Regiment stationiert zu Frankurt/Oder hatte am 5. 12. 1836 seinen Vorgesetzten Offizier, Lieutnant Wenzel, aus Rachegründen mit einem Pistolenschuß getötet, wofür er vor einem Kriegsgericht zum Tode durch Enthauptung verurteilt wurde; das Urteil wurde am 25. 4. 1837 vollstreckt.
91 Bisher nicht ermittelt.
92 Vgl. Anm. 72 zu obigem Brief Nr. 3 vom 13. 9 1888.
Nr. 6
93 Mauthner hatte vier Brüder (vgl. Kühn, S. 106): Ernst (1844-1923), Gustav (1848-1902), Alfred (7-1919), Carl (7-1897). Die Widmung der Erstausgabe und späterer Fassungen lautete: „Meinen lieben Brüdern gewidmet“ F. M.
94 Interessante Einschätzung von Mauthners Roman, die Fontane wohl vom Autor selbst in Erfahrung gebracht hatte.
9.7 S. Anm. 7.
96
97
Vgl. hierzu Fontanes Rez. von Mauthners Roman Quartett (1886) in der VZ vom 14. 7. 1886 (Nr. 321, l. Beilage) in der Rubrik .Journal- u. Bücherschau' (NyA. XXI/2, S. 64-65 und Anm. S. 916-17); hierin heißt es abschließend (S. 265): „Dennoch macht die Erzählung mit ihrem einfachen Apparat an Personen cind Mitteln, mit der Sicherheit und Lebenswahrheit, welche die meisten Auftretenden auszeichnet, und mit dem zu hohen Idealen aufschauenden Ernst des Ganzen . . . einen tiefen und dauernden Eindruck.“
Fritz Mauthner: Quartett (l. Teil der Trilogie .Berlin W.') (Berlin/Leipzig: Heinrich Minden 1886 ). vgl. hierzu Fontanes kritische Anmerkungen zu Quartett in seiner Rez. von Paul Lindaus Roman Der Zug nach dem Westen in der VZ vom 27. November 1886 (NyA. XXI/1. S. 282-89 und XXI/2. Anm.. S. 652-58): „Nach dieser einen Seite hin ist Fritz Mauthners Roman Quartett - über dessen, in
536