Heft 
(1984) 38
Seite
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137 Fontanes 70. Geburtstag (am 30. Dezember 1889) warf seine Schatten voraus.

Nr. 14

138 Zur Datierung beachte man den vorhergehenden Brief (Nr. 13) vom 12. 7. 1889. worin einerseits diezur Disposition gestellte Novelle (d. h. Stlne) zum ersten Mal Erwähnung findet, andererseits die Tatsache, daß Fontane die 1888 ab­gebrochene Lektüre von Mauthners Xanthippe (vgl. hierzu Brief Nr. 6 vom 23 9 1888) wieder aufgenommen, jedoch nicht abgeschlossen hatte, wogegen er im Brief (Nr. 15) vom 18. 7. 1889 zu berichten weiß, daß er Xanthippe nunmehr zu Ende gelesen habe. Hieraus darf man schließen, daß obiger undatierter Brief zwischen dem 12. und 16. 7. 1888 geschrieben worden ist; da sich Fontane zu dieser Zeit (vom 27. 6. 1889 bis zum 6. 8. 1889) in der .Sommerfrische- ln Bad Kissingen zur Erholung befand, muß der Brief ebenfalls aus Kissingen stammen.

139 Fontanes Brief Nr. 13 vom 12. 7. 1889.

140 D. h. Stine.

141 Vgl. dazu obige Anm. 138.

142 Fontanes Gründe für die Weigerung, Stine noch 1889 zu veröffentlichen, hängen sicher mit den Vorbereitungen zu seinem 70. Geburtstag am 30. 12. 1889 zusam­men: vgl. dazu Fontanes Kommentar im Brief Nr. 13 vom 12. 7. 1889 sowie auf der Postkarte Nr. 16 vom 24. 7. 1889 aus Bad Kissingen, worin deutlich wird, daß Fontanes Bedingung für den Vorabdruck von Stine in Deutschland war. daß dieser erst nach Abschluß der Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag - d. h. nicht vor Anfang 1890 - erfolgte. In diesem Zusammenhang ist ferner erwäh­nenswert, daß die Vorbereitungen zur Gründung einer neuen Zeitschrift zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten waren: man vgl. etwa den Brief eines gewissen Dr. H. Müller an Mauthner vom 18. 3. 1889 (Carl Flemming Sen. war bereits am 1. 11. 1878 gestorben und das Unternehmen war bis zum Verkauf am 15. 5. 1889 von den beiden Söhnen des Firmengründers. Carl und Georg, weitergeleitet worden; Einzelheiten hierzu bei Erwin Stein (Hrsg.): Monographie deutscher Städte, Bd. 17 .Glogau [Berlin-Friedenau: Deutscher Kommunal­verlag 1926], S. 238 bzw. im Gesammt-Verlags-Katalog, Bd. 4 (Münster i. W.: Adolph Russell 1881], S. 610). worin es u. a. heißt:Ich bin gespannt darauf, die größere Verlagsidee, derer Sie in Ihrem Schreiben vom 17. d. M. Erwähnung thun, zu erfahren, und sehe Ihren weiteren Mitteilungen gern entgegen. (Original im LBI/New York).

143 Fontane ließ Mauthner das Manuskript von Stine im August 1889 zukommen (vgl. Brief Nr. 18 vom 14. 8. 1889).

Nr. 15

144 Vgl. dazu Anm. 138 und 141 zu Brief Nr. 14 (von ca. 14. 7. 1889).

145 Vgl. hierzu Fontanes überaus positive Beurteilung von Mauthners Homan Xanthippe, die nicht von allen Zeitgenossen geteilt wurde und die dem .Zahn der Zeit- nicht standgehalten hat! Vgl. dazu die Rez. in Westermanns Illustrierten Deutschen Monatsheften 56 (AprilSept. 1884), S. 279, worin Mauthner zwar einerseits seinparodistische [s] Talent bestätigt wird, andererseits jedoch sehr diplomatisch festgestellt wird:sie (d. h. Xanthippe, ein neuer Charaktertyp, den Mauthner eingeführt hatte/die Hrsg.] ist vielleicht nicht für jedermann, aber wem sie zusagt, der wird gewiß auch eine rechte Freude daran haben. Mauthner selbst vermerkte im .Nachwort' 2u diesem Roman in seinen Aus­gewählten Schriften, Bd. 2, a. a. O., S. 340:Ich durfte mit dem sogenannten Erfolg zufrieden sein; für dummes Lob und dummen Tadel entschädigte mich reichlich eine feine Anerkennung Gottfried Kellers und später ein langes Schreiben Fontanes, das denn doch mehr war als nur Anerkennung- eine Abrechnung mit der Berliner Kritik, eine Abrechnung, die man dem vorsichtigen Fontane kaum Zutrauen würde.

146 Vgl. Fontanes ungez. Rez. in VZ Nr. 504 vom 24. 10. 1888 (1. Beilage/Rubrik .Journal u. Bücherschau'; wiederabgedruckt in NyA, XXI/2, S. 269), worin es u. a. heißt:Wir besitzen viele gute Romane, wogegen wir nur wenige gute Sittenschilderungen haben . . . Daß diese Schilderungen . . . etwas Groteskes aufweisen, ist unzweifelhaft, und hier und da mag die Korrektheit der Zeich­nung darunter gelitten haben. Im ganzen aber erwächst aus diesem Element des Grotesken eher ein Vorzug als ein Nachteil . . . Denn das Groteske, mit seiner phantastischen Extravaganz, verklärt, indem es übertreibt, und ist dadurch auch eine Form der Poesie.

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Vgl. dazu Fontanes Brief vom 2. 9. 1898 (Nr. 64). worin er Xanthinne - neben Der letzte Deutsche von Blatna - als Mauthners bestes BuA bezeichnet.

Unter .Lebensweisheitsbuch' verstand Fontane sicher die unerschütterliche Hal- tun .! X J änthi P? es angesichts zahlreicher Schicksalsschläge, sowie ihre Erziehungs­methoden besonders am Ende des Buches, womit sie ihrem Sohne zweifels-

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