Heft 
(1890) 44
Seite
748
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Die alte graue Pfeiferstadt Am Schluchtrand der Vogesen,

Von der auf manchem Chronikblatt Verschollener Zeit zu lesen.

Wie oft stand rückgewendet ich Dort, wo zum Giersberg steiler Der Felsweg steigt, und sah auf dich Zu Thal, o Rappoltsweiler!"

d^o grüßt Wilhelm Jenfen das trutzige Städtchen im Oberelsaß, das, ^ am Ausgange des malerischen Strengbachthales gelegen, mit seinen Resten von Stadtmauern, seinen altertümlichen Thürmen, Häusern, Erkern, Giebeln und Brunnen genugsam Zeugniß für eine rühmliche Vergangenheit ablegt. Und auch heute noch erfreut sich Rappoltsweiler eines nicht zu verachtenden Wohlstandes; denn alljährlich zieht die Heil­

quelle des nahenCarolabadcs" eine stattliche Anzahl Genesung Suchender herbei, mancherlei industrielle Unternehmungen gedeihen in dem betrieb­samen Städtchen, insbesondere aber ist es der Weinbau, der die Be­völkerung von Rappoltsweiler ernährt; es giebt kaum ein Haus dort, zu dem nicht ein ordentliches Stück Rebland gehörte, und welchen Ruf das erzeugte Gewächs im Lande genießt, das sagt uns der Merkspruch:

Zu Thann im Rangen,

Zu Gebweiler in der Wannen,

Zu Türkheim im Brand Wächst der beste Wein im Land.

Man sagt, gegen den Reichenweierer Sporen Hätten sie all' das Spiel verloren;

Doch als die Perle der Weine gilt allgemein Der ,Zahnacker' unter dem Hoh-Rappoltstein."

L' ' V.-'M

VZ. M

Der Graf von Arstingen erkennt seinen Wruder.

Zeichnung von Felix Schmidt.

Ist es ein Wunder, daß wir auf solchem weinfrohen Boden eine Bruderschaft zu Hanse finden, welche der durch vielfache Erfahrung belehrte Volksmund seit alten Zeiten mit der Lust an einem guten Trünke in die engste Verbindung brachte, daß hier diePfeifer", die Musikanten und Spielleute aller Art aus dem Wasgau sich wohl fühlten und gerne ihre Feste feierten, daß Rappoltsweiler der Schauplatz desPfeifertags" wurde?