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Deutsche auch für die Union abgetan wurde. Seitdem hat unser Volkstum fortgefahren, durch ungeheure Darbringungen von Zuwanderern und sonstigen freiwilligen Verbreitern an der Weltstellung der angelsächsischen Sprache mitzuarbeiten.
Wird die Welt schlechtweg angelsächsisch werden? Das kann kein Mensch sagen, wenn es noch so wahrscheinlich aussähe. Und es ist nicht unphilosophisch zu sagen: die Welt — ist übermorgen noch nicht Zu Ende. Zur Zeit Alexanders des Großen dachte kein Römer, daß der Orbis jemals etwas anderes als griechisch sein würde. Ein Pyrrhus von Epiros reichte
hin, den Bestand von Nom noch in Frage zu stellen, und die Entscheidungskämpfe mit dem seemüchtigen Karthago standen erst bevor. Aber auch seitdem noch lange.Zeit scheute sich die Griechenehrfurcht der Römer, die „Götter zu erzürnen", wenn sie in Unteritalien oder sonst den: Griechentum unbequem wurden. Und dennoch sind sie das bewundernswerteste Weltbeherrschervolk der Geschichte geworden, denn sie hatten die Logik ihrer gedrängten Kraft, die alle äußeren und inneren Hemmungen immer zuletzt überwindet, und hatten auch das Sprichwort „^ort68 kortuna aäiuvat" oder „Dem Mutigen gehört die Welt!"
Neue Ballons und Flugmaschinen.
Von W. Berdrow.
Abb. 1. Chanutes mehrflügelige Maschine.
^V^enn auf dem Gebiet des lenkbaren Luftballons der längst ersehnte große Erfolg auch immer noch nicht kommen will, so ist doch ein langsamer stetiger Fortschritt dafür nicht zu verkennen. Santos Dumont, der gegenwärtig schon beim 13. oder 14. Ballon angelangt ist, ist allerdings daran verhältnismäßig wenig beteiligt. Er ist mit seinen neueren Schöpfungen, von denen die letzte den Namen „Jacht aorien" erhielt,
Zu immer größeren Dimensionen gelangt; der letzte Ballon kann 12 Personen tragen und hat einen Reservegasgenerator erhalten, um bei langen Reisen den Gasverlust ersetzen zu können.
Aber mit der Größe und Tragfähigkeit hat die Motorkraft und die Geschwindigkeit keineswegs Schritt gehalten, und so sind die letzten Luftschiffe dieses berühmten Konstrukteurs wohl ein merkantiler, aber kein technischer Fortschritt. Umgekehrt hat Graf Zeppelins neuester Ballon viel kleinere Abmessungen, aber eine bedeutend größere Energie erhalten als der frühere, der vor etwa fünf Jahren eine recht hohe Geschwindigkeit erzielte, aber an seiner Größe und schweren Handhabung scheiterte. Zeppelins neues, leider nach den jüngsten Zeitungsmeldungen gleich bei einer der ersten Ausfahrten gescheitertes Luftschiff besaß zwei achtzig- pferdige Körtingsche Motoren, also eine fünfmal größere Antriebskraft als das frühere, und man rechnete mit ziemlicher Sicherheit darauf, daß es eine Schnelligkeit von 40 bis 45 Kilometern in ruhender Luft entfalten würde. Nun hat eine unvermutete Windströmung auch die in diesen neuen Versuch gesetzten Hoffnungen alsbald im Kein: erstickt und aufs neue bewiesen, daß das lenkbare Luftschiff bis zu einem gewissen Grade immer ein Spiel der Winde bleiben wird. Berücksichtigt man dazu noch die geringe Tragkraft aller dieser Maschinen, die kostspielige Herstellung der leichtvergänglichen Ballons und die Kosten jeder einzelnen Fahrt, so erscheint die Rolle des lenkbaren Luftballons nach wie vor in recht zweifelhaftem Licht, trotz aller unleugbaren Verbesserungen der jüngsten Zeit.
Zu den leistungsfähigsten neueren Luftschiffen gehörte dasjenige des Franzosen Lebaudy, eines Bruders des vielgenannten „Kaisers der Sahara", das leider ebenfalls nach einigen erfolgreichen Fahrten bei einer verunglückten Landung zertrümmert wurde. Unter einem unregelmäßigen Ballonkörper von 57 Metern Länge und 10 Metern größtem Durchmesser war ein gewaltiges horizontales Segel als Gleit- und Fall
schirm angebracht, das ebenso die Schwebefähigkeit vermehren, wie bei Betriebsdefekten die Sicherheit erhöhen sollte. Zwei zweiflüglige Schrauben wurden durch einen vierzigpferdigen Daimlermotor getrieben und erteilter: dem Ballon in ruhender Luft zehn bis zwölf Meter Geschwindigkeit in der Sekunde. Lebaudy hat diesem Ballon bald einen Nachfolger gegeben, der unter Antrieb eines verstärkten Merced es - Motors 40 Kilometer in der Stunde fährt und so gasdicht sein soll, daß er seine Füllung 60 Tage behält. Anfang Februar d. I. wurde mit ihn: in Toul ein erfolgreicher Versuch gemacht. Ebenfalls mit Gleitflächen oder Aeroplans arbeitet das Luftschiff des Engländers vr. Barton,
Abb. 2. Wrights erste Flugmaschine.
auf das man, wie behauptet wird, innerhalb der englischen Armee große Hoffnungen setzt.
Es ist ein kolossaler Ballonzylinder von 14 Metern Durchmesser und 60 Metern Länge, der in der Mitte eine gasdichte Abteilung mit 300 Kubikmetern Luft enthält, eine jetzt viel angewendete Vorrichtung, um das Entweichen von Gas beim Ausstieg in dünnere Regionen oder bei zunehmender Sonnenbestrahlung zu verhindern. Das in diesen Fällen sich stark ausdehnende Gas braucht nicht mehr ungenützt auszuströmen, sondern es drückt auf die Wände des Mittelballons und treibt aus dem Ventil eine entsprechende Luftmenge aus. Unter dem Ballon und über der Gondel befinden sich drei Segelflächen, zu ihren Seiten sechs Schrauben, die durch drei Motoren mit angeblich 150 Pferdestärken Gesamtkraft in Bewegung gesetzt werden. Um den Ballon behufs des Aufsteigens oder Niederlassens vorn oder hinten beliebig zu belasten, ist ein System von zwei kommunizierenden Wasserbehältern angeordnet, von denen das eine oder, andere nach Gefallen entleert oder gefüllt wird. Das Fahrzeug soll sich 48 Stunden in der Luft halten können und eine Eigenbewegung von 40 bis 45 Kilometern entwickeln. Doch sind uns genauere Tatsachen über seine Leistungen noch nicht zu Gesicht gekommen.
Wenden wir uns indessen, statt diese Aufzählung moderner lenkbarer Ballons fortzusetzen, der hauptsächlich von Otto