ohne das Los seines Vaters ersparte; vgl. dazu auch die lobenden Worte eines anonymen F. v. Th. in der Rubrik .Unsre Mitarbeiter* von Schorer’s Familienblatt 9 (1888), 9, S. Hl: „Ganz auf seinem Feld ist Mauthner dagegen, wenn er seiner feinen Ironie, seiner durchdachten Satire Raum gibt, wie dies in der höchst anregenden .Xanthippe* der Fall ist. Diese Ehrenrettung der Ehehälfte des Sokrates, die in Mauthners Buch als harmloses Mädchen die Gattin des Weltweisen und nur durch dessen Fehler folgerecht zu ihren Fehlern verleitet wird, ist das originellste Werk des Autors.“
149 Das Programm, von dem Fontane hier spricht, läuft darauf hinaus, daß die Liebe zur Wahrheit sehr leicht tödlich enden kann, wenn man sie, wie Sokrates, konsequent verfolgt.
150 Vgl. Xanthippe, S. 256-57: „Um die folgende Mitternacht fühlte sie ihr Ende
herannahen. Sie hieß den weinenden Sohn den Krystall aus dem Schreine nehmen. Er gehorchte in andächtiger Stimmung; oft hatte er durch seine Genossen von dem Wunderglase gehört, noch nie hatte er es gesehen. Seine Mutter wurde plötzlich von einer marternden Angst befallen. Sie legte Ihre? linke Hand, die weniger von Wunden zerrissen war, auf seine Rechte und fragte so flehentlich, wie er sonst nur ein Kind bitten gehört hatte: ,lch habe für Dielt gearbeitet, mein Sohn. Wenn ich Dich verlasse, brauche ich keine Sorgen um Dich mitzunehmen. Aber ich habe Dir das Andenken an Deinen Vater geraubt. Ich hab’ es Dir geraubt, weil ich Dich liebte! Kannst Du mir das verzeihen?* •Mutter! Stirb nicht 1* rief der Jüngling in seiner Seelenangst. ,Was immer Du
thatest, war recht gethan! Kein Sohn hat eine bessere Mutter gehabt als Ich!*
Da flog ein glückliches Lächeln über ihr todtenfahles Gesicht. Der Sohn hing
an dem Mund der Sterbenden. Noch bewegte sie die Lippen. Er mußte ganz
nahe heran horchen, um die letzten Silben zu verstehen: .Nimm den Krystall, ein Andenken von Deinem Vater. Er war der beste Mann. Werde nicht wie er! Nicht so gut! Sei lieber glücklich! Nimm den Krystall! Das reine Sonnenlicht ist tödtlich. Zerthell’ es in Farben, damit es freundlich sei und schön*.“
151 Abgesehen von dem augenscheinlichen Vergleich könnte Fontane auf Lewy Bezug genommen haben, den ersten Kompagnon seines Sohnes Friedrich, der am l. Oktober 1888 einen eigenen Verlag gegründet hatte; Lewy, und ab l. 7. 1893 Friedrich Theodor Cohn (zusammen mit Egon Fleischel) waren die ersten Kommanditisten der jungen Firma (vgl. Hermann Fricke: ,Der Sohn des Dichters. In memoriam Friedrich Fontane*, in: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 17 [1966 [, S. 28—29); ebenso gut mag sich Fontane allerdings an Emil Cohn, den früheren Teilhaber Rudolf Mosses am Berliner Tageblatt und späteren Besitzer der Berliner Volks-Zeitung erinnert haben bzw. an Isidor Levy (1852- 1929), den glänzenden Leitartikler der VZ.
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152 Hankeis Ablage, nördlich von Königs-Wusterhausen; Anlegestelle und Ausflugsort am Westufer der Dahme (Wendische Spree); vgl. hierzu Fontanes Beitrag .Colonie Zeuthensee* in der VZ, Nr. 241 vom 28. 5. 1885 sowie Wolfgang E. Rosts Dissertation Örtlichkeit und Schauplatz in Fontanes Werken (Berlin/Leipzig: de Gruyter 1931), S. 131-32. Fontane verbrachte dort rund 14 Tage - vom 12. bis 26. Mai 1884 — um Studien zu treiben und schrieb 8 Kapitel von Irrungen, Wirrungen (vgl. Heilborn: Fontane-Buch, S. 144; vgl. ferner Propyläen, IV, Anm. zu Nr. 135, S. 231); im Mai 1885 verbrachte Fontane erneut ca. 14 Tage in der Villa Käppel, diesmal zusammen mit seiner Tochter Mete (vgl. Heilborn. S. 155). Hankeis Ablage wurde Schauplatz des Ausfluges von Botho und Lene (Kap. 11-14).
153 Vgl. allerdings auch Fontanes sehr negative Bemerkungen im Brief an Mete vom 25. 6. 1889 (Propyläen, II, Nr. 301, 137): „So ist es auch mit den Namen unsrer Vergnügungsörter: Eierhäuschen. Hankeis Ablage. Kaput, - man fühlt ordentlich wie das Vergnügen entzwei geht.“
154 Berg und Kurort in der Schweiz (zwischen Vierwaldstätter- und Zuger-See).
155 Höchster Berg im Harz.
156 Schneekoppe, höchste Erhebung im Riesengebirge.
157 Ort an der Wendischen Spree (vgl. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 4: .Spreeland* [In den Spreewald. Von Köpenick bis Dolgenbrod] [NyA, XII, S. 68]).
158 Ort etwas abseits des linken Oberlaufes der Wendischen Spree (vgl. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 4: ,Spreeland* [Links der Spree. Königs-Wusterhausen] [NyA. XII, S. 227]).
159 Hotelier, dem die .Albergo di Michele Pagano*, eine von Deutschen bevorzugte Pension auf Capri, gehörte (vgl. K. Baedeker: Italien-Handbuch für Beisende, Dritter Teil: Unter-Italien und Sicilien, 4. verb. Aufl. [Leipzig: Karl Baedeker 1874], S. 145); vgl. auch Fontanes Brief an Mete vom 8. 5. 1889 (Propyläen, II, Nr. 294, 122).
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