Heft 
(1906) 02
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den Fabriken von Essen, Krefeld und Köln. Das roebor de dron^e jedes deutschen Kolonialprogramms muß das unerschütterliche: 6ÜLM66 kor over^ dod^" Freie Bahn für alle sein.

Eine solche liberale Politik der offenen Hand gegenüber der weißen Einwanderung, die maßgebend sein muß vom ersten Tage an, findet ihre Vollendung erst im Prinzip vollster Selbstverwaltung, sobald genügend arbeitende und verant­wortungsvolle Elemente im Lande sind. Man gebe den Weißen sobald wie möglich das Recht, sich ihre eigenen Magistrate zu wählen, ihre eigenen Gesetze und Verordnungen zu machen, ihre eigene Polizei zu halten. Das erspart dem Staat ein Korps kostspieliger Beamten und macht dem Einzelnen die Kolonie schneller zur Heimat. Bureaukratisches Reglementieren, gleichviel ob es von Berlin kommt, aus Dar es Salam oder Windhoek, wirkt unter allen Umstünden wie der Reif in der Frühlingsnacht auf junge koloniale Pflanzungen: erstarrend und ertötend. Ich verweise auf das französische Kanada, das Musterland des Bureaukratismus, und das benachbarte Massachusetts, wo angelsächsisches Selfgovernment gezeigt hat, was es zu leisten vermag. In dieser Beziehung können wir von den Engländern nicht weniger als alles lernen; und ins­besondere für unsere afrikanischen Kolonien steht das Muster von Rhodesia vorbildlich da.

Ein sehr verschiedenes Prinzip der Verwaltung ist für die Eingeborenen in unseren Kolonien am Platz. Ihnen gegenüber empfiehlt es sich, vom Standpunkt des Eroberers und des Herrn aus aufzutreten. Gerade im Interesse der wirtschaft­lichen Erschließung der Gebiete kommt alles auf die Organi­sierung der schwarzen Bevölkerung zur Arbeit an; ja man könnte behaupten: die eigentliche Aufgabe der Verwaltung in einer Kolonie ist die Disziplinierung Eingeborener für die weißen Unternehmungen. Darauf läuft schließlich alles hinaus. Hierfür können wir bei den Engländern nicht in die Schule gehen. Weder in Amerika, noch in Australien, noch auch in Afrika haben sie es verstanden, die eingeborenen Rassen zur Arbeit zu erziehen. Entweder rotteten sie sie einfach aus, oder mit ihrem doktrinären Liberalismus zogen sie ein arbeit­scheues, dreistes Gesindel empor. Hier werden wir unseren eigenen Weg zu nehmen haben. Vorbilder dafür, wie man aus Afrikanern wirtschaftliche Arbeit erzielt, sind am Ende nur die eingeborenen Häuptlinge: die Mtesas, die Mahdis, die Mirambos, die Gungunjanas und Tschakas, sodann die arabischen Herren. Aber sie alle blieben prinzipiell auf der Stufe der Sklaverei stehen. Von ihnen also können wir nur das eine lernen, daß gegenüber den Schwarzen für absehbare Zeit noch ein gewisser Arbeitszwang anzuwenden ist. Und hierfür nun haben wir in Deutschland selbst das Vorbild des modernen Staates in seinen verschiedenen Betätigungen: als Schul­

zwang, Impfzwang, Steuerzwang, Militärzwang usw. ins­besondere der Militärzwang, wie ihn das Preußentum aus­gebildet hat - bieten klassische Vorbilder zur Erziehung der Eingeborenen. Man zwinge sie, vier bis fünf Jahre in den Kolonien zu dienen, nicht als Soldaten, sondern als Arbeiter. Jeder Neger sei angehalten, von seinem 17. bis zu seinem 22. Jahr dem Staat als Arbeiter zu dienen; und der Staat verdinge diese Arbeiter alsdann an die privaten Unternehmer.

Das wird die Arbeiterfrage mit einen: Schlag lösen und gleichzeitig eine vorzügliche Schule für die gesamte Eingeborenen­welt sein. Dadurch können sie europäische landwirtschaftliche Kulturen und Handwerke, preußische Disziplin und Zucht kennenlernen.

Hierbei wünsche ich keinerlei Härte. Die Leute sollen ihr gutes Essen baben und auch eine kleine Bezahlung; sie sollen ihre Feste feiern dürfen und mit 18 Jahren auch heiraten. Nur sollen sie das Kontingent für die erforderliche Arbeit in der Kolonie bilden. Das wird sie schneller mit der Zivilisation in Berührung bringen als Schule und Mission, die ich da­neben nicht ausschließen will. Alle europäischen Nationen, wir Deutsche an der Spitze, haben einen ähnlichen Entwicklungs­gang durchmachen müssen. Weshalb wollen wir gerade bei den Schwarzen eine Erziehung von zwei Jahrtausenden über­springen? Eine solche Organisierung wird uns vor Neger­revolten und Weißen-Metzeleien in der Zukunft bewahren.

Der mir zur Verfügung gestellte Raum verbietet mir, auf die Details eines solchen Kolonialprogramms einzugehen. Ich habe hier nur die hervorspringendsten Gesichtspunkte hingestellt, und wenn ich mich dabei besonders auf afrikanische Verhältnisse beziehe, so liegt das daran, daß ich sie am besten kenne. Im wesentlichen, des bin ich sicher, werden alle jene, die praktische Kolonialpolitik zu treiben haben: die Farmer, Minenleute, Kaufleute, mir recht geben. Jemand, der nicht gezwungen ist, seinen Unterhalt aus der Benutzung der gegebenen Verhältnisse zu gewinnen, sondern von einen: sicheren Jahresgehalt in einer afrikanischen Kolonie lebt, kann sich den Luxus Humanitären Phantasiespieles gestatten und als unparteiisches Element" über Europäern und Eingeborenen schweben. Aber seine Anschauungen werden kaum viel prak­tischen Wert beanspruchen können; denn auf das Gedeihen der anderen Klassen, zu denen ich seit 1899 gehöre, kommt es an. Sie sollen dem Boden die Schätze abringen, mit denen die Kolonien deutsche Jndustrieartikel kaufen können. Sie müssen Steuer- und Zollkraft schaffen, auf denen jede koloniale Finanzverwaltung letzten Endes basiert werden muß. Sie sind die Organe, durch die das Mutterland neuen Reich­tum aufzusaugen erwarten muß.

Wir reden bei uns so viel in den letzten Jahren von deutscher Weltpolitik", von dengroßen Aufgaben des Deutschtums in der Zukunft". Ich glaube an diese Zukunft. Aber das will ich zum Schluß aussprechen, daß, wenn wir es nicht lernen, im Sinne der hier aufgeführten Prinzipien unsere gegenwärtigen Kolonien in nüchterner und geschäftlicher Weise auszubeuten, wir keine Aussicht haben, jemals wirkliche Weltpolitik" zu betreiben. Hie Modus, die salta! Hier ist der Wendepunkt! Erst muß man beweisen, daß man Verdauungskraft besitzt, ehe man große Mahlzeiten zu sich nimmt. Wenn Deutsch­land über den plumpen und unfruchtbaren Bureaukratismus in seiner Kolonialverwaltung nicht hinauskommen kann, soll es die Hand von solchen Unternehmungen lassen. Dann bedeuten sie nur einen Ballast und Verschleuderung öffentlicher Gelder. Sie sind, wie wenn jemand sich den Magen mit Sand anfüllte. Es ist in der Lösung der hier behandelten Probleme also die Frage unserer ganzen überseeischen Zukunft enthalten.

Die Vorläufer des Automobils.

Von Franz M. Feldhaus.

Das drängt und stößt, das rutscht und klappert, Das zischt und quirlt, das zieht und plappert! Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!

Ein wahres Hexenelement! Faust, II. 1.

ede Art Wagen war im Mittelalter eine seltene Erscheinung. Lasten beförderte man mehr aus Pferdei: und Maul­tieren als auf Karren. Von Kutschen, in denen Personen reisen, erfahren wir erst am Ausgang des Mittelalters, und es sind lange Zeit hindurch nur hohe Frauen, Kranke oder Fürsten, die sich ihrer bedienen.

Nicht nur der starre Geist des Rittertums, dessen ganzes Wesen so eng mit dem Pferde verbunden war, hemmte das Aufkommen des weichlicheren, bequemeren Verkehrsmittels, sondern auch die unbeschreiblich elenden Wegezustände, die schweren Einschrän­kungen des Verkehrs durch Ortsabgaben und Passiergelder zwangen höchstens die Großhändler, sich der Wagen zu bedienen.